Erzbischof: "Sprachbarrieren behindern Portugiesen"
Erzbischof: "Sprachbarrieren behindern Portugiesen"
Von Domingos Martins aus Fatima
Am Montagnachmittag hat Erzbischof Hollerich in Fatima das Luxemburger Schulsystem in puncto Ausländerfreundlichkeit in Frage gestellt: Der Oberhirte der katholischen Kirche in Luxemburg glaubt, dass viele junge portugiesische Kinder und Jugendliche in Luxemburg "wegen sprachlicher Barrieren nicht den Zugang zu der notwendigen Ausbildung bekämen".
Während der Pressekonferenz zur August-Wallfahrt im portugiesischen Fatima bedauerte Jean-Claude Hollerich ebenfalls, dass viele in Luxemburg lebende Portugiesen die doppelte Staatsbürgerschaft nicht anfragen würden: "In der jetzigen Wahlkampfperiode wird ihnen nicht Rechnung getragen". Sie würden damit unweigerlich an den Rand der Gesellschaft gedrückt.
Der Erzbischof meinte weiterhin, dass Luxemburg multikulturell und mehrsprachig sei, dies werfe aber sowohl pastorale als auch soziale Probleme auf.
"Verlierer auf beiden Seiten"
"Wenn ich die Listen der in den klassischen Lyzeen eingeschriebenen Schüler ansehe, stelle ich fest, dass verhältnismäßig wenig portugiesische Jugendliche darunter sind." In Luxemburg geschehe die Alphabetisierung der Kinder auf deutsch, was den portugiesischen Kindern Probleme mache. Viele dieser jungen Menschen hätten demzufolge später nicht den Zugang zu der ihnen zustehenden Ausbildung. "Verlierer dabei sind die Einwanderer selbst, aber auch die Gesellschaft. Letztere kann in der Folge nicht auf die Intelligenz und die Kreativität dieser Menschen zurückgreifen", so der Oberhirte der Erzdiözese Luxemburg.
Abschließend meinte er: "Ich wünsche mir zumindest, dass niemand am Rande der Luxemburger Kirche leben muss, denn in dieser Gemeinschaft sind wir alle Brüder."
Der Erzbischof steht in diesem Jahr der August-Wallfahrt in Fatima vor, welche den Auswanderern gewidmet ist.
Jean-Claude Hollerich ist zum zweiten Mal in Fatima und meinte schmunzelnd: "Als ich ein junger Priester war, war ich mit einer Gruppe Jugendlicher hier. Jetzt komme ich als junger Bischof zurück, da ich erst vor zwei Jahren als solcher geweiht wurde".
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