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Eine Falle für das Borstenvieh
Lokales 22.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Eine Falle für das Borstenvieh

Nach dem Schutzzaun und der Drückjagd kommen jetzt Fallen zum Einsatz.

Eine Falle für das Borstenvieh

Nach dem Schutzzaun und der Drückjagd kommen jetzt Fallen zum Einsatz.
Pierre Matgé
Lokales 22.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Eine Falle für das Borstenvieh

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Naturverwaltung und Landwirtschaftsministerium setzen beim Kampf gegen die Afrikanische Wildschweinepest auf neue Methoden.

Das Großherzogtum bleibt weiterhin von der Afrikanische Schweinepest verschont. Laut einer erst kürzlich veröffentlichten Zwischenbilanz des Landwirtschaftsministeriums wurden bis zum 14. August landesweit insgesamt 250 Wildschweinkadaver angeliefert. Es handelte sich dabei um 207 Totfunde oder kranke Tiere, davon 102 aus der Überwachungszone und zwei aus der Zone blanche. In 43 Fällen handelte es sich um gesund erlegte Tiere, 32 davon stammten aus der Überwachungszone und neun weitere aus der Zone blanche. Von den insgesamt 247 untersuchten Tierkadaver war keines mit dem Schweinepestvirus infiziert, in drei Fällen waren die Kadaver derart stark verwest, dass eine Analyse nicht mehr möglich war.

Fallen kommen zum Einsatz

Zusätzlich zu den Drück- und Ansitzjagden werden von kommender Woche an zwei Fallen in der Zone blanche installiert. Die Naturverwaltung unterstützt damit die Bemühungen des Landwirtschaftsministeriums im Zuge der Seuchenbekämpfung. „Das Material wurde bereits bestellt und wird demnächst installiert“, so der zuständige Förster Marc Gengler. „Es handelt sich um zwei Rundgatter mit einem Durchmesser von neun Metern und einer Höhe von 165 Zentimetern. Eine Falltür wird bei Berührung ausgelöst.“ Per Videoüberwachung kann der Förster dann feststellen, ob ein Tier in der Falle sitzt und um welches es sich handelt. „Rehe oder andere Tiere werden wieder laufen gelassen, Wildschweine werden noch an Ort und Stelle erlegt“, so Gengler. Zuerst werden die Rundgatter allerdings noch ohne Türen versehen und bleiben offen. „Die Tiere müssen sich erst an die fremde Konstruktion gewöhnen“, so Gengler.


Rund 100 Jäger und 50 Treiber waren im Einsatz.
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Bei der Drückjagd in der Zone Blanche wurden insgesamt sieben Wildschweine erlegt. Bisher war kein Tier mit dem Virus der Afrikanischen Schweinepest infiziert.

Wirksame Methode

In Belgien wird diese Methode bereits seit Längerem angewendet, mit großem Erfolg. Insgesamt wurden in 150 Fallen während drei Monaten 900 Schweine erlegt. „In einem Fall hatte sich ein ganzes Rudel von 29 Tieren in einem solche Gatter verfangen“, erklärt Gengler. „In der Zone blanche gehen wir aber von deutlich niedrigeren Zahlen aus.“ Laut Gengler wird auch die klassische Jagd durch das Abernten der Felder und den beginnenden Herbst mit weniger Vegetation deutlich erleichtert. Die Abschußzahlen dürften demenstprechend steigen.


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