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Es ist wieder an der Zeit, die Uhren umzustellen
Im Jahr 1996 wurde die Sommerzeit zum ersten Mal europaweit eingeführt.

Es ist wieder an der Zeit, die Uhren umzustellen

Foto: Lex Kleren
Im Jahr 1996 wurde die Sommerzeit zum ersten Mal europaweit eingeführt.
Lokales 2 Min. 24.03.2018

Es ist wieder an der Zeit, die Uhren umzustellen

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Zweimal im Jahr werden die Uhren umgestellt. In der Nacht auf Sonntag wieder eine Stunde nach vorne. Doch nicht jeder ist ein Freund der Sommerzeit. Erstmals wird ernsthaft darüber diskutiert, sie abzuschaffen.

Der Frühling ist da und mit ihm die Sommerzeit. In der Nacht auf Sonntag werden die Uhren wieder umgestellt. Von 2 springt die Anzeige vieler Uhren auf 3 Uhr. Bei manchen der Zeitmesser muss manuell nachgeholfen werden. Wird der Frühling hierzulande wohl von allen Menschen mit Begeisterung erwartet, so kann dies für die Sommerzeit nicht behauptet werden. Manch einer wünscht sich nämlich deren Abschaffung und setzt sich entschlossen dafür ein. Wäre es also möglich, dass morgen das letzte Mal ist, dass wir unsere Uhren auf Sommerzeit umstellen?

EU-Kommission prüft eine Abschaffung der Zeitumstellung

Diskutiert wird bereits seit langem über die Abschaffung der Zeitumstellung. Mehrmals haben Abgeordnete des Europäischen Parlaments die Sommerzeit in Frage gestellt. Gründe für die Rückkehr zur Standardwinterzeit gäbe es viele, so die Sommerzeitgegner. Eine Analyse durch den wissenschaftlichen Dienst des EU-Parlaments von mehr als vierzig Studien zur Sommerzeit war zu dem Schluss gekommen, die Zeitumstellung habe einen negativen Einfluss sowohl auf die menschliche Gesundheit als auch auf die Landwirtschaft und die Sicherheit im Straßenverkehr.


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Das EU-Parlament macht Druck im Dauerstreit um die Umstellung zwischen Sommer- und Winterzeit. Die Abgeordneten forderten die EU-Kommission dazu auf, Vor- und Nachteile der Zeitumstellung unter die Lupe zu nehmen.

Menschen klagen über Müdigkeit, da ihre innere Uhr verstellt sei, Landwirte darüber, dass ihre Kühe weniger Milch geben, da diese sich zunächst an die Zeitumstellung gewöhnen müssen, Autofahrer über mehr Wildunfälle, da die Dämmerung, in der die Tiere unterwegs sind, nun mit der Zeit des Berufsverkehrs zusammenfällt.

Positive Auswirkungen der halbjährlichen Zeitumstellung waren in der Analyse durch den wissenschaftlichen Dienst des Parlaments indes eher selten. Selbst das Energiesparargument, das oft als positiven Effekt angeführt wird und überhaupt erst zu der Einführung der Sommerzeit geführt hat, kann in den Studien nicht überzeugen.

Dass Strom gespart werde, indem abends länger vom Tageslicht profitiert würde, erweist sich auch nur zum Teil als richtig. Die geringe Einsparung wird durch den Umstand mehr als wettgemacht, dass in den Morgenstunden im Frühjahr und Herbst durch früheres Aufstehen generell mehr geheizt wird. Die Kosten für den Stromverbrauch durch Licht machen nur einen verschwindend geringen Anteil auf der Rechnung aus. Zu den Stromfressern im Haushalt zählen eher Haushaltsgeräte wie Kühlschrank, Waschmaschine oder Backofen, auf deren Nutzung die Zeitumstellung aber keinen Effekt hat.

Bis es soweit ist, wird es wohl noch dauern

Das Ausbleiben von positiven Effekten oder das Hervorrufen von negativen Effekten der Sommerzeit hat Anfang Februar dazu geführt, dass 384 EU-Abgeordnete für deren Abschaffung gestimmt haben. 154 waren gegen eine solche. Somit forderten die Parlamentsabgeordneten die Kommission auf, eine Abschaffung der Sommerzeit zu prüfen.


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Dass es jedoch zu einem baldigen Ende der Zeitumstellung im Frühling und Herbst kommen wird, ist eher unwahrscheinlich, denn sämtliche EU-Mitgliedsstaaten müssten bei einer solchen Entscheidung mitziehen. Die Umsetzung wäre mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden, dessen Ausführung sich mit Sicherheit noch etwas hinziehen wird.


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