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„Es geht um Menschenleben“

„Es geht um Menschenleben“

Foto: Gerry Huberty
Lokales 09.05.2018

„Es geht um Menschenleben“

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Die Gewerkschaft der Gefängnisaufseher hat am Mittwochvormittag dem parlamentarischen Justizausschuss Einblick in ihren Gefängnisalltag gewährt.

Sehr zufrieden zeigte sich die Association des agents pénitentaires (AAP) am Mittwochmittag nach ihrer Zusammenkunft mit der parlamentarischen Justizkommission.

„Sowohl die Abgeordneten wie auch die Vertreter der Generalstaatsanwaltschaft und des Justizministeriums haben uns zugehört“, betont der Präsident der Gewerkschaft der Gefängniswärter, Michel Block.


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Man sei zuversichtlich auch tatsächlich Gehör gefunden zu haben – schließlich habe man ein gemeinsames Ziel: einen sicheren und gut funktionierenden Strafvollzug. Deshalb sei es unabdingbar an einem Strang zu ziehen.

"Der Staat hat die Verpflichtung, seine Beamten zu schützen"

Unzufrieden zeigt sich Michel Block allerdings in einem anderen Punkt: „Es wird gerne der Eindruck vermittelt, dass es in unserer Sache keine echte Dringlichkeit gebe“, führt der AAP-Präsident aus. „Das ist aber falsch. Es geht um Menschenleben. Der Staat hat die Verpflichtung, seine Beamten zu schützen.“


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„Kaum mehr als Handschuhe“
Sie arbeiten in einem Umfeld, in dem sie zu jedem Augenblick ihr Leben aufs Spiel setzen. Denn die Menschen, mit denen sie zu tun haben, sind jene, vor denen die Gesellschaft geschützt werden soll.

Man habe sich bemüht, den Mitgliedern des Justizausschusses die derzeitigen Entwicklungen innerhalb der Schrassiger Gefängnismauern möglichst detailliert und komplett darzulegen. Zudem habe man auch den Forderungskatalog der Wärtergewerkschaft Punkt für Punkt durchgenommen, jeden Aspekt begründet und sich den Fragen der Abgeordneten gestellt.

Besonders ausführlich habe man sich dabei mit der geforderten Schutz- und Einsatzausrüstung für Gefängniswärter befasst.

"Es geht nicht nur um den GRIP"

„Es wird viel über die schnelle Einsatzgruppe der Gefängnisaufseher geredet, über die Einsatzmittel und Schutzausrüstung, die diesen Beamten fehlt“, unterstreicht APP-Präsident Michel Block. „Die allermeisten Vollzugsbeamten sind aber nicht Teil dieses Groupe d'intervention pénitentiaire (GRIP). Und auch die anderen brauchen effizientes Material, um in spezifischen Situationen handeln zu können und auch um aus einer gefährlichen Situation herauszukommen.“ Das sei auch eine Forderung, die die AAP nicht erst seit den neuesten Vorfällen in Schrassig stelle, sondern bereits seit November 2016.


Not im Vollzug
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„Es scheint manchmal so, als ob vergessen würde, dass wir Gefängniswärter auch soziale Kompetenzen haben“, fährt Michel Block fort. „Wir wollen weg von dem Image, dass wir nur mit dem Knüppel Dienst schieben. Uns wäre am liebsten, wenn das zusätzliche Einsatzmaterial in einem verschlossenen Schrank verstauben würde. Aber wenn es gebraucht wird, weil der Ernst der Lage es erfordert, dann sollen wir auch darauf zugreifen können, um sauber arbeiten zu können, ohne dass jemand zu Schaden kommt.“


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Centre Pénitentiaire, Schrassig,Gefängnis,Haftanstalt,Prison. Foto:Gerry Huberty
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