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Entlastung für das Nadelöhr Hauptbahnhof
Lokales 5 4 Min. 29.03.2021 Aus unserem online-Archiv

Entlastung für das Nadelöhr Hauptbahnhof

Die Gare centrale erhält zurzeit zwei neue Quais. Von den insgesamt vier zusätzlichen Bahnsteiggleisen ist eines bereits seit Ende 2019 in Betrieb.

Entlastung für das Nadelöhr Hauptbahnhof

Die Gare centrale erhält zurzeit zwei neue Quais. Von den insgesamt vier zusätzlichen Bahnsteiggleisen ist eines bereits seit Ende 2019 in Betrieb.
Foto: Anouk Antony
Lokales 5 4 Min. 29.03.2021 Aus unserem online-Archiv

Entlastung für das Nadelöhr Hauptbahnhof

Diane LECORSAIS
Diane LECORSAIS
Ende des Jahres gehen zwei zusätzliche Quais in Betrieb. Dies dürfte eine enorme Verbesserung bringen. Zuvor kommt es aber zu Sperrungen.

Alle Wege führen zum Hauptbahnhof - und genau das ist hierzulande beim Zugverkehr seit Jahren ein Problem. Da das Eisenbahnnetz sternförmig aufgebaut ist und alle Linien zur Gare centrale müssen, kommt es dort zunehmend zu Engpässen; ein Ausbau des Bahnhofs wurde unumgänglich. Seit 2018 wird zur Seite der Rocade hin an zwei neuen Quais gebaut. Eine aufwendige Großbaustelle, die sich nun aber allmählich dem Ende zuneigt: Quai 5 und Quai 6 werden wie geplant zum Jahresende fertiggestellt, wie die CFL am Montag mitteilte.

Ein Gleis schon in Betrieb

Rückblick: Vor rund vier Jahren waren auf Bonneweger Seite zunächst die einstigen CFL-Ateliers abgerissen worden. Dadurch entstand zusätzlicher Platz für die beiden neuen Quais Nummer 5 und 6. Beide Quais werden jeweils über zwei Bahnsteiggleise verfügen. Eines von ihnen - Gleis 11 - wurde bereits zum Winterfahrplanwechsel Ende 2019 in Betrieb genommen. Ab Ende dieses Jahres sollen nun auch die Gleise 12, 13 und 14 operativ sein.


Der Abriss des rund 160 Jahre alten Bahnhofgebäudes ist in den Augen der Planer unausweichlich, dürfte bei manchem Beobachter aber mit Wehmut oder gar Wut im Bauch beobachtet werden.
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So viel zu den guten Nachrichten. Die schlechte ist, dass diese umfangreichen Arbeiten zwangsweise mit einer Reihe von Sperrungen einhergehen. „Der Hauptbahnhof ist das Herzstück des Eisenbahnnetzes. Dieser Ausbau findet sozusagen am offenen Herzen statt und bei fortlaufendem Bahnverkehr. Das ist eine riesige Herausforderung“, so CFL-Direktor Marc Wengler. Der Ausbau beschränke sich nämlich keineswegs nur auf den Bau von zwei zusätzlichen Quais. Vielmehr arbeite man an einem völlig neuen Konzept, das Netz wird komplett reorganisiert und entflechtet. 

„Mir schaffe fir Är Mobilitéit vu muer“  

Der sogenannte Nordkap, also die Gleisanbindungen Richtung Norden, wird in diesem Sommer, zwischen Juli und September, komplett außer Betrieb genommen, damit die Weichenpläne neu organisiert werden, wie Projektleiter Florent Puraye erklärt. Im Sommer kommenden Jahres ist dann der Südkap an der Reihe. „Danach wird jede Linie ihren eigenen Quai haben.“ Zudem wird ein durchgehender Korridor geschaffen, um die Linien 10 (Ettelbrück, Ulflingen, Liège) und 60 (Bettemburg, Esch/Alzette, Petingen, Rodange) miteinander zu verbinden. Der Hauptbahnhof wird dadurch deutlich entlastet, die Kapazitäten werden gesteigert.

Arbeiten, die nicht ohne Auswirkungen auf den Bahnverkehr bleiben werden. „Wir müssen Sperrungen vornehmen und einen Schienenersatzverkehr einführen“, so Wengler. Dabei versuche man jedoch so viele Arbeiten wie nur möglich während der Schulferien hinter sich zu bringen. Und: „Wir wollen die Nutzer viel intensiver über die Arbeiten informieren“, so der CFL-Direktor. Aus diesem Grund lanciert die nationale Eisenbahngesellschaft eine große Informationskampagne unter dem Motto „Mir schaffe fir Är Mobilitéit vu muer“. 


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448 Euro Investitionen pro Einwohner und Jahr

Und diese Mobilität von morgen soll multimodal sein und modern, wie Mobilitätsminister François Bausch hervorhob, mit hohen Kapazitäten und einer hochwertigen Ausstattung, darunter zum Beispiel schnelles Wifi. Der Minister erinnerte denn auch an die enormen Investitionen in den Zugverkehr, die Luxemburg in den vergangenen Jahren getätigt hat: „Im Jahr 2019 lagen wir bei 448 Euro pro Einwohner und Jahr. Damit liegt Luxemburg an der Spitze von Europa, ja sogar noch vor der Schweiz“, so der Minister. 


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90.000 Zugpassagiere pro Tag

Parallel zu den hohen Investitionen in Luxemburg sei die Passagierzahl extrem stark gewachsen: „Im Jahr 2019 lagen wir bei 25 Millionen Passagieren. Das entspricht einem Plus von 85 Prozent seit dem Jahr 2003“, so Bausch. Inzwischen würden jeden Tag rund 90.000 Passagiere und 1.000 Züge gezählt. 

In den meisten europäischen Ländern gebe es einen enormen Rückstand, was den Ausbau der Netze angeht, so Bausch, der denn auch nochmals auf „das Trauerspiel zwischen Brüssel, Luxemburg und Straßburg“ in puncto Bahnverbindung hinwies und forderte, dass der Ausbau dieser Verbindung im diesjährigen „Europäischen Jahr der Schiene“ endlich vorangetrieben wird. 

Die Details zum Fortschritt der Arbeiten am Luxemburger Eisenbahnnetz wurden am Montag zum offiziellen Auftakt des „Europäischen Jahres der Schiene“, eine Initiative der EU-Kommission, vorgestellt. Deren Ziel es ist, „die Vorteile der Bahn als nachhaltiges, intelligentes und sicheres Verkehrsmittel“ durch diverse Aktionen und Initiativen in den Mitgliedstaaten hervorzuheben und den Schienenverkehr sowohl im Bereich des Personen- als auch des Gütertransports zu fördern.


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