Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Esch/Alzette: Abriss der alten "Centrale thermique" hat begonnen
Lokales 23.04.2015 Aus unserem online-Archiv

Esch/Alzette: Abriss der alten "Centrale thermique" hat begonnen

Bereits abgerissen wurde der „poste d'aiguillage“, der sich vor dem imposanten Gebäude aus dem Jahre 1953 
befand.

Esch/Alzette: Abriss der alten "Centrale thermique" hat begonnen

Bereits abgerissen wurde der „poste d'aiguillage“, der sich vor dem imposanten Gebäude aus dem Jahre 1953 
befand.
Foto: Nicolas Anen
Lokales 23.04.2015 Aus unserem online-Archiv

Esch/Alzette: Abriss der alten "Centrale thermique" hat begonnen

Seit einigen Wochen haben die Abrissarbeiten an der alten "Centrale thermique" in Esch/Alzette begonnen. Damit wird ein imposanter Zeitzeuge des Escher Industriealter verschwinden.

(na) - Seit einigen Wochen haben die Abrissarbeiten an der alten "Centrale thermique" in Esch/Alzette begonnen. Jahrzehntelang hat das Industriegebäude das Panorama der Stadt geprägt und steht seit 1997 leer. Der Abriss wird sich über 18 Monate ziehen, dies u. a. wegen der komplexen Sanierungsarbeiten, die bevorstehen.

„Im März wurden die Vorbereitungsarbeiten für die Baustelle getätigt und seit Anfang April haben die Arbeiten begonnen“, erklärte am Mittwoch Didier Véry von „Bonaria et Fils“ gegenüber dem LW. 

Seit 1997 leer

Als der letzte Hochofen in Belval 1997 erlosch, bedeutete dies das Aus für die Gaszentrale auf dem „Crassier Terre-Rouge“ direkt an der französischen Grenze. Die Elektrizität produzierende "Centrale thermique" wurde nämlich mit Hochofengas gespeist. Seitdem steht sie leer, auch wenn Graffitis an den Außenwänden davon zeugen, dass ihr ab und zu Besuche abgestattet wurden. Alleine ihre Silhouette zeugt heute noch von der Aktivität, die vor noch nicht allzu langer Zeit auf dem Standort stattfand.

Asbestverseuchung

2013 gab die Escher Gemeinde grünes Licht für dessen Abriss, da weder Eigentümer ArcelorMittal noch die Gemeinde eine kostspielige Instandsetzung ins Auge fassen wollten. Auch hatte sich in den vergangenen Jahren kein Investor gefunden, der sich für den Erhalt der Halle eingesetzt hätte. Erschwerend kommt, dass das Gebäude stark mit Asbest verseucht ist.

Das Material, das heute als krebserregend gilt, wurde als Brandschutz reichlich im Gebäude benutzt. Es werde damit gerechnet, dass sich die Abrissarbeiten, die in mehreren Phasen durchgezogen werden, über insgesamt 18 Monate ziehen werden, so Didier Véry weiter. Dies einerseits wegen des großen Bauvolumens des Gebäudes, anderseits aber eben wegen der komplexen Sanierung des asbestverseuchten Gebäudeinhaltes.

Laut Didier Véry befinden sich auch etwa 8 000 Tonnen Schrott in der  "Centrale thermique", die nach Entsorgung in den Elektroöfen von ArcelorMittal verwendet werden sollen – so dass die "Centrale thermique" bis zu ihrem Ende im Dienste der Stahlindustrie stehen dürfte.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema