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Von DNS-Spur überführt
Lokales 2 Min. 26.01.2017 Aus unserem online-Archiv
Einbrecher vor Gericht

Von DNS-Spur überführt

Einbrecher vor Gericht

Von DNS-Spur überführt

Foto: Marc Wilwert/LW-Archiv
Lokales 2 Min. 26.01.2017 Aus unserem online-Archiv
Einbrecher vor Gericht

Von DNS-Spur überführt

Michel THIEL
Michel THIEL
Gheorge V. soll 2006 an einem Einbruch in Cloche d'Or beteiligt gewesen sein. Erst jetzt stand er in Luxemburg vor Gericht - überführt durch eine DNS-Spur, die zehn Jahre nach der Straftat zugeordnet werden konnte.

(mth) - Gheorge V. war am Donnerstagnachmittag vor Gericht anzusehen, dass er sich mit seiner Situation noch nicht so recht abgefunden hat. Dem 32-jährigen Rumänen wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, am 6. Juli 2006 als Mitglied einer organisierten kriminellen Bande an einem Einbruch in einem IT-Unternehmen in Cloche d'Or beteiligt gewesen zu sein. Überführt wurde er durch eine zehn Jahre alte DNS-Spur, die an einer Taschenlampe am Tatort gefunden wurde.

Erst 2014 konnte die Spur dem Angeklagten zugeordnet werden. Ein Ereignis, das in den letzten Jahren immer wieder vorkommt, da erst vor wenigen Jahren damit begonnen wurde, europaweit die Datenbanken mit DNS-Profilen untereinander abzugleichen. Im Fall Gheorge V. führte der Treffer zu einer Verhaftung und im vergangenen Oktober zu dessen Auslieferung nach Luxemburg.

Was für die Ermittler der Kriminalpolizei ein Erfolg ist, wird von der Verteidigung als unzureichender Beweis gesehen. Der Angeklagte bestreitet, jemals in Luxemburg gewesen zu sein und will auch nie einen Einbruch verübt haben. Für seinen Anwalt ist es nicht erwiesen, dass V. an dem Einbruch beteiligt war. Sein Mandant behauptet, er habe die Lampe in einem Auto zurückgelassen, das er verkauft habe. Wer die Lampe in Luxemburg zurückgelassen habe, wisse er nicht.

Die Soko "Dracula" ermittelt

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft ein reine Schutzbehauptung. Denn die Ermittler sind sich sicher, dass V. zu einer mehrköpfigen Einbrecherbande gehörte, die zwischen 2005 und Anfang 2007 in Luxemburg und mehreren anderen europäischen Staaten operierte. Der Operationsmodus war stets der gleiche: vier bis fünf Täter brachen nachts in Bürogebäude ein und entwendeten Laptops, Geldkassetten oder Tresore.

Die Bande war hoch organisiert und verfügte über eine ausgezeichnete Logistik. Das Diebesgut wurde nach Rumänien gebracht, was dank geschmierter Zollbeamten kein Problem darstellte. Ein bandeneigener IT-Fachmann "säuberte" die Laptops, die dann als gebrauchte Geräte verkauft wurden, ohne dass sie zurückzuverfolgen waren.

Die Kriminalpolizei fahndete mit Hochdruck nach der Bande. Eine Sonderkommission "Dracula" wurde gegründet, mehrere Bandenmitglieder konnten überführt und verurteilt werden - alle kommen aus der selben Stadt wie Gheorge V. Die Ermittler können sich nur bedingt auf die Unterstützung ihrer rumänischen Kollegen verlassen. Viele Polizisten dort seien bestochen, so ein Ermittler vor Gericht. Die Informationen der luxemburgischen Kripo gelangen quasi ungefiltert an die Verbrecherbande, die so immer bestens informiert und vor gewarnt ist.

Für Gheorge V. reichte dieses Schutzschild aus Korruption und einem Netz an Informanten schlussendlich nicht aus, um ungeschoren davon zu kommen. Die Staatsanwaltschaft fordert zwei Jahre Gefängnis wegen Einbruchdiebstahls. Das Urteil ergeht am 9. Februar.


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