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Ernstfallübung bei Luxtram : Eingeklemmt unter der Tram
 Großeinsatz in Höhe der "Coque": Die Feuerwehr und "Luxtram" probten den Notfall.

Ernstfallübung bei Luxtram : Eingeklemmt unter der Tram

Foto: Steve EASTWOOD
Großeinsatz in Höhe der "Coque": Die Feuerwehr und "Luxtram" probten den Notfall.
Lokales 8 2 Min. 15.11.2017

Ernstfallübung bei Luxtram : Eingeklemmt unter der Tram

Nadine SCHARTZ
Nadine SCHARTZ
Noch ist die Tram nicht offiziell in Betrieb und doch pendelt sie zwischen der Luxexpo und der „Rout Bréck“. Am Mittwochnachmittag gab es einen Rettungseinsatz nach einem Unfall - wenn auch nur einen simulierten.

(nas) -  Erst am 10. Dezember wird die Tram offiziell in Betrieb genommen und die ersten Passagiere transportieren. Doch schon jetzt dreht die Tram regelmäßig ihre Runden zwischen der Luxexpo und dem  Pont Grande-Duchesse Charlotte  ihre Runden.

Mit dieser Aktion wird der normale Fahrbetrieb simuliert. Aber nicht nur. Denn auch Fußgänger, Auto- und Radfahrer müssen sich langsam an das neue Fortbewegungsmittel in der Hauptstadt gewöhnen. Nicht umsonst wird mit bunten Schildern darauf aufmerksam gemacht, dass die Tram schon fährt.

Und doch kann es schnell zu einem Unglück kommen – wie es am Mittwochnachmittag bei einem simulierten Unfall geschehen ist: Die Tram ist auf dem Weg in Richtung „Rout Bréck“, als plötzlich in Höhe der „Coque“ ein dumpfes Geräusch zu hören ist.  Sofort bremst der Tramfahrer, öffnet die Tür und wird sich des Ausmaßes des Unglücks bewusst: Ein Fußgänger ist von der Tram erfasst und unter dem Fahrzeug eingeklemmt worden.

Rettung binnen 25 Minuten

Schnelles Handeln ist erforderlich. Der Fahrer spricht die verletzte Person an und alarmiert umgehend die Luxtram-Zentrale, um den Vorfall zu melden. Von dort werden einerseits die Rettungskräfte alarmiert und andererseits ein Techniker an die Unfallstelle geschickt, der die Koordination zwischen Luxtram und den Einsatzkräften übernehmen soll.

In der Zwischenzeit bleibt der Tramfahrer bei dem Verletzten, gibt immer wieder Informationen an die Zentrale weiter. Als die Berufsfeuerwehr vor der „Coque“ eintrifft, geht es Schlag auf Schlag. Um die Sicherheit aller Personen vor Ort zu gewährleisten, wird der Strom im Bereich der Unfallstelle abgeschaltet. Anschließend  werden die Stromleitungen anschließend geerdet – eine Aufgabe, welche die Feuerwehr übernimmt.

Während ein Feuerwehrmann den Verletzten versorgt, sind vier weitere Einsatzkräfte damit beschäftigt, das Fahrzeug per Hebekissen Zentimeter für Zentimeter in die Höhe zu hieven. Immer wieder sprechen sie miteinander, klären jedes einzelnen Schritt ab. Dann der erlösende Moment: Die verletzte Person kann aus ihrer misslichen Lage befreit und für den Transport ins Krankenhaus vorbereitet werden. Insgesamt hat diese Rettungsaktion etwa 25 Minuten gedauert.

Proben unter reellen Bedingungen

„Wir sind durchaus zufrieden über den Ablauf dieser Ernstfallübung. Die einzelnen Abläufe haben perfekt geklappt und das Timing hat gestimmt“, erklärt Tom Barnig, Präventionsoffizier bei der Berufsfeuerwehr, im Anschluss. Gleichzeitig hebt er die für die Feuerwehr wichtige Zusammenarbeit mit der Luxtram hervor: „Wir brauchen vor Ort einen Koordinator, der sich genau mit der Tram auskennt und gleichzeitig die Verbindung zwischen uns und der Zentrale herstellt.“ Denn nur so könne man auch ein schnelles und effektives Handeln überhaupt gewährleisten.

Diese Aktion war jedoch nur ein Teil eines Gesamtkonzeptes: „Wir haben uns in den vergangenen Wochen intensiv mit unterschiedlichen Unfallszenarien sowie der Betriebsart der Tram auseinandergesetzt“, so Barnig. Wurden bis dato jedoch lediglich Trockenübungen im „Tramsschapp“ durchgeführt, ist eben am Mittwoch der Ernstfall unter reellen Bedingungen geprobt worden.

Unfälle, wie etwa ein Zusammenstoß zwischen der Tram und einem Auto, werden indes nicht simuliert, handelt es sich doch dabei um einen eher „gewöhnlichen“ Unfall zwischen Verkehrsteilnehmern. Am Einsatzort macht es keinen Unterschied, ob ein Auto gegen einen Bus oder eben die Tram gefahren ist, heißt es.


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