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Einbruchsschutz: Polizei präsentiert neuen Präventions-Van
Lokales 3 4 Min. 21.10.2020

Einbruchsschutz: Polizei präsentiert neuen Präventions-Van

Am Mittwoch stellten sich mehrere Mitarbeiter des Service national de prévention de la criminalité mit dem neu erworbenen Präventions-Van auf den hauptstädtischen Markt. Dort informierten sie die Bürger darüber, wie sie sich vor Einbrüchen schützen können.

Einbruchsschutz: Polizei präsentiert neuen Präventions-Van

Am Mittwoch stellten sich mehrere Mitarbeiter des Service national de prévention de la criminalité mit dem neu erworbenen Präventions-Van auf den hauptstädtischen Markt. Dort informierten sie die Bürger darüber, wie sie sich vor Einbrüchen schützen können.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 3 4 Min. 21.10.2020

Einbruchsschutz: Polizei präsentiert neuen Präventions-Van

Rosa CLEMENTE
Rosa CLEMENTE
Mit einem neuen Kleinlaster bemüht sich die Polizei, dem Bürger zusätzliche Beratung anzubieten. Bei der ersten Mission des Vans am Mittwoch stand der Einbruchsschutz im Mittelpunkt.

Pünktlich zum europäischen „Focus Day against domestic burglary“ - zu Deutsch: Aktionstag gegen Einbrüche - präsentierte der Präventionsdienst der Polizei an diesem etwas ruhigeren Mittwoch auf dem hauptstädtischen Markt am Knuedler seinen nagelneuen Informations-Van. Dabei handelt es sich um einen Kleintransporter, der im Inneren unter anderem mit Stauraum, einer Theke, einem Waschbecken und einem großen Bildschirm ausgestattet ist.

Pascal Peters ist Zentraldirektor der Police administrative.
Pascal Peters ist Zentraldirektor der Police administrative.
Foto: Pierre Matgé

„Der Van soll uns ermöglichen, mit unseren Präventionskampagnen näher an den Bürger heranzukommen. Bislang hatten wir nur eine fixe Beratungsstelle in der Hauptstadt (Adresse: Cité Policière - Complexe A, Rue des Trèves), wo sich die Bürger über unterschiedliche Themen und Sicherheitsmaßnahmen erkundigen konnten. Mit dem Kleintransporter können wir unsere Beratungen regional und lokal anbieten“, erklärt Pascal Peters, der Zentraldirektor der Police administrative, dem Teil der Polizei, der sich der Präventivarbeit widmet. Auch sei der neue Van komplett anpassungsfähig. Das heißt: Er kann sowohl für Gewalt- und Drogenpräventionskampagnen an Schulen sowie für Sensibilisierungszwecke in Sachen Verkehrssicherheit genutzt werden. „Dann muss lediglich das Innere des Vans mit dem nötigen  Informationsmaterial ausgestattet werden“, sagt Pascal Peters. 

Weniger Einbrüche während der Pandemie

An diesem Mittwoch wollte die Polizei die Marktbesucher in der Hauptstadt jedoch vor allem auf das Thema Einbruchsschutz aufmerksam machen. Pascal Peters warnt: „In den vergangenen Pandemiemonaten haben wir weniger Einbrüche in Wohnungen und Häuser gemeldet bekommen. Dies ist wohl darauf zurückzuführen, dass die Menschen während des Lockdown und auch darüber hinaus viel mehr Zeit zu Hause verbracht haben und Einbrecher in der Regel nicht in bewohnte Häuser eindringen. Die Gefahr, dass solche Diebstähle stattfinden, bleibt aber weiterhin bestehen.“ 

Die Polizei rät zu Fenstern der Resistenz-Klasse RC2. Oben im Bild ist ein Sicherheitsbeschlag zu sehen. Unten links ein Absperrgriff und unten rechts der sogenannte Vitrage anti-infraction.
Die Polizei rät zu Fenstern der Resistenz-Klasse RC2. Oben im Bild ist ein Sicherheitsbeschlag zu sehen. Unten links ein Absperrgriff und unten rechts der sogenannte Vitrage anti-infraction.
Foto: Pierre Matgé

Den Besuchern wurde bei dieser Gelegenheit am Knuedler unter anderem gezeigt, wie wichtig die Absicherung der Hausfenster ist. „Vor allem im Untergeschoss soll man auf gut gesicherte Fenster achten. Denn durch diese dringen die meisten Einbrecher ein“, verrät Marc Ragnacci, Verantwortlicher beim Service national de prévention de la criminalité (SNPC). 

Marc Ragnacci - Verantwortlicher des Service national de prévention de la criminalité
Marc Ragnacci - Verantwortlicher des Service national de prévention de la criminalité
Foto: Pierre Matgé

Die Polizei rät somit zu Fenstern und Rahmen der Resistenz-Klasse RC2. Dazu müssen die Fenster drei Bedingungen erfüllen. Erstens den sogenannte „Vitrage anti-effraction“: Zwischen den Glasscheiben muss eine Schutzfolie sein, die verhindert, dass das Fenster eingeschlagen werden kann. Zweitens sollen an den Fenstern mehrere Sicherheitsbeschläge angebracht werden und drittens auch jeweils einen Griff mit einem Schloss. Zusätzlich zu diesen Voraussetzungen können die Fenster aber auch mit einem eingebauten Alarmsystem aufgerüstet werden, dies aber würde weniger oft genutzt, so Marc Ragnacci.

Allgemein würden viele Menschen erst nachdem sie schlimme Erfahrungen gemacht haben - also nach Einbrüchen oder versuchten Einbrüchen -,  in Sachen Sicherheit aufrüsten. „Es ist auch bedauernswert, dass in den meisten Lastenheften von Neubauten außer vielleicht einer Alarmanlage keine Sicherheitsmaßnahmen vorgesehen sind. Jeder, der gerade baut, ist also willkommen, bei unserer Beratungsstelle oder unserem Informations-Van vorbeizuschauen, um sich über den Einbruchsschutz zu informieren. Die Beratung ist natürlich kostenlos“, versichert Marc Ragnacci. 

Sicherheitsmaterial und entsprechende Reflexe

Statt alle Fenstern schlicht besser abzusichern, entscheiden sich viele Hausbesitzer eher dafür, sich eine Alarmanlage anzuschaffen. „Kostenbedingt macht das natürlich einen Unterschied. Während für ein Haus die Kosten für neue Fenster beispielsweise bei rund 20.000 Euro liegen, ist eine Alarmanlage für 3.000 und 5.000 Euro zu haben“, so Marc Ragnacci. 

Gute Alarmsysteme würden denn auch ihren Sicherheitszweck erfüllen. Allerdings sollte man stets auf die Qualität der Geräte und deren Installation achten. „Es ist wichtig, die Bewegungsmelder richtig anzubringen, sodass keine Schlupflöcher entstehen. Zusätzlich dazu können noch Kameras angebracht werden. Außerdem sollte eine Alarmanlage laut sein und im besten Fall auch grell leuchten“, erläutert der Präventionsexperte. 



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Alles in allem könne man sich aber nicht nur auf das Material, also gesicherte Fenster, verstärkte Türschlösser und Alarmsysteme, verlassen. Die Bevölkerung müsse auch die nötigen Gewohnheiten verinnerlichen, um für mehr Sicherheit im Eigenheim zu sorgen. Dazu gehört unter anderem das Absperren der Eingangstür beim Verlassen des Hauses oder des Gebäudes. Auch sollten Fenster vor dem Verlassen des Hauses nie auf Kipp gestellt werden. Im Inneren sollte stets ein Licht brennen, damit das Haus bewohnt erscheint. Auch sollte man die Stellung der Rollläden täglich verändern. Fährt man in den Urlaub, sollten die Nachbarn oder Familienmitglieder informiert werden. In diesem Kontext bietet die Polizei auch die sogenannten Urlaubspatrouillen als besondere Dienstleistung an. 

Weitere Informationen unter: www.police.lu

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