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Erzbischof: "Das Leben wieder schätzen lernen"
Lokales 2 17.11.2015 Aus unserem online-Archiv
Gedenkmesse in Luxemburg

Erzbischof: "Das Leben wieder schätzen lernen"

Lokales 2 17.11.2015 Aus unserem online-Archiv
Gedenkmesse in Luxemburg

Erzbischof: "Das Leben wieder schätzen lernen"

Die Welt sei arm an Idealen geworden, doch das Vermitteln von Idealen sei das Wichtigste, was man Hasspredigern entgegensetzen könnte. Dies sagte Erzbischof Hollerich bei einer Gedenkmesse in der Kathedrale.

(mt) - Von draußen sieht man  die hell erleuchtete Sakristei. Die rot-weiß-blaue Fahne weht auf Halbmast. Wind und Regen peitschen an diesem Dienstagabend auf die Kathedrale. Drinnen aber haben sich viele Menschen versammelt, um der Opfer der Paris-Attentate zu gedenken.

Viele waren gekommen, um der Opfer der Attentate in Paris zu gedenken.
Viele waren gekommen, um der Opfer der Attentate in Paris zu gedenken.
Foto: Lex Kleren

Unter ihnen sind auch Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa, das erbgroßherzogliche Paar Guillaume und Stéphanie, Ehrenstaatsminister Jacques Santer, einige Abgeordnete sowie der französische Botschafter.

In seiner Predigt betont Erzbischof Jean-Claude Hollerich, dass man in Paris den Namen Gottes missbraucht habe, um Menschen zu töten. „Wie kann man nur den Namen Gottes aussprechen, wenn man Menschen ermordet, wobei wir doch wissen, dass Gott nur Liebe bedeuten kann“, sagt der Prediger. Diese Gotteslästerung werde aber bewusst von den Terroristen inszeniert, um die westliche gegen die muslimische Welt aufzuhetzen, und um die Aufnahmebereitschaft von Flüchtlingen aus Syrien und Irak in Europa zu zerstören. Europa aber werde nicht in diesen Hinterhalt fallen und auf Hassprediger hören, so der Erzbischof.

Schauen Sie sich hier die ganze Predigt des Erzbischofs an:

Unsere Ideale sind recht klein geworden, wir sollten das ändern.

„Vielleicht helfen uns die Attentate von Paris dazu, dass wir auch Mitgefühl bekommen für viele andere, nicht-europäische Opfer, von Terror, und dass wir vielleicht auch das Leben in all seinen Formen wieder zu schätzen lernen.“ Europa sei eine von einem gesteigerten Konsumverhalten geprägte Gesellschaft. Unsere Ideale seien recht klein geworden. Wir sollten aber wieder Ideale vermitteln, es sei dies Aufgabe aller Religionen, sagt der Bischof und verweist hierbei auf die Präsenz des Großrabbiners der jüdischen Gemeinschaft. Es freue ihn, dass in Luxemburg eine große Einheit zwischen allen Religionen und Religionsgemeinschaften bestehe. „Die Feinde der Menschheit sind anderswo. Wir alle, Gläubige wie Nicht-Gläubige, sollen in einem gemeinsamen Geist arbeiten, um überall die Menschenrechte zu verteidigen.“

Was sagen die Besucher des Gedenkgottesdienstes?

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