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Eine Gartenschau für Luxemburg
Lokales 4 Min. 18.07.2019

Eine Gartenschau für Luxemburg

Bei der Gartenschau 2023 steht die grüne Seite von Luxemburg-Stadt im Vordergrund.

Eine Gartenschau für Luxemburg

Bei der Gartenschau 2023 steht die grüne Seite von Luxemburg-Stadt im Vordergrund.
Foto: Chris Karaba
Lokales 4 Min. 18.07.2019

Eine Gartenschau für Luxemburg

Diane LECORSAIS
Diane LECORSAIS
Eine renaturierte Petruss, aber auch spektakuläre Bepflanzungen, lokale Produkte und mehr: Das wird die LUGA 2023.

Viel war bisher nicht über sie gewusst, die geheimnisvolle LUGA, kurz für Luxemburger Gartenschau, die im Jahr 2023 auf dem Gebiet der Hauptstadt stattfindet und bei der Luxemburgs grüne Seite so richtig in Szene gesetzt werden soll. Gestern nun gab es einen ersten, konkreten Vorgeschmack auf das, was Besucher und Einwohner von Luxemburg-Stadt in knapp vier Jahren erwartet – und dieser ist recht vielversprechend. 

Denn die luxemburgische Variante dessen, was man im Nachbarland Deutschland als Bundes- oder Landesgartenschau kennt, soll deutlich mehr werden als nur eine Ausstellung, wie Landwirtschaftsminister Romain Schneider betonte. Vielmehr gehe es dabei auch um Nation Branding, um Lebensqualität, um Naturerbe, um ein breit gefächertes Handwerk, um Nachhaltigkeit. „Hier wird Luxemburg ein weiteres Schaufenster bekommen, um sich, seine Landwirtschaft und seine Produkte darzustellen.“

Natur pur im Petrusstal

Ausgetragen wird die LUGA an vier verschiedenen Orten auf dem Stadtgebiet – im Petrusstal, im Stadtpark, in den Vororten Grund, Clausen und Pfaffenthal sowie in Kirchberg. Wobei jeweils ein bestimmter Aspekt im Vordergrund steht, wie Christiane Mangen und Pierre Schmitt, Präsidentin und Vizepräsident der eigens für das Event gegründeten Vereinigung LUGA 2023, präzisierten. 


Lokales - Tag des Parks - Unterwegs mit dem Service des Parcs - Foto: Pierre Matgé/Luxemburger Wort
Parkmanagement mal anders
Bevor im Stater Park das Leben blüht, hauchen die Gemeindearbeiter ihm welches ein. Ein Blick hinter die Kulissen zum Tag des Parks.

Das Petrusstal, in welchem der Akzent auf die natürlichen Elemente gelegt wird, wird dabei als Plattform des wohl größten Projektes fungieren, das im Hinblick auf die LUGA umgesetzt wird: die Renaturierung der Petruss, die seit dem Jahr 1933 in einem künstlichen Betonbett liegt. Bis 2023 soll der erste Abschnitt des Baches wieder natürlich fließen. Während der LUGA soll den Besuchern das Prinzip einer solchen Renaturierung denn auch nähergebracht werden. 

Die Felsmauern, die das Tal umgeben, könnten derweil beispielsweise für vertikale Gärten genutzt werden. Ferner sind Wasserspiele angedacht, aber auch Streetart-Elemente.

Der Park und seine soziale Rolle

Für den Stater Park stellt man sich indes einen Markt mit lokalem Obst und Gemüse vor. Auch sollen die Menschen dort alles über die Geschichte der Rosenzucht im direkt daneben gelegenen Stadtteil Limpertsberg erfahren. Beachtung finden soll aber auch die städtebauliche Entwicklung in diesem Bereich der Hauptstadt, etwa mit der Tram, die bis dahin am Park vorbeifährt.

Die Vororte und ihr Erbe

In Clausen, Grund und Pfaffenthal stehen das Natur- und das Kulturerbe im Mittelpunkt. Eingebunden wird etwa das Mansfeldschlass mit seinem Garten. Die Brückenpfeiler des Viadukts könnten indes bepflanzt werden, die Kirche im Stadtgrund als Austragungsort für eine Ausstellung dienen.

Besonderes Extra: Der Aquatunnel, eine 900 Meter lange Röhre, die vom Petrusstal aus unter der Stadt hindurch bis ins Pfaffenthal führt, soll ebenfalls eingebunden werden. Normalerweise ist die Unterführung, die in den 1960er-Jahren für das Verlegen eines Abwasserkanals gegraben wurde, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Durch den Tunnel werden Besucher auf direktem Weg vom Petruss- ins Pfaffenthal – und demnach von einem Schauplatz zum nächsten gelangen.

Stadtentwicklung in Grün

Als vierter Austragungsort fungiert das Kirchberg-Plateau. „Hier liegt der Fokus auf der Stadtentwicklung mit modernen Bebauungsformen, Urban Farming, Fassadenbegrünung und grünen Dächern. Wir beschäftigen uns aber auch mit der Frage, wie die Bepflanzung genutzt werden kann, um für eine bessere Orientierung zu sorgen“, so Pierre Schmitt. 


Ban de Gasperich - Photo : Pierre Matgé
Grüne Lunge im grauen Ban
Noch wirkt das neue Viertel im Ban de Gasperich eher trist und grau. Die ersten Bewohner leben dort inmitten großer Betonflächen. Mit der Verwirklichung des neuen Stadtparks rund um das Tierasyl wird sich dies jedoch ändern. Baubeginn ist in wenigen Wochen.

Wie Bürgermeisterin Lydie Polfer betonte, werden mit der LUGA gewissermaßen zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: „Es wird eine Attraktion für Besucher, gleichzeitig ist die LUGA etwas für ,uns’. Sie wird dazu dienen, die Lebensqualität der Bürger zu verbessern“, erklärte sie mit Verweis auf die Renaturierung der Petruss. „Das sind alles Dinge, die bleiben werden.“

Zehn Millionen Euro Budget

Anders als in Deutschland, wo oftmals Eintrittskarten erforderlich sind, soll die LUGA übrigens ausschließlich im offenen Raum stattfinden. Angedacht sei laut Christiane Mangen jedoch zum Beispiel, touristische Gesamtpakete mit zusätzlichen Angeboten an die Besucher zu bringen. Das Budget, das der Vereinigung LUGA 2023 zur Verfügung steht, beläuft sich auf zehn Millionen Euro. 

Am Donnerstag unterzeichneten die Repräsentanten der Stadt Luxemburg und der Regierung im Beisein von Vertretern der Férédation horticole luxembourgeoise eine Konvention, die die Kostenaufteilung für die  LUGA 2023 festlegt.
Am Donnerstag unterzeichneten die Repräsentanten der Stadt Luxemburg und der Regierung im Beisein von Vertretern der Férédation horticole luxembourgeoise eine Konvention, die die Kostenaufteilung für die LUGA 2023 festlegt.
Foto: Gerry Huberty

Stadt und Staat teilen sich die Kosten, gestern wurde eine entsprechende Konvention unterzeichnet. Mit der Summe werden die Betriebskosten der Vereinigung sowie die Koordination der LUGA finanziert. Ferner werden einige Projekte, wenn sie den noch zu definierenden Kriterien entsprechen, kofinanziert. In diesem Kontext wird in einer nächsten Etappe denn auch ein Projektaufruf gestartet. Minister Romain Schneider zufolge hätten bereits über 200 Vereinigungen Interesse bekundet.


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