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Entrümpeln – meine Sommeraktivität: Wegweiser zum 17. Sonntag im Jahreskreis
Lokales 29.07.2017 Aus unserem online-Archiv

Entrümpeln – meine Sommeraktivität: Wegweiser zum 17. Sonntag im Jahreskreis

Ich verzichte auf Vordenken, Querdenken, … was auch immer.

Entrümpeln – meine Sommeraktivität: Wegweiser zum 17. Sonntag im Jahreskreis

Ich verzichte auf Vordenken, Querdenken, … was auch immer.
Foto: Guy Jallay
Lokales 29.07.2017 Aus unserem online-Archiv

Entrümpeln – meine Sommeraktivität: Wegweiser zum 17. Sonntag im Jahreskreis

Anne CHEVALIER
Anne CHEVALIER
Einmal im Jahr packt es mich. Meist im Sommer. Dann beginne ich aufzuräumen, zu sortieren und zu entrümpeln, erklärt Daniela Steil.

Einmal im Jahr packt es mich. Meist im Sommer. Dann beginne ich aufzuräumen, zu sortieren und zu entrümpeln. Ich starte im Büro. Papierstapel werden geordnet, neu beschriftet und methodisch gegliedert. Mit Computerdateien und dem Mailserver verfahre ich ebenso.

Wieso auch immer, plötzlich kann ich Überflüssiges wegwerfen, Unaufgeräumtes sortieren. Wichtige Unterlagen verbleiben in Aktenordnern, die Dateien sind planmäßig strukturiert und ich finde alles schneller.

Zuhause gehe ich genauso vor. Alles, was ich im vergangenen Jahr nicht benutzt habe, kommt in den Keller und der Vorjahresstapel aus dem Keller kommt in den Müll. Während ich konkret mit den Händen aufräume, schaffe ich zugleich Ordnung in meinen Gedanken, leere meinen inneren Abfalleimer und werde dadurch ruhiger und klarer.

Ich verzichte auf Vordenken, Querdenken, … was auch immer. Genieße es stattdessen, dass es stiller wird in mir.

Dergestalt vorbereitet kann ich im anschließenden Urlaub ganz offen sein für Vertrautes aber auch für Neues. Meine Erfahrung ist: Wenn ich zur Ruhe komme, sehe ich die Welt und das Leben mit anderen Augen.

Ich bin aufmerksamer und wacher für Dinge, die ich sonst übersehe, kann besser zuhören, gedanklich mehr in die Tiefe gehen und auch Gott anders Raum geben in mir. Auf sein Wort, auf seine leise Stimme achten. Ähnlich der Erfahrung, die Elija am Berg Horeb gemacht hat.

Denn im Schweigen, in der Stille, wenn ich alles loslasse und mir keine Gedanken mehr mache, da zeigt sich Gott. Ich spüre ihn ganz nah. Gleichzeitig werde ich frei von allem Zwang, sehe keine Notwendigkeit mich zu beweisen, zu rechtfertigen oder zu erklären.

Und das ist Mut machend, zugleich aber auch unwahrscheinlich entlastend und befreiend.


Daniela Steil, Pastoralreferentin für Kinder- und Jugendpastoral, Grevenmacher

- Alle "Wegweiser"-Texte finden Sie in unserem Dossier.