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Elektromobilität in Luxemburg: Mehr Infrastruktur für eine abgasfreie Zukunft
Lokales 2 Min. 09.04.2015

Elektromobilität in Luxemburg: Mehr Infrastruktur für eine abgasfreie Zukunft

Das Projekt "eMovin" am Bahnhof Ettelbrück ging vor rund anderthalb Jahren ans Netz.

Elektromobilität in Luxemburg: Mehr Infrastruktur für eine abgasfreie Zukunft

Das Projekt "eMovin" am Bahnhof Ettelbrück ging vor rund anderthalb Jahren ans Netz.
Foto: Nico Muller
Lokales 2 Min. 09.04.2015

Elektromobilität in Luxemburg: Mehr Infrastruktur für eine abgasfreie Zukunft

Die Car-E Prämie, um den Kauf eines Elektroautos attraktiver zu gestalten, wurde vor knapp drei Monaten von der Regierung eingestellt. Nach Angaben einiger Autohersteller ist das Interesse an E-Fahrzeugen leicht zurückgegangen. Wie wird die abgasfreie Mobilität in Zukunft unterstützt?

(hip) -  Die Car-E Prämie, um den Kauf eines Elektroautos attraktiver zu gestalten, wurde vor am 31. Dezember 2014 von der Regierung eingestellt. Nach Angaben einiger Autohersteller ist das Interesse an den abgasfreien Fahrzeugen leicht zurückgegangen. Andere hingegen bedauern, dass die Aktion mit der staatlichen Hilfe von 5 000 Euro zu früh gestartet wurde. Erst heute sei ein ausreichend breites Angebot auf dem Automobilmarkt erhältlich.

Haben Elektrofahrzeuge nun in Luxemburg keine Chance mehr? François Bausch, Minister für Infrastruktur und nachhaltige Entwicklung, verneint: „Wichtiger als die Prämie ist der Ausbau der Infrastruktur.“ Gemeint sind damit die 800 bis 850 Ladestationen, die bis zum Jahr 2020 übers Land verteilt installiert werden sollen. Es handle sich hier um eine freiwillige Herangehensweise der Regierung die CO2-Emissionen in Luxemburg zu reduzieren.

400 davon sind auf den Umsteigeplattformen, wie etwa Park-and-Ride Parkplätzen und Bahnhöfen, geplant. Der Minister hofft, dass die Umsetzungspläne bis zum Sommer fertiggestellt sein werden. Letzte Sitzungen zwischen der Straßenbauverwaltung und der nationalen Eisenbahngesellschaft CFL finden zurzeit statt. Sobald die Regierung ihr Einverständnis gegeben hat, soll es dann auch gleich mit dem Vorhaben losgehen. 

Akzisen auf Strom?

Was könnte teurer werden? In ferner aber sicherer Zukunft müsse man auch an die Besteuerung des „getankten“ Stroms der Elektrofahrzeuge denken. Ein Gedanke, für den in den restlichen EU-Staaten noch keine passende Lösung gefunden wurde. „Es kann nicht sein, dass Besitzer von Elektroautos keine Steuern für ihre Energie zahlen und somit keinen Beitrag zur Erhaltung des Straßennetzes leisten“, betont François Bausch. Hier seien die Kollegen aus dem Finanzministerium gefordert.

Betreiber der Ladestationen werden die Stromlieferanten der jeweiligen Gemeinden sein. Details zum Stromtarif sowie dem einheitlichem Bezahlsystem waren noch nicht zu erfahren. Sicher ist aber, dass es keine Monopolstellung für einen Versorger geben wird.

Was könnte billiger werden? Damit auf öffentlichen Parkplätzen Ladestellen ausgewiesen werden können, muss der Gesetzestext der Straßenverkehrsordnung abgeändert werden.

Wer in Zukunft mit seinem Fahrzeug mit herkömmlichen Verbrennungsmotor auf dem reservierten Ladeplatz parkt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Geht es nach dem Ressortministerium sollen in der kommenden Steuerreform auch ökonomische Komponenten einfließen. Um den E-Markt anzukurbeln, könnten Leasingfirmen Steuervorteile beim Kauf von Elektrofahrzeugen bekommen. Auch bei Privatkunden wird an steuerliche Förderinstrumente gedacht.

„Wir dürfen uns aber nicht von einer einzigen Technologie, die der Elektrizität, abhängig machen.“ Nach Aussagen von François Bausch beobachte er die Innovationen der Automobilindustrie genau. Den Gedanken zur Förderung von Wasserstofftankstellen sollte man seiner Meinung nach nicht auf die lange Bank schieben.