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Einwohner treffen Flüchtlinge
Lokales 25.01.2016 Aus unserem online-Archiv
Integration in Sassenheim

Einwohner treffen Flüchtlinge

Gekocht wurden syrische, irakische und luxemburgische Spezialitäten.
Integration in Sassenheim

Einwohner treffen Flüchtlinge

Gekocht wurden syrische, irakische und luxemburgische Spezialitäten.
Foto: Claude Piscitelli
Lokales 25.01.2016 Aus unserem online-Archiv
Integration in Sassenheim

Einwohner treffen Flüchtlinge

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Der Abend war ein voller Erfolg: Über 50 Asylbewerber aus dem Heim beim Schloss sowie rund hundert Sassenheimer kamen am Samstag bei einer Kennenlern-Veranstaltung in Kontakt miteinander.

(na) - Flüchtlinge und Bürger aus Sassenheim konnten am Samstag bei einer Kennenlern-Veranstaltung in der Mehrzweckhalle der Gemeinde in Kontakt miteinander kommen. „Die Idee kam uns während der Informationsversammlung zum geplanten Flüchtlingsheim“, erklärt Jos Piscitelli, Präsident der Vereinigung „Suessem hëlleft“. 

Dadurch werden weitere Asylbewerber nach Sassenheim kommen. Derzeit sind bereits im Flüchtlingsheim beim Schloss, das länger leer stand, 57 Personen untergebracht. In der Bevölkerung bestehe ein gewisses Misstrauen, vor allem, da es sich um junge Männer handele, sagt Jos Piscitelli.

Syrer und Iraker nahmen Einladung gerne an

Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte. So auch dieses Werk, das von einem irakischen Künstler erschaffen wurde und der Sassenheimer Gemeinde geschenkt wurde.
Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte. So auch dieses Werk, das von einem irakischen Künstler erschaffen wurde und der Sassenheimer Gemeinde geschenkt wurde.
Foto: Claude Piscitelli

Beim Kennenlernen stellte sich heraus, dass es sich um Syrer und Iraker handelt. Es wurde gemeinsam gekocht: syrische, irakische und luxemburgische Spezialitäten. Außerdem sollten die jungen Männer in Kontakt mit den lokalen Vereinen kommen.

„Die Leute haben nichts zu tun, außer an manchen Kursen teilzunehmen“, erklärt Jos Piscitelli. Außerdem funktioniere im alten Pavillon, wo die Flüchtlinge untergebracht sind, kein drahtloses Internet und es gebe nicht einmal einen Fernseher.

Tänze um das Eis zu brechen

Die Asylbewerber ließen mit ihren Tänzen Stimmung aufkommen.
Die Asylbewerber ließen mit ihren Tänzen Stimmung aufkommen.
Foto: Claude Piscitelli

Dass die Asylbewerber froh über die ausgestreckte Hand waren, zeigten sie nur zu gerne. Die Syrer brachten einen Film mit, der die Lage in ihrem Heimatland darstellen sollte, während die Iraker ein Theaterstück vorbereitet hatten. Auch wenn der Film hart war und die Stimmung etwas drückte, besserte sich diese danach schnell wieder, als die Tänze anfingen, erzählt Jos Piscitelli weiter.

Man wolle nun weitere Aktionen planen. Denn die syrischen Flüchtlinge dürften Asyl erhalten und demnach im Lande bleiben. Familienlose Personen seien aber schwerer zu integrieren, weshalb eben auch die Vereine mit einbezogen wurden, so Piscitelli weiter. Einige spielen auch schon im Fußballklub.

Bis zu 200 Personen nahmen schätzungsweise am "Meet and Greet" teil.
Bis zu 200 Personen nahmen schätzungsweise am "Meet and Greet" teil.
Foto: Claude Piscitelli

Doch bereits diese erste Initiative hat Früchte getragen. Die Gemeinden Düdelingen und Differdingen, in denen die ersten Asylbewerber in Kürze untergebracht werden dürften, täten wohl gut, sich an diesem Beispiel zu inspirieren. Was auch für Esch/Alzette gilt, wo am Freitag bekannt wurde, dass ein Flüchtlingsheim im Quai Neudorf geplant ist.


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