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Entweihung der Kirche von Lasauvage bestätigt
Stadt und Bistum konnten sich nicht auf einen Kompromiss betreffend die Kirche von Lasauvage einigen.

Entweihung der Kirche von Lasauvage bestätigt

Foto: Jim Wanderscheid
Stadt und Bistum konnten sich nicht auf einen Kompromiss betreffend die Kirche von Lasauvage einigen.
Lokales 2 Min. 21.11.2018

Entweihung der Kirche von Lasauvage bestätigt

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Die Stadt Differdingen bleibt bei ihrer Meinung. Auch in zweiter Abstimmung wurde entschieden, die Kirche von Lasauvage entweihen zu lassen.

Die Kirche in Lasauvage soll entweiht werden. Die Entscheidung, die der Differdinger Gemeinderat bereits einstimmig im Juli genommen hatte, wurde am Mittwoch, wenn auch dieses Mal ohne die Stimmen der DP, bestätigt.

Zwischen beiden Abstimmungen hatte Erzbischof Jean-Claude Hollerich der Gemeinde ein negatives Gutachten zum Vorhaben zukommen lassen. Es sei „eine heikle Angelegenheit“, sagte Schöffe Robert Mangen (CSV).

Der Erzbischof basiere sich auf ein Testament der Société des Hauts Fourneaux de Longwy et de Lasauvage, das 1923 der Gemeinde die Kirche übergeben hatte. Darin steht, dass die Kirche exklusiv zum Ausüben des katholischen Kultus genutzt werden dürfe.

Der Kompromissvorschlag

Wie Robert Mangen weiter erklärte, habe er und Bürgermeister Roberto Traversini (Déi Gréng) sich mit dem Erzbischof getroffen, um einen Kompromiss zu finden. Dabei sei daran erinnert worden, dass der lokale Kirchenrat diese Kirche nicht behalten wollte. „Rechtlich gesehen kann der Gemeinderat entscheiden, die Kirche zu entweihen“, so Mangen, „Wir wollten aber eine salomonische Entscheidung“.

Um die Kirche erhalten zu können, muss sie renoviert werden. Zwei Millionen Euro will die Stadt Differdingen dafür bereit stellen.
Um die Kirche erhalten zu können, muss sie renoviert werden. Zwei Millionen Euro will die Stadt Differdingen dafür bereit stellen.
Foto: Caroline Martin

Die Stadt habe vorgeschlagen, dass die Kirche in ihrem Besitz bleiben würde und auch die sich aufdrängenden Renovierungsarbeiten durchführen würde. Zwei Millionen seien bereits im nächsten Haushalt vorgesehen, so Mangen.


Kirche Lasauvage - Robert Mangen, Tom Ulveling, photo : Caroline Martin©
Entweihung und Renovierung
Vor 124 Jahren wurde die Kirche von Lasauvage errichtet. Nun blickt sie einer neuen Bestimmung entgegen. Die soll aber würdevoll sein, so die zuständigen Politiker.

Dafür will die Stadt der Würde des Gebäudes entsprechende Aktivitäten in der entweihten Kirche organisieren können. Daneben hätte die Kirche das Gebäude weiterhin für Gottesdienste oder andere kirchliche Feierlichkeiten nutzen können.

Erzbischof Jean-Claude Hollerich habe aber auf dem sakralen Charakter des Gebäudes bestanden. Dementsprechend hätte die Stadt jedes Mal den Kirchenrat oder den Pfarrer um Erlaubnis fragen müssen, um eine Aktivität in der Kirche abzuhalten.

Das wollte wiederum die Stadt nicht. „Wir sind die Eigentümer, wir haben das Recht zu entscheiden, was dort geschieht“, so Mangen. Er betonte, den Einsatz und die Meinung der Kirchenvertreter zu respektieren. Ihm wäre aber lieber gewesen, der Kompromiss wäre angenommen worden, dann hätten sowohl Messen wie auch weltliche Aktivitäten in der Kirche stattfinden können.

„Verstand vor Herz walten lassen“

Rat Jerry Hartung (CSV) betonte, dass die Renovierung sich aufdränge. Keiner wolle, dass die Kirche das Schicksal der ehemaligen Differdinger Kirche teile. Man solle: „Verstand vor Herz walten lassen“. Die Stadt möchte, dass dort weiterhin Messen und kirchliche Feierlichkeiten stattfinden können. Dies sei aber der Fall für nur zehn Tage im Jahr. Hier gehe es auch um die anderen 340 Tage im Jahr, so Hartung. Dem stimmte, mit unterschiedlichen Nuancen, fast der gesamte Gemeinderat zu.

François Meisch (DP) bedauerte, dass durch diese Entscheidung wohl keine kirchlichen Feiern mehr in der Kirche von Lasauvage stattfinden werden. Er regte an, noch einmal den Dialog mit dem Pfarrrat zu suchen. So Enthielt sich die DP bei der Abstimmung.

Roberto Traversini erklärte, dass man bis zum Schluss versucht habe, eine Einigung zu finden. „Es kann nicht sein, dass der Gebäudeeigner die Kirche oder jemand anderen fragen muss, um etwas darin zu machen“. Religion könne sich nicht über einen demokratisch gewählten Gemeinderat setzen, argumentierter er.

Wie am Rande der Sitzung zu erfahren war, wird diese Entscheidung, die Kirche zu entweihen, nun dem Bistum mitgeteilt. Der Kommune bleibe nun rechtlich gesehen nichts anderes übrig, als die Kirche zu entweihen, hieß es.


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