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Erpressersoftware entschlüsselt
Lokales 25.02.2019

Erpressersoftware entschlüsselt

Im vergangenen Jahr wurden europaweit mehr als 500 000 Menschen mit einem Verschlüsselungsprogramm erpresst.

Erpressersoftware entschlüsselt

Im vergangenen Jahr wurden europaweit mehr als 500 000 Menschen mit einem Verschlüsselungsprogramm erpresst.
Foto: AFP
Lokales 25.02.2019

Erpressersoftware entschlüsselt

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Die europäische Polizeibehörde Europol stellt ein neues kostenloses Werkzeug zur Verfügung, das Opfern von Erpressern helfen kann, ihre von Cyberkriminellen verschlüsselten Daten wiederherzustellen.

Es ist eine Horrorvorstellung: Einmal unvorsichtig beim Öffnen eines E-Mail-Anhangs und schon ist die Kontrolle über den eigenen Computer verloren. Passwörter und persönliche Informationen, Bilder, digitale Erinnerungen, alles ist weg. Der Computer ist gesperrt. Auf dem Bildschirm wird nur noch ein Schreiben eines Erpressers angezeigt, der für die Freigabe der Daten binnen einer vorgegebenen und meist knapp berechneten Zeit die Zahlung eines Lösegeldes verlangt. Ansonsten werden alle Daten gelöscht.

Bislang nur wenig Chancen

Die Polizei hatte im Umgang mit sogenannter Ransomware bislang nur Ratschläge parat: Vorsicht im Umgang mit verdächtigen E-Mails, immer eine Sicherheitskopie auf einem externen Datenträger anlegen und auf keinen Fall Lösegeld zahlen. Denn wie bei jeglichen Formen von Erpressung gibt es auch hier nach einer Zahlung keine Garantie, dass das Problem tatsächlich gelöst wird.

Eine Erfolgsmeldung von Europol lässt Opfer nun aber wieder hoffen. Der rumänischen Polizei ist es nämlich gemeinsam mit Europol und dem privaten Sicherheitsanbieter Bitdefender gelungen, die weltweit am weitesten verbreitete GandCrab-Ransomware zu entschlüsseln.

Abhilfe erfolgt über die eigens von der europäischen Polizeibehörde eingerichtete Internetseite Nomoreransom.org. Hier gilt es lediglich, der vorgegebenen Anleitung Folge zu leisten. Diese beginnt zunächst damit, dass der genaue Typ der Erpressersoftware identifiziert wird. Auf der Webseite werden Entschlüsselungswerkzeuge für insgesamt 16 Schadprogramme angeboten. Europol zufolge waren im vergangenen Jahr europaweit über eine halbe Million Menschen von der Erpressersoftware GandCrab betroffen.

Die Porno-Masche

Die Luxemburger Polizei hatte zuletzt vor einer anderen Erpressermasche gewarnt. Dabei ging es um E-Mails, die entweder zum Schein von der eigenen Adresse verschickt wurden oder ein tatsächliches Passwort des Nutzers enthielten. In beiden Fällen wurde den Betroffenen erklärt, ihre Webcam sei bei der Sichtung von Pornofilmen gehackt worden. Beweisfilme würden an alle Kontakte versendet, wenn nicht eine gewisse Geldsumme bezahlt würde.

In einer solchen Situation sollte die Forderung der Erpresser unbedingt ignoriert werden. Sollte das Passwort zutreffen, gilt es dieses schnellstmöglich auf allen Internetplattformen, für die es benutzt wurde, zu ändern. Die augenscheinlich von der eigenen Adresse verschickte E-Mail kann getrost gelöscht werden.

www.nomoreransom.org