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Erdrutsch in Esch: Erdmassen offenbar stabilisiert
Lokales 18 2 Min. 14.03.2014

Erdrutsch in Esch: Erdmassen offenbar stabilisiert

Ein Erdrutsch hatte am Freitagmorgen in und um Esch/Alzette für Chaos gesorgt. Die Erdmassen sind offenbar noch immer in Bewegung. Viele Schaulustige schauen sich den Erdrutsch vor Ort an - und begeben sie sich damit in Gefahr.

(TJ/hip) - Ein Erdrutsch auf der Monnericher Bauschuttdeponie hatte am Freitagmorgen in und um Esch/Alzette für Chaos gesorgt. Die Erdmassen waren auch am Nachmittag immer noch in Bewegung. Es besteht akute Lebensgefahr. "Schaulustige sollen Abstand zum Gelände halten", warnen die Verantwortlichen der Gemeinde Esch/Alzette.

Die wichtige Verbindungsachse A4 (Escher Autobahn) musste in der Nacht zum Freitag aus Sicherheitsgründen bis in die Morgenstunden gesperrt werden, da ein

Hochspannungsmast auf die Fahrbahn zu kippen

drohte. Ab 8 Uhr wurde die Autobahn wieder für den Verkehr freigegeben. Statiker hatten den Mast unter die Lupe genommen und Entwarnung gegeben. Dennoch hatte die Sperrung für einen massive Probleme gesorgt. Der Rückstau auf der A13 (Petingen-Esch/Alzette) war zeitweise bis zu

neun Kilometer

lang.

Aus bislang noch ungeklärter Ursache hatten sich in den Abendstunden des Donnerstags Teile einer Schlackendeponie in Bewegung  gesetzt. Kurz vor 21.30 Uhr hatte ein Autofahrer massive Straßenschäden in der Rue de Mondercange gemeldet. Die ersten Hilfskräfte stellten vor Ort fest, dass der Straßenbelag aufgebrochen war. Bäume, die sich an einer Seite an einem Abhang befanden, waren abgebrochen und umgefallen. Teile des Abhanges einer Schlackendeponie hatten sich in Bewegung gesetzt und waren einige Meter gerutscht. 

Bedenken gab es auch bei der Stabilität eines Hochspannungsmasts, der sich im Abhang an der Autobahn A4 befindet. Man entschied sich, vorsorglich das Autobahnteilstück zwischen der Ausfahrt Esch Zentrum/Schifflingen und der Auffahrt auf die A13 in beiden Richtungen zu sperren.

Wie steht es um die unterirdischen Leitungen?

Die kommunalen Dienste sowie das Gaswerk sperrten vorsorglich die unter der Straße verlaufenden Leitungen ab, Post, Strassenbauverwaltung, Elektrizitätswerk, das Escher Wasserwerk und des Escher Kanalamt prüften ebenfalls ihre Infrastrukturen. Nach Angaben einer Wort-Leserin befinden sich ganz in der Nähe, genauer unter dem Friedhof Lallingen, zahlreiche Quellen. Man würde nun in den Spalten die Wasserläufe erkennen.

Es gab keine Verletzten. Ein im abgesperrten Straßenbereich stationierter Lastwagen wurde durch den Erdrutsch leicht in Mitleidenschaft gezogen. Die Unfallstelle blieb die ganze Nacht über gesichert.

Vertreter der SOTEL behielten besonders den Strommast im Auge. Da dessen Stabilität nicht gewährleistet werden kann, war höchste Alarmbereitschaft angesagt. Wär der Mast gekippt, hätte er auf die Autobahn fallen können. 

Welche Auswirkungen hatte der Zwischenfall?

Die Lage hatte sich bis in die Nachmittagsstunden nicht stabilisiert. Eine Glasfaserleitung eines Kabelfernsehanbieters wurde ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen, wodurch es in Monnerich, Foetz, Bergem und Steinbrücken zu Störungen gekommen war. Nach Informationen von der Gemeindeverwaltung Esch/Alzette wurde die Gasleitung, die zum „Centre d'éducation differenciée“ (EDIFF) führt beschädigt. Es war aber kein Gas ausgetreten. Die kommunalen Dienste sowie die Mitarbeiter des Gaswerks sperrten vorsorglich die Leitung ab. Auch Wasser, Elektrizität und Post-Anschlüsse wurden gekappt.

Wegen des Erdrutsches findet seit Freitag kein Unterricht in der „EDIFF-Schule“ in Esch/Alzette statt. Die Klassen werden am kommenden Montag in die leerstehenden Räume der Grundschule in Esch-Lallingen verlegt.