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Ein zartes Pflänzchen
Lokales 2 Min. 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Ein zartes Pflänzchen

Fünf Betriebe stellten 2009 auf Bio-Produktion um.

Ein zartes Pflänzchen

Fünf Betriebe stellten 2009 auf Bio-Produktion um.
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Lokales 2 Min. 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Ein zartes Pflänzchen

Die Familie der Biobauern ist in Luxemburg um fünf Betriebe gewachsen. Die große Nachfrage nach Bioprodukten können die 88 Biobauern dennoch nicht befriedigen.

(DS) - Im Februar 2009 hatte der damalige Landwirtschaftsminister Fernand Boden den nationalen Aktionsplan für Biolandwirtschaft vorgestellt. Ein Jahr später zog sein Amtsnachfolger, Romain Schneider, eine positive Bilanz: Die Familie der Biobauern ist um fünf Betriebe gewachsen. Die große Nachfrage nach Bioprodukten können die 88 Biobauern dennoch nicht befriedigen.

Weiterhin in der Nische

Um es gleich vorwegzunehmen: Die Biolandwirtschaft kommt auch ein Jahr nach dem Inkrafttreten des nationalen Aktionsplans für Biolandbau nicht über das Statut einer Nischenproduktion hinaus. Das Angebot hinkt weiterhin stark hinter der ständig steigenden Nachfrage her.

Nun zeichnet sich eine positive Tendenz ab: Fünf neue Betriebe haben sich in den vergangenen zwölf Monaten zur Umstellung entschlossen. Damit steigt die Zahl der Bio-Betriebe auf 88. Unter den 88 Bioproduzenten sind zwölf Imker, 13 Gemüsegärtner, fünf Winzer und sechs Obstbauern. Die Anbaufläche stieg von 3.535 auf 3.601 Hektar.

Zum Vergleich: Die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche betrug 2008 130 421 Hektar. Die Zielvorgabe Agrargesetz sieht vor, dass bis 2013 6 000 Hektar biologisch bewirtschaftet werden.

Das Luxemburger Mengenproblem

Im Landwirtschaftsministerium freut man sich über den Anstieg: „Zuletzt stieg die Zahl der Biobauern während der BSE-Krise so deutlich an,“ so Monique Faber, zuständig für Biolandbau bei der Ackerbauverwaltung. Bislang hatte sich das Interesse der Bauern an der Biolandwirtschaft in Luxemburg eher in Grenzen gehalten.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Unterschiede bei den Erzeugerpreisen nicht so ausgeprägt sind, wie dies in anderen Ländern der Fall ist. Und das ist u. a. wieder auf das spezifisch luxemburgische Mengenproblem zurückzuführen. So können beispielsweise nur 70 Prozent der erzeugten Biomilch auch unter dem Bio-Label verkauft werden. Der Rest geht zu konventionellen Preisen in den konventionellen Markt zurück, weil einfach die notwendigen Mengen nicht vorhanden sind, um auch andere Produkte wie etwa Fruchtyoghurts, Schokomilch usw. anbieten zu können.

Dass im vergangenen Jahr das Interesse an der Biolandwirtschaft gestiegen ist, wertet Landwirtschaftsminister Romain Schneider als Zeichen, dass der Aktionsplan greift. Die fünf strategischen Ziele sollen deshalb auch 2010 weitergeführt werden. Daneben sollen aber auch neue Strategien umgesetzt werden.

Prämiensystem soll überprüft werden

Ganz oben auf der Prioritätenliste steht die Überprüfung des aktuellen Prämiensystems: „Wir wollen analysieren, ob das bestehende Prämiensystem greift und ob es genügend Anreize liefert, um konventionell wirtschaftende Bauern davon zu überzeugen, ihre Produktion umzustellen“, so Landwirtschaftsminister Romain Schneider. Es dürfe nicht sein, dass potenzielle Interessenten abgeschreckt würden, weil sie finanzielle Nachteile durch die Umstellung zu befürchten haben.

Ein weiterer Schwerpunkt wird auf der Fleischsparte liegen. Es geht allerdings weniger darum, die Werbetrommel für Biofleisch zu rühren und so den Absatz zu steigern. Ohnehin kommt die Produktion auch in diesem Segment kaum dem Angebot hinterher. Es geht vielmehr darum, die Verkaufsstrukturen zu optimieren. Bislang geschieht der Verkauf in der Hauptsache ab Hof. Dann soll die Forschung im Bereich Biolandbau nach 2009 noch einmal forciert werden. Vor allem will man die Zusammenarbeit mit den beiden nationalen Forschungszentren ausbauen. Für Landwirtschaftsminister Romain Schneider ist allerdings klar: „Es gibt nicht die konventionelle Landwirtschaft und die biologische Landwirtschaft. Es gibt nur die luxemburgische Landwirtschaft“.