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Eine Tram nach Süden
Demnächst auch in der Minetteregion? Minister Bausch will das Tramnetz nach Süden ausdehnen.

Eine Tram nach Süden

Lex Kleren
Demnächst auch in der Minetteregion? Minister Bausch will das Tramnetz nach Süden ausdehnen.
Lokales 2 Min. 30.03.2018

Eine Tram nach Süden

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Am 19. April wird Nachhaltigkeitsminister François Bausch in einer Orientierungsdebatte die künftige Mobilitätspolitik vorstellen. MoDu 2.0 sollte Antworten auf viele Fragen liefern. Dabei werden auch neue Tram-Pläne eine Rolle spielen.

Infrastrukturminister François Bausch hat die Idee am Donnerstag erneut ins Spiel gebracht: Warum nicht eine Verlängerung der hauptstädtischen Tram über Hollerich hinaus Richtung Süden, an der A 4 entlang bis nach Foetz und Esch/Alzette? Bausch hat diese Idee bereits mehrere Male erwähnt, ohne aber konkret zu werden, dies mit Verweis auf laufende Studien.

Warten auf die Studie

„Wir haben eine Studie in Auftrag gegeben, die alle Optionen analysiert hat. Sie wird im Juni abgeschlossen sein, ich kann aber jetzt schon sagen, dass die Tram als effizienteste Lösung zurückbehalten wurde“, so Bausch. „Da der sektorielle Leitplan Transport genau wie die anderen Leitpläne Ende April im Ministerrat verabschiedet werden soll und dort auch die Tramerweiterung Richtung Süden bereits eingezeichnet ist, habe ich die Information jetzt veröffentlicht, erklärt Bausch. „Die Abgeordneten können sich dann im Rahmen der Orientierungsdebatte bereits  in die Diskussion einbringen.“

Die Trasse würde parallel zur A 4 verlaufen, in Foetz könnte eine große Umsteigplattform mit P&R entstehen. Zudem könnte die Tramlinie über die Industriebrache Schifflingen weiter bis ins Universitätsviertel Belval verlängert werden.

Von Uni zu Uni

Auch das sehr schnell wachsende Leudelingen wäre so an ein effizientes öffentliches Transportmittel angebunden. In Hollerich soll die neue Linie über den Boulevard de Merl via Place de l'etoile an das Tramnetz angebunden werden. Zum Einsatz käme, anders als in der Hauptstadt,  ein Trammodell, welches Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h erreichen würde. Zugleich wäre die Tram aber auch innerorts einsetzbar.

Die Aussicht einer modernen Trambahn, welche durchgehend vom Findel bis nach Belval fährt und pro Fahrt bis zu 600 Passagiere befördern kann, ist durchaus verlockend. Der Verkehrsfluss auf der A4 würde wegen der eigenen Trasse nicht behindert, die Fahrtzeiten könnten flexibel gestaltet werden. Sozusagen als Nebeneffekt würden beide Universitätsstandorte per Tram miteinander verbunden werde. „Die Studie hat klar aufgezeigt, dass besonders diese Verkehrsanbindung zwischen Luxemburg und Esch/Alzette extrem belastet ist und weiter wachsen wird, so Bausch.

Lange Vorgeschichte

Pläne zum Ausbau dieser Verbindung gab es bereits in der Vergangenheit: Während der damalige Transportminister Henri Grethen bereits 2003 eine neue direkte Zuglinie Esch/Alzette-Luxemburg konkretisieren wollte, so kam später mit dem Regierungswechsel die Absage. Man wollte sich auf eine neue Busspur zwischen den beiden größten Städten des Landes konzentrieren, hieß es damals. 2015 sprach sich sein Nachfolger François Bausch konkret für eine solche Busspur zwischen Steinbrücken und Leudelingen-Süd aus. Demnach sollte auf der A4 zwischen Esch/Alzette und der Hauptstadt eine zu Spitzenstunden für den öffentlichen Transport reservierte Spur eingerichtet werden.

Ende 2016 bringt das Nachhaltigkeitsministerium dann den Superbus ins Spiel: Auf der künftigen Bustrasse entlang der A4 soll ein sogenannter bus à haut niveau de service, die Minettemetropole mit der Hauptstadt verbinden. Allerdings wird diese Idee im Dezember vergangen Jahres wieder fallen gelassen. Wohl vom Sympathierückenwind der Tram in Luxemburg-Stadt getragen, zieht François Bausch dieses Verkehrsmittel seit einigen Monaten nun auch als Möglichkeit einer Direktanbindung zwischen Esch/Alzette und Luxemburg in Betracht. Bausch spricht in diesem Kontext von einem Umsetzungszeitraum von 10 bis 15 Jahren. Aber die Idee ist jetzt erst mal in der Öffentlichkeit und andere werden sich mit ihr beschäftigen müssen.


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