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Eine Allee und ihre Zukunft
Pappherzen der Bürgerinitiative Biireng 21 zieren die Allee am Düdelinger Stadteingang. Der Supermarkt wird hinter dem grünen Gitter links im Bild, vor dem Staatslabo (im Hintergrund) entstehen.

Eine Allee und ihre Zukunft

Foto: Lex Kleren
Pappherzen der Bürgerinitiative Biireng 21 zieren die Allee am Düdelinger Stadteingang. Der Supermarkt wird hinter dem grünen Gitter links im Bild, vor dem Staatslabo (im Hintergrund) entstehen.
Lokales 3 Min. 06.10.2018

Eine Allee und ihre Zukunft

Luc EWEN
Luc EWEN
Überrascht gab man sich dieser Tage im Düdelinger Rathaus, als man von einer Genehmigung der Umweltverwaltung erfuhr, dass vier Bäume entlang der N 31 abgeholzt werden dürfen. Die Stadt will nun Einspruch erheben, was wiederum die Umweltbehörde überrascht.

Es geht voran mit dem neuen Stadteingang von Düdelingen aus Richtung Bettemburg kommend. Nachdem schon im Januar der Gebäudekomplex des nationalen Gesundheitslaboratoriums eingeweiht worden war, nimmt nun auch ein privates Bauvorhaben konkrete Züge an. Gemeint ist der Bau eines Lidl-Supermarkts neben dem Staatslabo.

Für Ärger sorgen dabei vier Bäume der Allee, welche die Route de Luxembourg Richtung Bettemburg säumt. Nachdem die Straßenbauverwaltung bereits am 6. Dezember 2016 eine Autorisation de voirie erteilt hatte, die laut Angaben der Pressesprecherin des Nachhaltigkeits- und Infrastrukturministeriums, Dany Frank, bereits ausdrücklich das Entfernen von vier Bäumen vorsah, gab nun, vor wenigen Tagen, auch die Umweltbehörde ihr Einverständnis für dieses Entfernen.

Überraschung im Rathaus

Das wiederum missfällt dem Düdelinger Bürgermeister, Dan Biancalana. Im Gespräch mit dem LW kündigt er an, die Stadt werde einen sogenannten Recours gracieux zu dieser zweitgenannten Genehmigung einreichen. „Wir als Gemeinde hätten es lieber gesehen, wenn nur zwei Bäume entfernt würden“, so Biancalana. Die Stadt werde in diesem Einspruch denn auch fordern, dass sollten die Bäume entfernt werden, sie umgepflanzt werden.

„In der Genehmigung des Umweltamts, die uns vor wenigen Tagen zugestellt wurde, ist die Rede von ,abattage‘, also Fällen.“ Daran stört sich der Bürgermeister. Im Rathaus habe man bisher gehofft, nur zwei Bäume müssten weichen. Von der Genehmigung zum Fällen von vier Bäumen sei man daher überrascht.


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Wäre es nach seiner Verwaltung gegangen, wäre die Zufahrt zum Supermarkt über die bereits bestehende Zufahrt zum Staatslabo erfolgt. „Dann hätte kein zusätzlicher Baum entfernt werden müssen“, so Wagner. In Gesprächen zwischen allen betroffenen Verwaltungen sei diese Idee aber verworfen worden, weil die jetzige Einfahrt zum Staatslabo wieder entfernt wird, wenn der Kreisverkehr an der Autobahnauffahrt fertiggestellt ist. Dann wird die Einfahrt zu den Laboratorien direkt über diesen Kreisverkehr erfolgen.

„Abattage“ muss nicht Fällen sein

Der Pressesprecher der Umweltverwaltung, Olaf Munichsdorfer, unterstreicht denn auch, dass es nicht die Umweltbehörde war, die das Entfernen der Bäume beantragt hatte, auch wenn man nun die Genehmigung ausgestellt hat. Er betont, dass es sich nicht um geschützte Bäume handelt. „Für uns war in dieser Angelegenheit wichtig, dass derzeit kein Straßenbauprojekt vorliegt, das das Entfernen weiterer Bäume der Allee vorsieht. Sonst hätten wir unser Einverständnis für das Entfernen dieser vier Bäume nicht gegeben“, unterstreicht Mike Wagner.

Man sehe keine Notwendigkeit die ein weiteres Abholzen rechtfertigen würde. Mit anderen Worten, die Allee bleibt erhalten? Es scheint so, dass dies der Fall ist. Was das Entfernen der vier Bäume bei der Auffahrt zum künftigen Supermarkt angeht, so sei auch hier die letzte Hürde noch nicht genommen, heißt es bei der Umweltverwaltung.

Denn, was noch fehle, sei die Erlaubnis des Eigentümers der Bäume. Dafür sei wiederum eine andere Abteilung der Ponts et Chaussées zuständig.Die vier Bäume würden also kaum in Kürze abgeholzt, so die Einschätzung.

Umpflanzen nicht immer möglich

Auf die Forderung der Stadt, die Bäume umzupflanzen und auf das Wort „abattage“ angesprochen, heißt es seitens der Umweltverwaltung, es sei normal, dass die Genehmigung ein Abholzen vorsieht. Dies, weil man erst beim Entfernen der Bäume feststellen kann, ob ein Umpflanzen Sinn ergibt. Falls das der Fall ist, werde es auch getan. Das hänge aber unter anderem vom Zustand des Wurzelwerks ab.

Gegebenenfalls könne man das Fällen nicht verhindern. Was man aber tun könne, sei das Pflanzen neuer, hochstämmiger Bäume anzuordnen. Und das habe man getan.

Foto: Lex Kleren

Im Rathaus scheint man gewillt zu sein, die Angelegenheit genau im Blick zu behalten. Denn, neben seiner Ankündigung einen Recours gracieux einzulegen, weist Bürgermeister Dan Biancalana auch darauf hin, dass die Genehmigung des Teilbebauungsplans (PAP) zum Supermarktbau auch Bepflanzungen vorsieht.

Diese seien zusätzlich zu kompensatorischen Bepflanzungen im Falle eines Fällens zu sehen und nicht als Kompensation selbst, betont er.

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