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Einbrecherbande in Luxemburg unterwegs: Wie sicher ist Ihr Eigenheim?

Einbrecherbande in Luxemburg unterwegs: Wie sicher ist Ihr Eigenheim?

Foto: Anouk Antony
Lokales 3 Min. 23.10.2014

Einbrecherbande in Luxemburg unterwegs: Wie sicher ist Ihr Eigenheim?

Ein Hubschrauber über den Dächern von Luxemburg-Beggen: Zwei Einbrecher versuchten am Donnerstag, in Häuser einzubrechen. Die Fahndung verlief negativ. Wie 
steht es eigentlich um die Sicherheit Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung?

(hip) - Am Donnerstag um 6.35 Uhr überraschte ein Anwohner aus Beggen einen Langfinger, der im Begriff war, in das Haus des Nachbarn einzubrechen. Nachdem er den Täter mit Steinen beworfen hatte, flüchtete dieser ins angrenzende Feld. Der Täter, etwa 1,60 Meter groß, mit hellem Haar und auffallend runder Brille war hellgrau gekleidet. Fast zeitgleich überraschte ein Hausbewohner in der Rue Mathias Hertert im gleichen Stadtviertel einen Einbrecher, der versuchte durch ein Fenster in sein Haus einzusteigen. Der Ertappte flüchtete durch den Garten. Dieser Täter wurde als kleiner Mann osteuropäischer Abstammung beschrieben.

Trotz polizeilichem Großeinsatz und Hubschrauberunterstützung konnten die Männer entkommen. Zeugen, die Hinweise über die Täter geben können, werden gebeten, sich unter der Notrufnummer 113 zu melden.

Tendenz steigend

Die Zahl der Einbruchsdiebstähle steigt kontinuierlich an. Dies belegen die Zahlen der Einbruchstatistik zwischen den Jahren 2010 und 2013, die vor Kurzem von Justizminister Felix Braz veröffentlicht wurde. Der Abgeordnete Roy Reding (ADR) wollte in einer parlamentarischen Anfrage an den Minister unter anderem zu wissen, wie sich die Zahl der Einbrüche entwickelt hat, ob unerkannte Täter ermittelt werden konnten und wenn ja, ob sie dem Richter vorgeführt und in Untersuchungshaft gebracht wurden.

Seit 2010 ist die Zahl um etwa 16 Prozent angestiegen. Im Jahr 2013 wurden insgesamt 5.424 Fälle festgehalten. Wurden vor vier Jahren noch 881 Verdächtige wegen Diebstahls nach einem Einbruch dem Untersuchungsrichter vorgeführt, waren es im vergangenen Jahr bereits 1.374. 1.291 Täter konnten durch DNA-Spuren oder Fingerabdrücke am Tatort eines früheren Einbruchs als Wiederholungstäter ausgemacht werden. 2010 wurden in 47 Fällen insgesamt 68 Personen inhaftiert, 2013 waren es 14 Fälle mehr, 82 Personen wurden zu einer Haftstrafe verurteilt.

Wie kann ich mein Heim schützen?

Ob auf der Arbeit oder im Urlaub, ob Haus oder Wohnung, jeder kann sein Eigenheim sicher aber auch unattraktiv für potenzielle Einbrecher machen. In Abwesenheit sollen keine Fenster auf Kippstellung gelassen werden und natürlich 
alle Zugangstüren abgeschlossen sein. Das gleiche gilt für das Garagentor. Bei Mehrfamilienhäusern ist es wichtig, dass die Eingangstür auch tagsüber abgeschlossen ist.

Wertgegenstände wie beispielsweise Schmuck, Bargeld, Tablets oder aber auch Kreditkarten sollten nicht frei im Haus herumliegen, sodass sie vom Dieb durch das Fenster gesehen werden können. In fast 260 Fällen wurden im Jahr 2013 übrigens Gegenstände von Hausangestellten oder während eines Handwerkerbesuchs entwendet.

Wer sein Eigenheim mit einfacher oder aber auch hochmoderner Technik vor den ungebetenen Besuchern schützen möchte, kann sich vom Präventionsdienst der Polizei kostenlos beraten lassen. Die Beamten geben auch sicherheitsrelevante Ratschläge bei der Planung von Bauvorhaben. Interessierte Bürger können mit den zuständigen Beamten einen Hausbesuch beantragen, um die möglichen Schwachstellen in den eigenen vier Wänden aufzudecken und das Zuhause anschließend optimal zu schützen.

Vorhandenes Alarmsystem immer einschalten

Was manche Bürger nicht wissen: Bei längerer Abwesenheit können sie die örtliche Dienststelle davon in Kenntnis setzen. Die Polizisten beziehen dann besagte Straßen gezielt in ihre tägliche Streifenfahrt ein. Dieser Dienst ist aber nicht mit der Arbeit eines professionellen Sicherheitsdiensts zu verwechseln. Wertvolle Informationen gibt es auch auf dem Internetauftritt der Polizei unter der Rubrik „Prävention“. Ein Unterthema beschäftigt sich gezielt mit dem Thema „Vor der Abreise in den Urlaub“. Ein Nachbar kann zum Beispiel simulieren, dass Sie zuhause sind, indem er den Briefkasten täglich leert oder gegebenenfalls am Abend ein Licht im Haus einschaltet. Da nach Polizeiangaben ein Einbruch im Durchschnitt nur zwischen fünf und zehn Minuten dauert, sollte man die Alarmanlage, falls vorhanden, auch bei kurzer Abwesenheit einschalten.

Nicht vergessen, dass die eigene Sicherheit stets im Vordergrund steht. Sollten Sie einen Einbruch beobachten oder durch fremde und verdächtige Geräusche aus dem Schlaf gerissen werden, verständigen Sie die Notrufzentrale der Polizei – lieber einmal umsonst, als im Ernstfall zu spät.


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