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Epidemie: Grippevirus macht sich in Luxemburg breit
Lokales 3 Min. 25.02.2015

Epidemie: Grippevirus macht sich in Luxemburg breit

Lokales 3 Min. 25.02.2015

Epidemie: Grippevirus macht sich in Luxemburg breit

Seit Wochen grassiert die Grippe. Seit Jahresbeginn wurden etwa doppelt so viele Fälle registriert wie in der gesamten vergangenen Saison. Der Höhepunkt könnte aber bald erreicht sein.
Die Zahl der Grippefälle steigt seit Mitte Januar an. Bis April sollte die Welle aber abebben.
Die Zahl der Grippefälle steigt seit Mitte Januar an. Bis April sollte die Welle aber abebben.
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(ks) - In manchen deutschen Städten werden die einsatzfähigen Busfahrer knapp, Frankreichs Krankenhäuser ächzen unter einer derart hohen Anzahl von Grippepatienten, dass Operationen verschoben werden müssen. Und auch in Luxemburg breitet sich das Virus weiter aus.

Seit Mitte Januar verzeichnet das nationale Gesundheitslabor einen Anstieg an Grippefällen. Wie viele Personen in Luxemburg seitdem erkrankt sind, ist unklar. Nicht jeder einzelne Fall wird registriert. Im Auftrag des Labors geben allerdings etwa ein Dutzend Allgemein- und Kinderärzte aus dem Land darüber Auskunft, wie viele Patienten an einem definierten Tag in der Woche über grippeähnliche Beschwerden klagten. Ein Abstrich im Labor gibt letzte Klarheit darüber, ob sie an einer schweren Erkältung leiden oder tatsächlich an dem Grippevirus erkrankt sind. Somit lässt sich für die Gesundheitsbehörden zumindest eine Tendenz nachvollziehen.

Aus der folgenden Grafik wird ersichtlich, dass beispielsweise in der dritten Woche dieses Jahres bei den beteiligten Ärzten an einem Tag - dem 12. Januar - 13 Patienten vorstellig wurden, die das Grippevirus erwischt hatten. Einen Monat später, in Woche sieben, waren es bereits 68 Erkrankte.

"Die Grippe-Epidemie ist in unserem Land gewöhnlich relativ kurz: im Durchschnitt dauert sie zehn Wochen. In diesem Jahr hat sie in der dritten Woche des Jahres begonnen. Es ist also wahrscheinlich, dass sie im April beendet ist", heißt es von Seiten des Gesundheitsministeriums. "Es scheint, als wären wir nahe am Höhepunkt für diese Saison angelangt", meint Françoise Berthet, Abteilungsleiterin in der Direction de la Santé. "Allerdings müssen wir vorsichtig sein, bevor wir einen Rückgang vermelden, da eine zweite Grippewelle noch immer möglich ist."

Im vergangenen Jahr brach die Grippewelle in etwa zum gleichen Zeitpunkt aus, verlief allerdings sehr viel schwacher, wie die obige Grafik zeigt. In der Grippesaison 2014 verzeichneten die Behörden insgesamt 125 Fälle. Diese Zahl hat sich bis heute mehr als verdoppelt.

Grippe-Impfung wirkt nicht optimal

Hinzu kommt, dass die Grippe-Impfung in diesem Jahr nicht optimal funktioniert. Sie enthielt Wirkstoffe gegen die drei derzeit im Umlauf befindlichen Grippetypen. Einer von ihnen hat sich nun aber derart verändert, dass die Impfung nicht ausreichend wirkt, wenn eine Person sich damit infiziert. Von einer vorbeugenden Spritze zum derzeitigen Zeitpunkt rät Françoise Berthet ab: "Da die Epidemie vor fünf Wochen begonnen hat und es zwei Wochen dauert, bis die Impfung schützt, macht sie nicht mehr viel Sinn, außer in sehr spezifischen Fällen."

Doch gibt es eine Reihe von vorbeugenden Maßnahmen, um einer Erkrankung in den kommenden Wochen noch zu entgehen. Nahen oder längeren Kontakt mit Grippe-Patienten sollte man möglichst meiden. Häufigeres Händewaschen ist ebenfalls nützlich. Auch wer erkrankt ist, kann Rücksicht nehmen, indem er die Grippe zuhause auskuriert.

Mehr zum Thema:

- Lesen Sie ein Interview mit Françoise Berthet auf unserer französischsprachigen Seite. Darin erklärt die Ärztin unter anderem den Unterschied zwischen einer Grippe und einer Erkältung und sagt, wann der Gang zum Mediziner unausweichlich wird.

- Tipps zum Grippeschutz: Abstand halten und Schal vors Gesicht


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