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Esch 2022-Leitung will in die Gebläsehalle
In der imposanten Industriehalle wurde einst Wind produziert, um die Hochöfen anzuheizen.

Esch 2022-Leitung will in die Gebläsehalle

Foto: Guy Jallay
In der imposanten Industriehalle wurde einst Wind produziert, um die Hochöfen anzuheizen.
Lokales 2 Min. 21.02.2019

Esch 2022-Leitung will in die Gebläsehalle

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Nancy Braun und Christian Mosar wollen in die Gebläsehalle. Die Führungsmannschaft von Esch 2022 möchte noch vor den Sommerfereien in die imposante Industriehalle in Belval einziehen.

Die Gebläsehalle bei den Hochöfen in Belval könnte in den kommenden Wochen wieder mit Leben gefüllt werden. Nancy Braun, die Generaldirektorin der europäischen Kulturhauptstadt Esch 2022, und deren künstlerischer Leiter, Christian Mosar, planen, dorthin umzuziehen. Geht es nach ihnen, dann sogar noch vor den Sommerferien. 

Büroräume bereits vorhanden

 2007 waren im Rahmen der Ausstellung „All we need“ beheizte Büroräume in der imposanten Industriehalle eingerichtet worden. Die könnten relativ problemlos aufgefrischt und neu genutzt werden, erklärte Nancy Braun. Gemeinsam mit Christian Mosar hat sie vor, das Hauptquartier von Esch 2022 in der Industriehalle unterzubringen. 

Zwar haben sie noch nicht grünes Licht von den zuständigen Stellen erhalten. Doch glaube sie schon, dass bei der Regierung der Wille vorhanden sei, um die Gebläsehalle zu erhalten, so Nancy Braun. 

Dies sagte sie am Donnerstag während eines Pressetermins der Arbeitsgruppe „Eise Stol“. Letztere wurde im Rahmen der Kandidatur der Südregion zum Unesco-Programm Man and Biosphere gegründet und beschäftigt sich mit Industriekulturgut und möglichen Neunutzungen. 

Für eine langfristige Nutzung der Gebläsehalle


"Ich finde, die Gebläsehalle sollte unbedingt erhalten bleiben"
Architekt Heinrich Böll ist für eine Neunutzung der Gebläsehalle in Belval. Mit Industriegut kennt er sich aus. Er hat an der Sanierung des Unesco-Welterbes Zeche Zollverein in Essen mitgewirkt.

Robert Garcia, der 2007 Leiter der europäischen Kulturhauptstadt war und heute Koordinator von Eise Stol ist, setzt sich dafür ein, dass die Gebläsehalle auch nach 2022 genutzt wird. Eine langfristige Neunutzung war bereits vor 2007 angedacht, doch seien die damaligen Pläne, wie übrigens auch die des Centre national de culture industrielle (CNCI), „2008 in der Finanzkrise untergegangen“, so Robert Garcia. 

Funktion soll bei Workshop ermittelt werden 

Damit es dieses Mal anders kommt, organisiert die Arbeitsgruppe Eise Stol am Nachmittag des 1. März einen Workshop, bei dem Nutzungskonzepte für die Gebläsehalle ausgearbeitet werden sollen. „Ziel ist es, erst eine Funktion zu definieren, bevor über Architektur gesprochen wird“, so Garcia. 

Ein Ort für Ideen, die bisher keinen Platz hatten

Andrea Rumpf, Leiterin des Luxembourg Center for Architecture (LUCA), fügte dem hinzu, dass Stadtviertel einen großen Nutzen von solchen Rekonversionsprojekten haben. Die Gebläsehalle sei kein Ort, wo alles erneuert werden müsse, sondern wo „minimalinvasiv Platz geschaffen werden könne für Ideen, die bisher keinen Platz haben.“ 

Die Rede ging unter anderem von Kreativwirtschaft, alternativen Geschäftsideen oder noch Werkstätten. „Es ist ein typischer Ort für Studenten“, fügte dem Christian Mosar hinzu. 

Interessierte können sich bis zum 27. Februar an: eisestol@gmail.com für den Workshop in Belval melden. Die Resultate werden danach der Stadt Esch und den zuständigen Behörden übergeben. 

Ein Netzwerk im Süden

Eine weitere Diskussionsrunde hat Eise Stol auch bereits angekündigt, dies für den 22. März in Düdelingen. Thematisiert wird die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Industriegutinstitutionen und -vereinen aus der Südregion. 

Laut Antoinette Lorang von der Fondation Bassin Minier gebe es derzeit etwa 30 verschiedene solcher Akteure, vom Grubenmuseum in Rümelingen bis zur Amicale des Hauts-Fourneaux in Belval. 

Durch Esch 2022 und die Kandidatur für das Unesco-Label sei eine neue Dynamik entstanden. Diese wolle man sich nun zunutze machen, um endlich ein Netzwerk dieser Organisationen ins Leben zu rufen. 


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23.11. Kultur / Esch/ Kulturhaupstadt / Belval / Hochofen / Esch-Belval Foto:Guy Jallay