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Einbrecher erst gefasst und nun vor Gericht
Lokales 2 Min. 20.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Einbrecher erst gefasst und nun vor Gericht

Der Einbrecher hatte ein Fenster auf der Rückseite des Hauses eingeschlagen, um sich Zugang zu verschaffen.

Einbrecher erst gefasst und nun vor Gericht

Der Einbrecher hatte ein Fenster auf der Rückseite des Hauses eingeschlagen, um sich Zugang zu verschaffen.
Foto: Privat
Lokales 2 Min. 20.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Einbrecher erst gefasst und nun vor Gericht

In der Silvesternacht hatten im vergangenen Jahr sechs Freunde einen Einbrecher in Ellingen gefasst. Nun musste sich der Mann vor Gericht verantworten.

(SH) - Während viele Menschen die Feiertage zum Jahresende nutzen, um etwas Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen, steht für unehrliche Gesellen ein ganz anderes Programm auf der Tagesordnung. Auf sie wirken verlassene Häuser wie eine wahre Einladung. Die Erfahrung, wie schnell eine ausgelassene Stimmung in solch einem Fall umschlagen kann, mussten Einwohner aus Ellingen im vergangenen Jahr machen. Denn während sie in der Silvesternacht im Nachbarort mit Freunden am Esstisch saßen, verschaffte sich ein Einbrecher Zugang zu ihrem Haus.

Dieser musste sich nun vor dem Bezirksgericht Luxemburg verantworten. Denn auch wenn sich die Bewohner kurz vor Mitternacht nicht im Haus befanden, so blieb der Einbruch dennoch nicht unbemerkt: Ein Nachbar hatte ein Geräusch vernommen und einen Schatten gesehen und daraufhin den Hausbesitzer angerufen. Dieser machte sich gemeinsam mit fünf Freunden gleich auf den Weg nach Ellingen, wo es der Gruppe tatsächlich gelang, den Täter zu stellen und festzuhalten, bis die Polizei eintraf.

Lebenswandel

Der Einbrecher hatte versucht, eine Tür der Veranda aufzuhebeln. Als ihm dies nicht gelang, schlug er schlussendlich eine Scheibe ein, um sich Zugang zum Haus zu verschaffen. Dort leerte er den Kühlschrank sowie Schränke. Auch auf die Kaffeemaschine hatte es der Rumäne wohl abgesehen: Diese hatte er bereits im Außenbereich abgestellt, ebenso wie Müllsäcke mit weiterem Diebesgut. Mitnehmen konnte er die Gegenstände nicht mehr. Denn der Hausbewohner war ihm zuvorgekommen.

„Ich hatte zu dem Zeitpunkt eine sehr schwierige Phase durchlebt“, gestand der Beschuldigte nun vor Gericht. Er habe Arbeit gesucht, aber keine gefunden. Deshalb sei es zu dem Einbruch gekommen. Es sei das erste Mal gewesen, dass er sich unerlaubten Zugang zu einem Haus verschafft habe. Mittlerweile habe er sein Leben aber im Griff und gehe seit vergangenem Sommer einer geregelten Arbeit nach. Er wolle sich denn auch noch einmal bei den Eigentümern entschuldigen.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft sprach seinerseits von einem Angeklagten, der nicht dem typischen Einbrecherprofil entspricht. Man müsse ihm zugutehalten, dass er während der Ermittlungen stets darauf bedacht war, mitzuarbeiten. „Man kann ihm den Titel des kooperativsten Einbrechers des Jahres zusprechen“, so seine Worte. Deshalb seien dem Mann auch mildernde Umstände anzuerkennen.


You awake, bleary eyed, there´s a sound, walk to the hall, a man, in the doorway, in your house, in your home, he´s got a knife.
Sechs Freunde schnappen Einbrecher
In Ellingen drang an Silvester ein Einbrecher in ein Haus ein. Doch er hatte die Rechnung ohne den Hauseigentümer und Co. gemacht. Es spielten sich filmreife Szenen ab.

Dennoch sei er in ein Haus eingebrochen und habe somit gegen das Gesetz verstoßen. Hierfür forderte der Vertreter der Staatsanwaltschaft eine zwölfmonatige Haftstrafe. Aufgrund der Vorstrafen sei eine einfache Bewährung wohl nicht möglich. Er widersetze sich aber nicht gegen einen Strafaufschub unter Auflagen. Hierzu zähle, die Hausbewohner zu entschädigen.

Hohe Schadenersatzforderung

Dies könnte den Beschuldigten teuer zu stehen kommen. Denn die Bewohner des Hauses beantragten Schadenersatz in Höhe von rund 35.000 Euro.

Denn auch wenn der Täter nicht die Möglichkeit hatte, Wertsachen zu entwenden, so hinterließ der Vorfall dennoch Spuren bei den Bewohnern. Immerhin hatte sich ein Fremder Zugang zu ihrem Zuhause verschafft. Demnach forderten die Hausbesitzer 10.000 Euro moralischen Schaden. Hinzu kommen rund 25.000 Euro, die jene Umbaumaßnahmen decken sollen, die die Besitzer nach dem Einbruch vornehmen haben lassen, um sich in ihren eigenen vier Wänden wieder sicherer zu fühlen. Dazu zählt ein Upgrade der Alarmanlage aber auch das Anbringen von Panzerglas in den Fenstern. Denn zu einem zweiten Vorfall soll es nicht kommen.

Die Richter geben ihr Urteil am 17. Januar bekannt.  

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