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Eine Kabine für Krimi-Liebhaber
Lokales 2 Min. 07.07.2018 Aus unserem online-Archiv

Eine Kabine für Krimi-Liebhaber

Gaby Rach, Camille Diener, Viviane Eschenauer und Charles Manderscheid (v.l.n.r.) von der Vereinigung Policemusée weihten die neue 
Krimikabine in Verlorenkost kürzlich feierlich ein.

Eine Kabine für Krimi-Liebhaber

Gaby Rach, Camille Diener, Viviane Eschenauer und Charles Manderscheid (v.l.n.r.) von der Vereinigung Policemusée weihten die neue 
Krimikabine in Verlorenkost kürzlich feierlich ein.
Foto: Christophe Olinger
Lokales 2 Min. 07.07.2018 Aus unserem online-Archiv

Eine Kabine für Krimi-Liebhaber

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Die Verantwortlichen des Polizeimuseums lassen sich nicht von Rückschlägen entmutigen und setzen auf neue Projekte, eines davon ist eine Krimi-Kabine.

Sie erstrahlt in Rot, Weiß und Blau und ist bis obenhin voll mit Büchern gestopft. Was sie so besonders macht, ist aber etwas anderes: der Standort der Bücherkabine. Ihr Platz ist genau vor dem Polizeimuseum in Verlorenkost. Und auch ihre Füllung ist von besonderem Geschmack: Die Bücher richten sich nämlich vorrangig an Krimi-Liebhaber.

Die ehemalige Telefonkabine ist mit rund 100 Büchern in mehreren Sprachen bestückt, und auch wenn der Schwerpunkt, Polizeimuseum oblige, auf Kriminalromanen liegt, geht die Auswahl weit darüber hinaus – von Thrillern bis zu Kinderbüchern.

Auch wenn der Fokus - Polizeimuseum oblige - auf Kriminalgeschichten liegt - sind auch eine ganze Reihe von anderen Genres vertreten und das in mehreren Sprachen.
Auch wenn der Fokus - Polizeimuseum oblige - auf Kriminalgeschichten liegt - sind auch eine ganze Reihe von anderen Genres vertreten und das in mehreren Sprachen.
Foto: Christophe Olinger

Und auch für Nachschub und Abwechslung gesorgt, erklärt Viviane Eschenauer, die die Krimikabine gemeinsam mit Gaby Rach betreut. „Wir haben 450 Bücher in Reserve, sodass wir sie regelmäßig austauschen können.“

„Ein bedeutendes Kulturerbe“

Das Museum, vor dem die Krimikabine aufgestellt wurde, steht indes immer noch vor einer ungewissen Zukunft. Das Gemeinschaftsmuseum mit Feuerwehr, Zoll und Post bleibt Teil einer endlosen Hinhaltetaktik. Und auch zum Gendarmerie-Gebäude. in dem sich das Polizeimuseum befindet, gibt es keine Neuigkeiten.

Bekanntlich war das sogenannte Cosimo-Gutachten, in dem die Commission des sites et monuments nationaux sich einstimmig für eine Klassifizierung des Gebäudes aus dem Jahr 1954 ausgesprochen hatte, von den zuständigen Stellen schlicht ignoriert worden.


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Dabei hatte das Gremium hervorgehoben, dass es sich bei dem Gebäude, in dem einst die technischen Dienste der Gendarmerie untergebracht waren, um ein rares und außerordentliches Ensemble handle. Das Bauwerk sei ein bemerkenswerter Zeuge des Modernismus in Luxemburg.

Wie es im Abschlussbericht weiter heißt, habe es im Land nicht viele Bauten in diesem Stil gegeben, und vor allem keine mit einer vergleichbar qualitativen Architektur. Viele ähnliche Gebäudekomplexe seien zudem bedauerlicherweise bereits abgerissen worden. Der Bau, der in großer Authentizität erhalten sei, sei ein bedeutendes Kulturerbe, und das sowohl in der Hauptstadt als auch auf Landesebene, schließt die Cosimo-Kommission ihren Bericht über das Museumsgebäude ab.

Große Pläne für 2019

Dass über dieses Gutachten schlicht hinweggesehen wurde, bedeutet für die Museumsfreunde zwar einen Rückschlag, entmutigen lassen sie sich aber nicht. „Wir sind dabei, mehrere größere Projekte für 2019 in Angriff zu nehmen“, führt Camille Diener aus.


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und eine dauerhafte Lösung liegt 
weiter in der Ferne.

„Nächstes Jahr werden die Sicherheitskräfte gleich vier Geburtstage feiern, und wir wollen unseren Teil dazu beitragen“, betont der Vizepräsident der Vereinigung Policemusée. „Die Gründung der Gendarmerie erfolgte vor 222 Jahren, die Verkehrspolizei feiert 90 Jahre und die Spezialeinheiten 40 Jahre. Zudem sind es 2019 auch 40 Jahre her, dass die ersten Frauen in den Polizeidienst eintreten durften.“

Da es den Betreibern des Polizeimuseums noch immer verboten ist, am Verlorenkost Besucher zu empfangen, hofft man dabei auf eine Zusammenarbeit mit Gemeinden, die bereit wären, Räume für Ausstellungen zu den vier Themenbereichen zur Verfügung zu stellen. „Wenn die Leute nicht zu uns kommen dürfen, dann kommen wir halt eben zu ihnen“, betont Camille Diener.


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Ein weiteres Projekt der Museumsfreunde besteht darin, ihre polizeihistorische Sammlung in einen Bildungsauftrag einzubinden. „Für uns wäre es vorstellbar, in der Polizeiausbildung die Geschichte der beiden Luxemburger Korps an die angehenden Beamten weiterzutragen“, meint Camille Diener. „Wie überall, ist es auch in der Polizei sehr wichtig, zu wissen und zu verstehen, wo wir herkommen und warum die Dinge heute so sind, wie sie sind.“


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