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Ein Traumsommer
Lokales 3 Min. 06.09.2018 Aus unserem online-Archiv

Ein Traumsommer

Der lange Sommer sorgte dafür, dass die Weinlese an der Mosel bereits Ende August beginnen konnte.

Ein Traumsommer

Der lange Sommer sorgte dafür, dass die Weinlese an der Mosel bereits Ende August beginnen konnte.
Foto: Chris Karaba
Lokales 3 Min. 06.09.2018 Aus unserem online-Archiv

Ein Traumsommer

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Schön war er, der Sommer 2018. Und so ist es auch kein Wunder, dass er sich hinter jenem aus dem Jahr 2003 als zweitwärmster seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Statistiken einschreibt.

Sonne und Temperaturen knapp über 20 Grad Celsius werden am Wochenende noch einmal ein Gefühl von Spätsommer versprühen, auch wenn für die Wetterexperten der Herbst längst begonnen hat. Zeit demnach, eine Bilanz des meteorologischen Sommers zu ziehen.

Sah es anfangs Juni zunächst nicht gut aus – Gewitter mit Starkregen sorgten insbesondere im Osten des Landes für massive Überschwemmungen und richteten Schäden an, die bis heute nicht komplett behoben werden konnten –, so sollte sich das Blatt dennoch schnell wenden. Am Ende wurde an der Station des staatlichen Wetterdienstes in Findel der zweitwärmste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1947 gemessen.


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Durchschnittlich war es 20,1 Grad Celsius warm. Dies sind nicht nur 2,8 Grad mehr als im langjährigen Mittel der Jahre 1981 bis 2010, sondern auch nur 0,4 Grad weniger als im sogenannten Jahrhundertsommer im Jahr 2003. Auffällig auch, dass es in allen drei Sommermonaten wärmer war, als dies zu erwarten gewesen wäre. Der Juni 2018 lag mit 18,2 Grad 2,3 Grad über dem Durchschnitt und ist damit der viertwärmste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Der Juli schaffte es mit 22,1 Grad gar hinter 2006 auf Platz zwei (langjähriges Mittel: 18,2). Für den vergangenen August reichte es mit 19,9 Grad gemeinsam mit jenem von 1947 zu Rang vier (Schnitt: 17,7 Grad).

Sommertage und Tropennächte

Am wärmsten war es am 7. August mit 35,1 Grad in Findel. Es war auch der einzige sehr heiße Tag des diesjährigen Sommers. Heiße Tage mit Höchsttemperaturen über 30 Grad Celsius wurden 13 registriert. Normal wären vier gewesen. Sommertage mit mindestens 25 Grad gab es hingegen 55 – und somit nur einen weniger als 2003. Tropennächte mit Temperaturen, die nicht unter 20 Grad sanken, wurden unterdessen acht verzeichnet.

Dennoch war es ab und an richtig kühl. So wurden am 22. Juni minimale 6,4 Grad in Findel gemessen. Am 26. August war es mit 6,6 Grad nur unwesentlich wärmer. In anderen Regionen des Landes wurden Ende August weitaus tiefere Temperaturen gemeldet.

Einher mit den recht hohen Temperaturen gehen viele Sonnenstunden. 834,4 sind deren über 100 mehr als in einem durchschnittlichen Sommer (708). Sowohl der Juni (229,6) als auch der Juli, mit 348 Stunden der sonnenscheinreichste Monat seit 1947, und August (256,8) lagen über dem Soll. Im vergangenen Monat gab es dabei keinen einzigen Tag, an dem sich die Sonne nicht blicken ließ, auch wenn dies am 14., 24., 27. und 30. Tag des Monats jeweils während weniger als einer Stunde der Fall war.

Ein Eis war zur Abkühlung öfter willkommen. Hier am Piccadilly.
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Foto: Gerry Huberty

Was im Sommer hingegen fehlte, war Regen. 136,6 Liter Niederschlag pro Quadratmeter entsprechen nur rund 60 Prozent der 226 Liter, die rein statistisch an der Wetterstation in Findel vorgesehen waren. Dabei zeigten sich der Juni mit etwas mehr als 63 Litern und der August mit knapp 59 Litern noch feuchter als der Juli, der mit 14,5 Litern der fünftniederschlagärmste Monat seit Messbeginn war.

Mehr Gewitter als üblich

An 28 der 92 Tage fiel Regen. Dies liegt unter dem Mittelwert von 40 Tagen. Unwetter gab es hingegen eine ganze Menge. Immerhin wurden in drei Monaten 17 Gewittertage gezählt. Im Normalfall sind es deren in einem Sommer lediglich 14,6. Alleine im August war es zu sieben Gewittern, aufgeteilt auf sechs Tage, gekommen.

Nebel war im August – ebenso wie im Juli – nie zu sehen. Im Juni hatte es drei Nebeltage (sechs Stunden) gegeben.

Auch wenn der Herbst bereits am 1. September für die Wetterexperten begonnen hat und noch bis zum 30. November dauert, so macht sich – abgesehen von recht kühlen Temperaturen in der Nacht, respektive in den frühen Morgenstunden – derzeit noch nicht viel davon bemerkbar. In den kommenden Tagen bleibt es freundlich mit Temperaturen knapp über 20 Grad. Regen ist zunächst nicht in Sicht.

Kalendarisch beginnt der Herbst erst am 23. September und wird am 21. Dezember vom Winter abgelöst. Der Unterschied geht auf die Zeiten zurück, in denen es noch keine Computer gab. Um das Aufstellen der Statistiken zu vereinfachen, griffen die Meteorologen damals auf volle Monate zurück.


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