Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Erfolg der Polizei: Urheber der Bombendrohungen ermittelt
Bilder nach der Evakuierung des Einkauszentrums in Kirchberg.

Erfolg der Polizei: Urheber der Bombendrohungen ermittelt

Foto: Gerry Huberty
Bilder nach der Evakuierung des Einkauszentrums in Kirchberg.
Lokales 10.05.2017

Erfolg der Polizei: Urheber der Bombendrohungen ermittelt

Michel THIEL
Michel THIEL
Die Polizei hat den Urheber der falschen Bombendrohungen in den vergangenen Wochen ermittelt. Es handelt sich offenbar um einen Gefängnisinsassen, der in Nancy inhaftiert ist.

(mth) - Der Urheber der rezenten Bombendrohungen gegen mehrere Einkaufszentren in Luxemburg sowie den Bahnhof ist offenbar identifiziert worden, wie die Staatsanwaltschaft Luxemburg am Mittwoch mitteilte. Es handelt sich um einen 56-jährigen luxemburgischen Staatsbürger, der zurzeit in Nancy-Maxéville (F) im Gefängnis sitzt.

Die Ermittlungen ergaben, dass sämtliche Anrufe von einem Mobiltelefon im Gefängnis ausgingen, das dem Mann zugeordnet werden konnte. Der Täter sitzt eine Haftstrafe in Frankreich ab und sollte 2019 entlassen werden. Die Information des „Luxemburger Wort“, dass die Anrufe aus Deutschland getätigt wurden, erwies sich also als falsch.

Motiv bleibt unklar

Die Staatsanwaltschaft hat einen Auslieferungsantrag gestellt, um den Verdächtigen zu befragen. Was sein Motiv gewesen sein könnte, sei nicht bekannt. Zwischen dem 23. März und dem 30. April waren insgesamt fünf Drohanrufe eingegangen, die vor Bomben bzw. Gift warnten.

Am 23. März hatten das Einkaufszentrum Auchan sowie das benachbarte Kino in Kirchberg nach einer Bombendrohung evakuiert werden müssen. Am 8. April war, wie jetzt bekannt wurde, mit einem Giftanschlag auf die City Concorde in Bartringen gedroht worden.

Am 20. April war wiederum eine Bombendrohung im Globus-Baumarkt in Bettemburg eingegangen, ehe der Anrufer am 27. April wieder die City Concorde ins Visier genommen hatte und dadurch die geplante Grundsteinlegung für die Erweiterung des Einkaufszentrums hatte platzen lassen. Am 30. April schließlich hatte der Anrufer, wie die Staatsanwaltschaft nun mitteilte, mit einer Bombe am Hauptbahnhof Luxemburg gedroht.

Der finanzielle Schaden, für den der Urheber im Fall einer Verurteilung aufkommen muss, dürfte sich auf mehrere hunderttausend Euro belaufen. Das Verbreiten falscher Drohungen wird in Luxemburg zudem mit Haftstrafen von bis zu fünf Jahren und Geldbußen bis zu 3.000 Euro bestraft.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Vor einem Jahr: Ausnahmezustand in Kirchberg
Am Abend des 23. März 2017 herrscht entlang der hauptstädtischen Avenue Kennedy helle Aufregung. Nach einer Bombendrohung werden das Auchan-Einkaufszentrum sowie das Kino evakuiert.
Bombenalarm im Einkaufscenter Auchan.Kirchberg. Foto:Gerry Huberty