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Eine Warnung vor belastetem Trinkwasser und ihre Folgen
Lokales 2 Min. 15.12.2020

Eine Warnung vor belastetem Trinkwasser und ihre Folgen

Eine Warnung vor belastetem Trinkwasser und ihre Folgen

Foto: Getty Images
Lokales 2 Min. 15.12.2020

Eine Warnung vor belastetem Trinkwasser und ihre Folgen

Luc EWEN
Luc EWEN
Nachdem es im Osten des Landes eine Warnung vor möglicherweise belastetem Trinkwasser gegeben hatte, verlangt der Abgeordnete Léon Gloden Erklärungen.

Am Freitag hatte das Trinkwassersyndikat SIDERE  vor einer möglichen Belastung des Leitungswassers im Osten des Landes gewarnt. Am Samstagabend dann teilte das Wassersyndikat mit, dass in den betroffenen Gemeinden das Trinkwasser wieder zum Trinken und Kochen genutzt werden kann.

In einer dringenden parlamentarischen Frage wollte nun der CSV-Abgeordnete und Bürgermeister von Grevenmacher, Léon Gloden, hierzu Details von der zuständigen Ministerin erfahren.

In ihrer Antwort erklärt Carole Dieschbourg, was vorgefallen ist. 


Trinkwasserproblem im Osten: Erste Entwarnung für Gemeinden
Am Samstagabend teilte das Wassersyndikat nun mit, dass in den betroffenen Gemeinden das Trinkwasser wieder zum Trinken und Kochen genutzt werden kann - aber nur unter bestimmten Bedingungen.

Am 11. Dezember wurde von Mitarbeitern des Syndikates SIDERE im Rahmen einer Routinebegehung ein nicht-identifizierbarer Wasserfilm in zwei der regionalen Trinkwasserbehälter festgestellt. Da weder die Art noch die Herkunft des Films geklärt werden konnten, wurde die Wasserverwaltung benachrichtigt und um Hilfe gebeten, so wie es das Trinkwasserreglement vorsieht.

Bakteriologische Proben wurden in ein privates Laboratorium gebracht. Für die Auswertung würden aber mindestens 48 Stunden benötigt.

Film aus Eisen-Mangan-Mischung 

Um die Natur und die Beschaffenheit des Filmes zu klären, habe die Wasserverwaltung die Entnahme zusätzlicher Proben angeordnet. Diese seien von den Mitarbeitern der Wasserverwaltung auf freiwilliger Basis über Nacht analysiert worden. Das Resultat habe daraufhin bereits am Samstagmorgen zur Verfügung gestanden.

Es habe sich herausgestellt, dass der Film aus einer Eisen-Mangan-Mischung bestanden habe und keine Gefahr für die menschliche Gesundheit darstelle. Daraufhin sei eine erste Entwarnung gegeben worden.

Nachdem die kompletten Resultate der anderen Proben vorlagen, sei dann eine komplette Entwarnung gegeben worden. Die Ministerin verweist in ihrer Antwort darauf, dass es laut dem Trinkwasserreglement vom 7. Oktober 2002 in der Verantwortung des Trinkwasserversorgers liege, herauszufinden, wo der Ursprung des Vorfalls zu suchen sei.

Nationale und regionale Notfallpläne

Auf die Frage von Léon Gloden, ob es zu solchen Vorfällen einen nationalen Notfallplan gibt, verweist die Ministerin auf den „Plan d'Intervention urgence eau potable“, der vom „Haut Commissariat de la Protection Nationale“ (HCPN) in Zusammenarbeit mit der Wasserverwaltung und den regionalen Trinkwasserversorgern ausgearbeitet worden war. Dieser könne, wenn große Teile der Population betroffen sind, vom HCPN ausgerufen werden. Darüber hinaus seien nationale und regionale Versorger verpflichtet, einen sogenannten „Plan de continuité des activités“ auszuarbeiten.


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Auf die Frage nach der Notwendigkeit, eine zentrale Anlaufstelle zu schaffen, verweist die Ministerin auf den Artikel 10 des bereits genannten Trinkwasserreglements. Daraus ergebe sich die Verpflichtung der Trinkwasserversorger zu gewährleisten, dass Daten zur Wasserqualität analysiert und kommuniziert werden können. 

In dem spezifisch vorliegenden Fall, habe die Wasserverwaltung ihre Ressourcen in den Dienst der Bürger gestellt und unbürokratisch gehandelt, so die Ministerin. Im Rahmen der Umsetzung einer neuen europäischen Trinkwasserverordnung könne aber über die aktuelle Organisation der Strukturen neu nachgedacht werden. 

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