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Eine neue Ortschaft entsteht
Lokales 2 Min. 27.09.2018

Eine neue Ortschaft entsteht

Beeindruckend wirkt die Größe der Fläche, auf der Elmen entsteht. Die Vorarbeiten sind Planier-, keine Aushubarbeiten, da die Gebäude kaum unterkellert werden. Dies um Bauschutt zu vermeiden.

Eine neue Ortschaft entsteht

Beeindruckend wirkt die Größe der Fläche, auf der Elmen entsteht. Die Vorarbeiten sind Planier-, keine Aushubarbeiten, da die Gebäude kaum unterkellert werden. Dies um Bauschutt zu vermeiden.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 2 Min. 27.09.2018

Eine neue Ortschaft entsteht

Luc EWEN
Luc EWEN
Auf 27 Hektar Land nahe Olm entstehen in den kommenden Jahren rund 750 Wohnungen. Dies in drei Siedlungen, die gemeinsam die neue Ortschaft Elmen bilden werden. Der Spatenstich für die zentral gelegene dieser drei Siedlungen, mit 388 Wohneinheiten, fand am Donnerstag statt.

Donnerstag Vormittag auf dem ehemaligen Agrarland bei Olm, auf dem die Planierungsarbeiten für das neue Großbauprojekt Elmen begonnen haben. Das Scheinen der Sonne wird nur noch vom Strahlen im Gesicht von Minister Marc Hansen übertrumpft. Der sitzt hinter dem Steuerknüppel eines großen Baggers. Zuvor hatte er mehrmals seine Vorfreude auf das bevorstehende Baggerfahren angedeutet.

An der Führerkabine hält sich der Kehlener Bürgermeister, Félix Eischen, fest. Beide scherzen, und als der Minister den Bagger letztendlich dazu bringt, sich ruckartig zu bewegen, rettet sich Eischen mit einem beherzten Sprung von der Maschine. „Dat do ginn awer grouss Poretten“, hallt ein Zwischenruf aus der Menge - beim Anblick des Loches, das der Minister da gebaggert hat.

Der Minister und der Bürgermeister üben sich im Baggerfahren.
Der Minister und der Bürgermeister üben sich im Baggerfahren.
Foto: Pierre Matgé

Und wahrlich, in Elmen wird kein Kleingemüse angepflanzt, es wird geklotzt, nicht gekleckert. Das hatte Hansen auch zuvor in seiner Ansprache klargestellt. Es gehe nicht darum, einen Tropfen auf den heißen Stein zu gießen, sondern ein Vorzeigeprojekt umzusetzen, um der Wohnungsnot im Lande entgegenzuwirken.

„Wir sind mit Bussen ins Ausland gefahren um uns Modellprojekte anzusehen“, fügt der Direktor der staatlichen sozialen Wohnungsbaugesellschaft SNHBM, Guy Entringer, hinzu. „Künftig sollen Busse aus dem Ausland hierherkommen, um sich anzusehen, was wir geleistet haben“, so hofft er.

Eine neue Art des Wohnens

Das Projekt ist in drei Bauphasen eingeteilt. Läuft alles nach Plan, so könnten in drei Jahren erste Bewohner in Elmen einziehen und in der Siedlung mit dem besagten Modellcharakter leben. Die Einzigartigkeit ergibt sich aber nicht nur aus der schieren Größe des Projekts. Auf rund 27 Hektar sollen 750 Wohnungen entstehen. Davon soll keine mehr als 250 Meter von einem Mobilitätszentrum, mit Parkhaus und Bushaltestelle, entfernt sein.


Ein neues Wohnviertel entsteht
Auf der Rue du Rollingergrund werden in naher Zukunft auf dem ehemaligen Fabrikgelände über 500 Wohnungen realisiert. Die Baustelle wurde am Montag offiziell eingerichtet.

In der Siedlung selbst wird es keine Garagen oder Parkplätze geben. Priorität auf den Straßen in Elmen soll der Mensch und nicht das Blech haben. Auch soll auf einen Mix zwischen Miet- und Eigentumswohnungen geachtet werden, und beim Bauen wird auf Nachhaltigkeit geachtet. Die meisten Bauten entstehen in Holzbauweise und werden nicht unterkellert, sodass kaum Bauschutt entsteht.

Unter anderem sind neben den Wohnungen auch eine Maison pour tous, mit Versammlungs- und Veranstaltungsräumen, Schulräume, ein Delhaize-Supermarkt und ein Ausleihzentrum für Alltagsgegenstände geplant. Von einer neuen Weise der Lebensorganisation im gegenseitigen Miteinander ist die Rede. Alles nur ideologische Träumereien?

Nein, denn der Hintergrund ist, laut Bürgermeister Félix Eischen, ernster als nur die Umsetzung der Idee einer neuen Lebensweise. „Wenn wir es nicht schaffen, die Jugend bei uns zu behalten, dann sind wir in ein paar Jahren ganz arme Gemeinden“, sagt er. Damit meint er, dass es unumgänglich sei, massiv Wohnraum zu schaffen, wenn man verhindern wolle, dass Jugendliche sich in ihren Heimatorten keine Wohnung mehr leisten können.


Zone Industrielle Wolser, Foto Lex Kleren
Der große Hunger nach mehr Fläche
Statt 698 Hektar sieht der neue „Plan sectoriel“ 477 Hektar für Industriegebiete im Land vor – ein Spagat zwischen Re-Industrialisierung, einer nachhaltiger ausgerichteten Wirtschaft und dem viel beschworenen „qualitativen Wachstum“.

„Unsere Vereine und unser Dorfleben sind von der Jugend abhängig“, so Eischen. Der weitere Zeitplan sieht vor, dass in Kürze Modellwohnungen entstehen. Der Verkauf und die Vermietung erster Objekte sollen im Frühjahr, spätestens aber im Sommer 2019 beginnen. Bis dahin dürfte sich auch der eingangs erwähnte Bagger von den Fahrkünsten der Politiker beim ersten Spatenstich erholt haben.


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