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„Es geht voran, aber langsam“
Rund 1,7 Millionen Menschen verloren bei dem Erdbeben ihr Zuhause.

„Es geht voran, aber langsam“

Foto: Caritas
Rund 1,7 Millionen Menschen verloren bei dem Erdbeben ihr Zuhause.
Lokales 2 Min. 15.03.2012

„Es geht voran, aber langsam“

Zum zweiten Mal jährt sich an diesem Donnerstag die verheerende Erderschütterung in Haiti. Das Erdbeben, das mit einer Stärke von 7,0 auf der Richterskala bemessen wurde, geht als eines der schwersten Beben überhaupt in die Geschichte ein. Zwei Jahre danach sind noch immer unzählige Hilfsorganisationen vor Ort mit dem Wiederaufbau des Staates beschäftigt.

(DL) - Zum zweiten Mal jährt sich an diesem Donnerstag die verheerende Erderschütterung in Haiti. Das Erdbeben, das mit einer Stärke von 7,0 auf der Richterskala bemessen wurde, geht als eines der schwersten Beben überhaupt in die Geschichte ein. 230 000 Menschen kamen damals ums Leben, mehr als 1,7 Millionen Haitianer verloren ihr Zuhause. Mehr als eine halbe Million Menschen konnten bis heute nicht in ihre Wohnorte zurückkehren. Zwei Jahre danach sind noch immer unzählige Hilfsorganisationen vor Ort mit dem Wiederaufbau des Staates beschäftigt.

Kleine Schritte nach vorne

„Es geht voran, aber langsam“, berichtet Annick Genson von der Caritas, die selbst 13 Monate vor Ort war. „Jemand, der Haiti heute zum ersten Mal in seinem Leben besucht, könnte vielleicht meinen, es sei nichts passiert“, erklärt Annick Genson, die in Haiti für die „unité sociale“ der Caritas Luxemburg verantwortlich war. Für jemanden, der sich länger auf der Insel aufgehalten hat, seien die Fortschritte aber durchaus sichtbar. „Die Camps, in denen die Menschen, die bei dem Beben alles verloren haben Unterschlupf gefunden hatten, werden nach und nach geschlossen“, so Genson.

Wie viele andere Organisationen war auch die Caritas schon vor dem verheerenden 12. Januar 2010 in Haiti aktiv. Umgehend nach dem Beben wurde eine erste Soforthilfe geleistet, die Menschen wurden mit Wasser, Decken und Zelten versorgt. „Nach der ersten Notversorgung haben wir uns dann an den Wiederaufbau gemacht“, so Annick Genson. Den Fokus legte die Caritas dabei insbesondere auf den Bau von Häusern und Schulen sowie den Kampf gegen die Cholera.

Erste Häuser beziehbar

Heute, zwei Jahre nach dem Erdbeben, hat die Organisation eine erste Phase der Wiederaufbauarbeit so gut wie abgeschlossen: „Die ersten hundert Häuser befinden sich in der Endphase“, berichtet Annick Genson. Die Familien, die die 30-Quadratmeter Häuser beziehen werden, konnten dabei zwischen zwei verschiedenen Materialien für ihr neues Zuhause aussuchen. Zu jeder Wohneinheit gehört jeweils eine Latrine. Die nächste Etappe, die nun beginnt, sieht den Bau von 210 weiteren Häusern vor. „Danach wird es sicherlich eine dritte Etappe geben“, so Annick Genson weiter. „Der Bedarf an Hilfe ist enorm.“

Zahlreiche Organisationen vor Ort

Neben der Caritas sind noch zahlreiche weitere Hilfsorganisation aus Luxemburg vor Ort aktiv, so etwa die Unicef, Médecins sans Frontières, Care, Handicap International, die Croix-Rouge, SOS Villages d'Enfants Monde und Objectif Tiers Monde. Der Fokus ihrer Arbeit liegt neben dem Wiederaufbau von Häusern, Schulen und Krankenhäusern auf der Arbeitsbekämpfung und dem Schutz der Kinder, der Frauen und der Gesundheit.