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Erste Hilfe: die wichtigsten Punkte
Lokales 1 4 Min. 11.11.2021
Was tun im Notfall?

Erste Hilfe: die wichtigsten Punkte

Hand aufs Herz: Wüssten Sie im Notfall, was zu tun ist?
Was tun im Notfall?

Erste Hilfe: die wichtigsten Punkte

Hand aufs Herz: Wüssten Sie im Notfall, was zu tun ist?
Foto: Claude Piscitelli
Lokales 1 4 Min. 11.11.2021
Was tun im Notfall?

Erste Hilfe: die wichtigsten Punkte

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
"Jeder kann helfen" und "Man kann nichts falsch machen" sind zwei gute Devisen für den Notfall. Wir haben die wichtigsten Infos zusammengefasst – und verweisen für Details an den CGDIS.

Unfälle oder medizinische Notfälle können jedem, jederzeit und überall passieren. Im Ernstfall kommt es dann auf Minuten an, damit den Betroffenen schnell genug geholfen werden kann – Minuten, die manchmal buchstäblich über Leben und Tod entscheiden. Es gilt, die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken, die sogenannte Rettungskette nicht reißen zu lassen. Der Fall des Autofahrers auf der deutschen B51, dem ein junger Feuerwehrmann Erste Hilfe leistete, zeigt, wie wichtig zum Teil schon einfache Handgriffe und Vorgehensweisen sein können. Und dabei gilt: Jeder kann helfen. 


Die Grundausbildung des Erste-Hilfe-Kurses wird in vielen Gemeinden des Landes kostenlos vom Corps grand-ducal d'incendie et de secours (CGDIS) angeboten.
Können Sie Erste Hilfe?
Das beherzte Eingreifen eines Feuerwehrmannes in der Eifel hat einem Luxemburger Autofahrer am Montag das Leben gerettet. Könnten Sie das auch?

Dennoch fühlen sich viele Menschen in dieser Situation überfordert, haben Hemmungen oder Angst, etwas falsch zu machen. Etwas mehr als ein Viertel der teilnehmenden Leser hat diese Woche in einer Umfrage angegeben, in einem Notfall nicht zu wissen, was getan werden muss. 

Wir haben die wichtigsten Stichpunkte zu Notsituationen zusammengefasst. Die Lektüre dieses Artikels ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs! Den gibt es aber kostenlos bei den Profis vom CGDIS - siehe unten.

Die Rettungskette

Die Rettungskette ist kein technisches Hilfsmittel zur Bergung von Verletzten, sondern beschreibt, laut CGDIS, „den idealen Ablauf bei der Behandlung von Personen mit lebensbedrohlichen Störungen oder Verletzungen im Rahmen der Ersten Hilfe“ - also alles, was von dem Moment an passiert, an dem der Ersthelfer das Geschehen wahrnimmt, bis zu dem Moment, an dem der Patient im Krankenhaus versorgt werden kann. Konkret:

  1. Unfallort absichern / Eigenschutz
    An der Stelle, wo der Notfall sich ereignet hat, soll nicht noch mehr passieren. Helfer sollen die Stelle absichern, müssen dabei aber immer darauf achten, sich selbst nicht in Gefahr zu bringen! Dabei sollte man sich auch schon einen Überblick über die Lage verschaffen und Ruhe bewahren.
  2. 112 anrufen / Sofortmaßnahmen
    Es geht um Minuten - je schneller professionelle Hilfe dazukommt, desto besser! Unter 112 verständigt man die Notrufzentrale. Die wichtigen Informationen sind: Wer ruft an? Wo ist es passiert? Was ist passiert? Wie viele Personen benötigen Hilfe? Welche Arten von Krankheiten oder Verletzungen? Wichtig: Danach nicht auflegen. 
  3. Weitere Maßnahmen der Ersten Hilfe
    Müssen Wunden versorgt und Blutungen gestillt werden? Verbrennungen behandelt? Frakturen ruhig gestellt? Gibt es Atemwegsprobleme? Ist jemand bewusstlos und muss in stabile Seitenlage? Muss Herz-Lungen-Wiederbelebung geleistet werden? Mehr Infos dazu hier.
  4. Der Rettungsdienst trifft ein
    Wenn möglich, kann ein Helfer abgestellt werden, der die Rettungskräfte einweist. In Wohnungen sollte man vorher schon alle Türen öffnen. Die professionellen Helfer übernehmen, trotzdem können die Ersthelfer noch nützlich sein - folgen Sie den Anweisungen!
  5. Der Patient trifft im Krankenhaus ein und kann weiter versorgt werden 

Bei einem Verkehrsunfall

Eigenschutz geht immer vor - vor allem an einer Unfallstelle, wo der Verkehr eine Gefahrenquelle für Helfer darstellt. 

  • Warnblinkanlage einschalten
  • Rettungsweste tragen
  • Alle verlassen das Auto, wer nicht helfen kann, wartet hinter der Leitplanke
  • Warndreieck aufstellen - weit genug vor der Unfallstelle (etwa 150 bis 300 Meter) - dabei den nachfolgenden Verkehr warnen
  • Verletzte aus der Gefahrenzone bringen
  • Erste Hilfe leisten

Bei einer Bewusstlosigkeit / Herzstillstand

Wenn das Bewusstsein aussetzt, besteht Lebensgefahr! Wichtig ist, zu erkennen, ob die Atmung und der Kreislauf noch vorhanden sind.

  • Person ansprechen, berühren, Reaktion einfordern
  • Kopf leicht überstrecken, Kinn hochziehen
  • Atmung kontrollieren: Ohr über den Mund, Hand auf den Bauch, Bewegung des Brustkorbs beobachten
  • Wenn die Person atmet: in stabile Seitenlage bringen, Notruf absetzen
  • Wenn die Person nicht atmet und nicht reagiert: Sofort Notruf absetzen und das Stichwort „Reanimation“ nennen!
  • Danach Herz-Lungen-Wiederbelebung

Herz-Lungen-Wiederbelebung

  • Brustkorb freimachen
  • Beide Handballen übereinander auf die Mitte des Brustkorbs legen
  • Dreißig Mal hintereinander fest auf das Brustbein drücken - mindestens fünf Zentimeter tief, um den Herzmuskel zu komprimieren
  • Frequenz: etwa 100 Mal pro Minute. 
  • Hilfsmittel: Die Songs „Stayin' Alive“ von den Bee Gees, „Atemlos“ von Helene Fischer, „Highway to Hell“ von AC/DC, oder „Dancing Queen“ von Abba haben das richtige Tempo. Summen oder singen Sie ruhig!
  • Nach dreißig Kompressionen, wenn möglich, zweimal beatmen. Wichtig: Wenn Sie sich das Beatmen oder den Wechsel nicht zutrauen oder nicht geübt sind, drücken Sie einfach durch! 
  • Weitermachen, bis der Rettungsdienst kommt oder der Herzschlag wieder einsetzt - zwischendurch Puls an der Halsschlagader fühlen
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Bevor es ernst wird: Erste-Hilfe-Kurs besuchen  

Der Corps grand-ducal d’incendie et de secours (CGDIS) bietet im ganzen Land verschiedene Kurse für die Öffentlichkeit an. Die Kurse sind kostenlos und hier einfach online zu buchen.

Der CGDIS hat zudem eine umfangreiche Broschüre zum Download bereitgestellt, in der die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen erklärt werden. 

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