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Ein Tritt in die Pedale und ab zum Unterricht
Lokales 2 Min. 13.09.2020

Ein Tritt in die Pedale und ab zum Unterricht

Mit Helm und Muskelkraft zur Schule. In der Gemeinde Käerjeng beschreitet man neue Wege.

Ein Tritt in die Pedale und ab zum Unterricht

Mit Helm und Muskelkraft zur Schule. In der Gemeinde Käerjeng beschreitet man neue Wege.
Foto: Raymond Schmit
Lokales 2 Min. 13.09.2020

Ein Tritt in die Pedale und ab zum Unterricht

Raymond SCHMIT
Raymond SCHMIT
Die Gemeinde Käerjeng lanciert ein neues Pilotprojekt: Mit dem Fahrradbus soll Bewegung den Schulweg bestimmen.

Der tägliche Weg zur Schule darf ruhig mit etwas Bewegung verbunden sein. In der Gemeinde Käerjeng setzt man in diesem Jahr auf ein neues Fortbewegungsmittel, das die Kinder zum Unterricht bringen soll: den Fahrradbus. Er soll die eigenen zwei Beine oder den traditionellen Schulbus allerdings nicht völlig ersetzen, sondern ein Zusatz zu Pedibus und Bus sein. Am Samstag konnten sich Schüler und Eltern bei einer Vorstellung des Projekts ein Bild davon machen, was denn da auf sie zurollt. Die Reaktionen waren vornehmlich positiv. 

Der Fahrradbus ist ein gemeinsames Konzept der Gemeinde Käerjeng, des Busunternehmens Sales-Lentz und Cool 2 School, dem Start-up des Jungunternehmers Sam Sales. Mit dem neuen Fortbewegungsmittel wollen die drei Partner zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen will man die Bewegung fördern. Denn die soll, glaubt man den Fachleuten, dem Lerneifer von Schülern durchaus förderlich sein.

Umweltfreundlich unterwegs 

Auf der anderen Seite will man auch der Umwelt Gutes tun. Sollte sich das Pilotprojekt durchsetzen, dann wird es möglich sein, die Zahl der eingesetzten Schulbusse von bisher sieben auf fünf zu senken.


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Das wiederum soll dazu beitragen, die Schadstoffausstöße in der Ortschaft zu senken. Das Abstrampeln auf dem Weg zur Schule ist allerdings noch mit Zukunftsmusik verbunden. Der Fahrradbus wird nicht gleich zum Schulanfang zum Einsatz kommen, sondern wohl erst ab dem 1. Januar 2021. Das neuartige Transportmittel mit Muskelkraft und Elektrounterstützung hat nämlich noch keine Straßenzulassung. Man hofft, diese in Kürze zu erhalten. 

Positiv stimmt die Initiatoren, dass die zuständigen Ministerien dem Projekt offenbar freundlich gesinnt sind. Auch im Gemeinderat wurde das neue Fortbewegungsmittel durchaus positiv aufgenommen. Die restlichen Monate des Jahres will man für den Lernprozess nutzen. 

Prototyp ausbaufähig 

Bisher steht ein Prototyp des neuartigen Fortbewegungsmittels zur Verfügung. Er bietet Platz für acht Schüler und eine Begleitperson. Das Fahrzeug könnte durchaus noch angepasst werden, wenn sich das aus den Erkenntnissen des Lernprozesses aufdrängt, hieß es bei der Vorstellung. So will man auch der Tatsache Rechnung tragen, dass in Luxemburg nicht immer Sonnenschein herrscht wie im trockenen Sommer 2020. 


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Der Fahrradbus soll in der Anlaufphase ausschließlich in der früheren Gemeinde Niederkerschen zum Einsatz kommen. Eine Anmeldung von Eltern, deren Kinder darauf zurückgreifen wollen, ist erforderlich. Auch eine Abmeldung ist, etwa im Krankheitsfall, dringend erwünscht. Das Pilotprojekt könnte durchaus Schule machen. Jungunternehmer Sam Sales hofft auf jeden Fall, dass noch mehr Gemeinden auf Muskelkraft für den Schulweg zurückgreifen werden, wenn sich das Konzept bewähren sollte.


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