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Entscheidung des Jugendrichters: 27 Kinder und Jugendliche in Psychiatrie eingewiesen
Ist die psychische oder mentale Gesundheit eines Kindes beeinträchtigt, muss der Jugendrichter manchmal schnell handeln. So kann dieser entscheiden, ein Kind vorübergehend in der Psychiatrie zu platzieren, ohne davor eine ärztliche Untersuchung anzuordnen.

Entscheidung des Jugendrichters: 27 Kinder und Jugendliche in Psychiatrie eingewiesen

Foto: Guy Jallay
Ist die psychische oder mentale Gesundheit eines Kindes beeinträchtigt, muss der Jugendrichter manchmal schnell handeln. So kann dieser entscheiden, ein Kind vorübergehend in der Psychiatrie zu platzieren, ohne davor eine ärztliche Untersuchung anzuordnen.
Lokales 28.12.2016

Entscheidung des Jugendrichters: 27 Kinder und Jugendliche in Psychiatrie eingewiesen

Laurence BERVARD
Laurence BERVARD
Jedes Jahr müssen Jugendrichter zwischen 300 und 350 Kinder und Jugendliche vorübergehend oder dauerhaft außerhalb ihrer Familie platzieren. 2016 mussten 27 von ihnen in die Psychiatrie. Die Kosten sind dabei erheblich.

(lb) - Jedes Jahr müssen Jugendrichter zwischen 300 und 350 Kinder und Jugendliche vorübergehend oder dauerhaft außerhalb ihrer Familie platzieren. Dies Maßnahme ist erforderlich, falls ihr Wohlbefinden in der Familie nicht gewährleistet ist, sie selbst gewalttätig sind, oder sie eine Gefahr für sich oder andere darstellen.

Von diesen 300 bis 350 Kindern, werden die meisten in Heimen untergebracht oder einer Pflegefamilie zugewiesen. Einige von ihnen brauchen aber auch eine psychiatrische Betreuung. 27 von ihnen wurden deshalb 2016 in eine Kinder- und Jugendpsychiatrie eingewiesen. Das teilten der Justizminister Felix Braz (Déi Gréng) und der Minister für Bildung und Kindheit, Claude Meisch (DP), mit.

Autismus und Borderline

In einer Antwort auf die parlamentarische Frage des ADR-Abgeordneten Fernand Kartheiser erklärten die zuständigen Minister, dass dieses Jahr 21 Kinder im „Service national de psychiatrie juvénile“ (SNPJ) der Gruppe „Hôpitaux Robert Schuman“ platziert wurden. In der „Unité Adolescents du Centre Hospitalier neuropsychiatrique“ (CHNP) wurden auf Urteil des Richters fünf Jugendliche aufgenommen. In der Kinder- und Jugendpsychiatrie im „Centre hospitalier de Luxembourg“ (CHL) war es ein Kind.

Die genannten Zahlen umfassen lediglich die Platzierungen in Luxemburg. Im Ausland werden in seltenen Fällen Kinder mit psychiatrischen Krankheiten in Betreuungsanstalten aufgenommen. Dies sei vor allem der Fall bei schweren Entwicklungsstörungen wie Autismus oder Persönlichkeitsstörungen wie Borderline, so die Minister.

Ins Ausland würden die Minderjährigen vor allem geschickt, wenn die benötigten spezifischen Strukturen hierzulande nicht ausreichend sind oder ein geografischer Abstand von seiner gewohnten Umgebung für den Minderjährigen und sein Wohlbefinden fördernd ist.

4,9 Millionen Euro insgesamt

Ist die psychische oder mentale Gesundheit eines Kindes beeinträchtigt, muss der Jugendrichter manchmal schnell handeln. So kann dieser entscheiden, ein Kind vorübergehend in der Psychiatrie zu platzieren, ohne davor eine ärztliche Untersuchung anzuordnen.

Die Kosten für psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung belaufen sich im CHNP auf 13 914 Euro pro Kind pro Monat. Hinzu kommen medizinische Betreuung, Krankengymnastik und Ergotherapie, so dass 15 921 Euro anfallen.

Insgesamt beliefen sich 2016 die Betreuungskosten für den Staat in Heimen, Pflegefamilien und Psychiatrien auf 4,9 Millionen Euro.


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