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"Entrée en ville": Differdingen bekommt seinen Turm
So soll das Hochhaus am Differdinger Stadteingang um 2021 aussehen.

"Entrée en ville": Differdingen bekommt seinen Turm

Grafik: BPI
So soll das Hochhaus am Differdinger Stadteingang um 2021 aussehen.
Lokales 4 3 Min. 19.07.2017

"Entrée en ville": Differdingen bekommt seinen Turm

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Etwa 60 Meter hoch soll das Hochhaus am Differdinger Stadteingang werden. Läuft alles nach Plan könnte es 2021 seine Türen öffnen.

(na) - Differdingen ist eine Stadt im Wandel und möchte dies der Welt auch kundtun. Um dies eindrucksvoll zu unterstreichen, soll am Standort des früheren administrativen Arbed-
Gebäudes, auch noch „Hadir-Turm“ genannt, ein Hochhaus gebaut 
werden.

„Nicht nur ein wenig stolz“, sagte sich Schöffe Erny Muller (LSAP), als er am Mittwoch dem Gemeinderat das Hochhausprojekt am Standort des ehemaligen Hadir-Turms vorstellte.

So soll das Gebäudeensemble für Fußgänger aus Richtung des "Parc de la Chiers" kommend aussehen.
So soll das Gebäudeensemble für Fußgänger aus Richtung des "Parc de la Chiers" kommend aussehen.
Grafik PBI

Dieses besteht aus einem Doppelwohnturm, dessen Hauptturm über 60 Meter hoch sein wird. 54 Wohnungen sind hier vorgesehen. Im kleineren Turm daneben sind 26 Seniorenwohnungen geplant, in denen betreutes Wohnen angeboten wird.

Ein zweites Gebäude, zur Rue Emile Mark hin, wird fünf Stockwerke zählen und Büroflächen anbieten. Im dritten Gebäude, das aus zwei Flügeln besteht und sechs Etagen hoch sein wird, wird ein sogenanntes Aparthotel entstehen. Im Untergeschoss sollen über 200 Parkplätze entstehen.

Im Einklang mit dem Einkaufszentrum

Im Sockel des Gebäudes sind Geschäftsflächen geplant. „Das werden größere Flächen als im 
benachbarten Einkaufszentrum“, erklärte Arnaud Regout, „administrateur délégué“ bei BPI. So dass beide nicht in Konkurrenz miteinander stünden.

„Hier kann sich ein Geschäft, wie zum Beispiel ein Elektrofachgeschäft oder ein Sportgeschäft, niederlassen, das sich normalerweise nicht in einer solchen Galerie befindet und heutzutage eher auf der grünen Wiese außerhalb der Stadtzentren zu finden ist“, hieß es weiter.

Ganz oben sind mehrstöckige Wohnungen vorgesehen.
Ganz oben sind mehrstöckige Wohnungen vorgesehen.
Grafik: BPI

Verbindung zum Stadtzentrum

So besteht für Muller „die zentrale Frage“ darin, den neuen Stadteingang mit dem historischen Stadtzentrum zu verbinden. Glaubt man den Initiatoren des Projekts, so werde das Stadtzentrum automatisch vom Turm profitieren.

3700 Euro pro Quadratmeter

Dies dank dem zusätzlichen Durchgang, der entstehen wird. Bürgermeister Roberto Traversini („Déi Gréng“) erklärte seinerseits, dass die Stadt bereit war, das Gelände zwei Millionen billiger zu verkaufen als anfangs gedacht, dies für einen Preis von acht Millionen Euro.

Das Hochhaus ist gegenüber der Villa Hadir geplant.
Das Hochhaus ist gegenüber der Villa Hadir geplant.
Grafik: BPI

Im Gegenzug sollen die Wohnungspreise um die 3 700 Euro pro Quadratmeter liegen, was deutlich unter dem Durchschnittspreis in Differdingen liege. Außerdem sollen vor allem größere Wohnungen entstehen, die für Familien bestimmt sind. Weiter sei auch ein Mechanismus vorgesehen, um zu verhindern, dass Investoren Wohnungen im Dutzend aufkaufen könnten und so die Preise in die Höhe treiben, so Traversini noch.

Baubeginn 2019

Läuft alles nach Plan, könnten die Bauarbeiten Mitte 2019 in Angriff genommen werden. Bei BPI wird sich erhofft, den Gebäudekomplex 2021 eröffnen zu können. Während das Projekt von den Mehrheitsparteien und der DP-Opposition viel gelobt wurde, stimmte Aly Ruckert (KPL) dagegen und sprach von „Größenwahn“.

Gary Diederich ("Déi Lénk") enthielt sich. Aber auch das konnte Erny Mullers gute Laune nicht vermiesen. „Wenn es nur nach mir ginge, dann könnten wir bereits morgen mit dem Bau anfangen“.

Vier Projekte in der Endauswahl

Anders als beim Hochhausprojekt in Esch/Alzette, das schließlich verworfen wurde, ging die Initiative in Differdingen nicht von einem Bauherrn, sondern von der Gemeinde aus. Die Stadt hatte aber keinen traditionellen Architekturwettbewerb organisiert, sondern auf einen Investorenwettbewerb gesetzt.

So spielte der Preis, den der Investor für den Kauf des stadteigenen Geländes geben würde wohl eine Rolle, war aber nur für 25 Prozent der Punkte ausschlaggebend. 15 Prozent der Punkte wurden für die städtebauliche Qualität vergeben.

Die beiden wichtigsten Kriterien waren die architektonische Qualität und das Nutzungsprogramm (jeweils 30 Prozent der Punkte). Hilfe holte sich die Stadt bei Ernst&Young. Neben dem Gewinner BPI (1) hatten es auch die Gesellschaften Ikogest (2), Tralux (3) und Tracol (4) in die Endauswahl geschafft. Grafiken und Modelle der Projekte sind noch vierzehn Tage lang im Ausstellungsraum des Aalt Stadhaus zu sehen.


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