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„Eine Verschwörung von Polizisten“
Lokales 16.12.2018

„Eine Verschwörung von Polizisten“

Am 31. Januar 2016 war ein Polizeieinsatz gegen Falschparker vor einer Gaststätte in der hauptstädtischen Rue de Bonnevoie eskaliert.

„Eine Verschwörung von Polizisten“

Am 31. Januar 2016 war ein Polizeieinsatz gegen Falschparker vor einer Gaststätte in der hauptstädtischen Rue de Bonnevoie eskaliert.
Chris Karaba
Lokales 16.12.2018

„Eine Verschwörung von Polizisten“

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Das einzige Verbrechen, das seinem Mandanten vorgeworfen werden könne, sei jenes des „Lèse-police“. Er habe lediglich das Ego der Polizisten verletzt, erklärte im Prozess der Anwalt eines Mannes, dem vorgehalten wird, einem Beamten über den Fuß gefahren zu sein.

„Mein Klient ist niemandem über den Fuß gefahren“, meinte der Verteidiger von Marco B. in seinem Plädoyer. Diesem wird vorgeworfen, sich bei einer Verkehrskontrolle im Januar 2016 den Anweisungen von Polizisten widersetzt und daraufhin einen Beamten verletzt zu haben.

„Das einzige Verbrechen, das ihm vorgeworfen werden kann, ist ein ,Crime de Lèse-police‘“, betonte der Anwalt. Er habe also lediglich das Ego der Polizisten verletzt, denen gegenüber er sich nicht so verhalten habe, wie die es sich wünschten.

„Ein Staatsverbrechen“

Ein Staatsverbrechen hingegen sei es, wenn Polizisten sich zusammentun würden, um jemandem etwas anzuhängen, das dieser nicht getan habe, nur um zu zeigen, wer am längeren Hebel sitze. Die Verteidigung betonte zudem, das Geschehene könne sich gar nicht so zugetragen haben, wie von den Polizisten geschildert. Deshalb sei eine Rekonstitution unabdingbar oder der Mandant freizusprechen.

Ein weiterer Tatvorwurf, einen Polizisten mit der Fahrertür gestoßen zu haben, sei ein Missgeschick gewesen. Und von Beamtenbeleidigung könne ebenfalls keine Rede sein. Es habe nur eine energische Diskussion gegeben.


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Der Tatverdächtige im Mordfall Ana Lopes musste sich am Mittwoch gemeinsam mit seinem Vater und seinem Bruder wegen bewaffneter Rebellion und Beamtenbeleidigung vor Gericht verantworten.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft wollte davon nichts hören. Die Verletzungen am Fuß des Polizisten seien von einem Arzt festgestellt worden. Daran sei nicht zu rütteln.

Marco B. habe bei der Polizeikontrolle von Beginn alles darangesetzt, um die Polizisten zu provozieren, indem er immer wieder Gas gegeben habe und schließlich auf die Beamten zugefahren sei.

Den Vorfall mit der Tür hätten weitere Polizisten unter Eid bezeugt – genau wie die lautstarken Beleidigungen, die Marco B., dessen Bruder und später auch der Vater, geäußert habe. Dies nun als Verschwörungskomplott der Polizisten darzustellen, sei eine schwache Ausrede.

Haftstrafe gefordert

Marco B. sei wegen Körperverletzung, zweifachen bewaffneten Widerstands und Beamtenbeleidigung zu einer Haftstrafe von zehn Monaten und zu einer Geldstrafe zu verurteilen. Darüber hinaus sei auch das Auto, das er als Waffe eingesetzt habe, zu beschlagnahmen.


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Für den Bruder Lino B. und den Vater Denis T. forderte der Ankläger eine einmonatige Haftstrafe, wobei er sich einer Aussetzung des Vollzugs zur Bewährung nicht widersetze.

Das Urteil gegen Marco B., der sich im Übrigen seit Juni 2017 als Tatverdächtiger im Mordfall Ana Lopes in Untersuchungshaft befindet, und die beiden anderen Angeklagten ergeht am 9. Januar.


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