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Ein Sommer ohne richtige Fouer
Lokales 3 Min. 21.04.2020

Ein Sommer ohne richtige Fouer

Lange Partynächte, viele Menschen: In diesem Jahr wird die Fouer anders aussehen als noch im Jahr zuvor – wenn die Veranstaltung denn überhaupt in anderer Form stattfinden wird.

Ein Sommer ohne richtige Fouer

Lange Partynächte, viele Menschen: In diesem Jahr wird die Fouer anders aussehen als noch im Jahr zuvor – wenn die Veranstaltung denn überhaupt in anderer Form stattfinden wird.
Foto: John Oesch / LW-Archiv
Lokales 3 Min. 21.04.2020

Ein Sommer ohne richtige Fouer

Schöffe Patrick Goldschmidt bestätigte am Montag im hauptstädtischen Gemeinderat, was viele bereits befürchtet hatten: Auch die Schobermesse muss aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr ausfallen. Die Stadtverantwortlichen suchen nach Alternativen.

(str/sas) - „Wenn bis Ende Juli unter anderem Spielplätze geschlossen bleiben und auf Sportplätzen kein Tennis gespielt wird, dann ist es nicht vorstellbar, nur drei Wochen später jeden Tag bis zu 100.000 Menschen auf dem Glacis zu versammeln“, stellte Schöffe Patrick Goldschmidt (DP) in der Sitzung des hauptstädtischen Gemeinderats am Montag fest. Daraus folgt: „Eine Schueberfouer, so wie wir diese kennen, wird in diesem Jahr in der Form nicht stattfinden können“, so Goldschmidt. 

Geprüft werde nun allerdings die Idee, kleine Kirmessen auf die Beine zu stellen – ohne größere Gastronomiebetriebe und Veranstaltungen, wie man sie von der Fouer kennt. Ein entsprechendes Projekt soll vom Schöffenrat und den zuständigen Diensten ausgearbeitet und auf die Machbarkeit hin überprüft werden. Auf diese Weise könnte den Schaustellern unter die Arme gegriffen werden, für die das Volksfest oft die Hälfte ihrer jährlichen Einnahmen ausmachen würde.

In den sozialen Medien bei Facebook fand Patrick Goldschmidt am Montag dann deutlichere Worte und teilte dort mit, dass die traditionelle hauptstädtische Fouer annulliert sei. Es würde allerdings alles dafür gemacht, den Bürgern die Freude, die die Fouer mit sich bringt, in diesem Jahr über andere Wege zu bereiten.

Zukunft ungewiss

Unklar ist sogar, ob Veranstaltungen stattfinden können, die erst für das Ende des Jahres geplant sind. Nicht sicher ist demnach laut Patrick Goldschmidt, ob es in diesem Jahr Weihnachtsmärkte in der Hauptstadt geben wird. Alles hänge davon ab, wie sich die Situation bis dahin weiterentwickle – je nachdem ob ein Impfstoff gefunden werde und inwiefern die Bewegungsfreiheit dann wieder weniger eingeschränkt sei. 


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Auch das Schicksal der Braderie ist ungewiss, wie Schöffe Serge Wilmes (CSV) erklärte. Die Gemeinde führt derzeit Gespräche mit dem Geschäftsverband, um zu klären, wie der Straßenmarkt in diesem Jahr vielleicht auf andere Art und Weise stattfinden kann.

Sicher ist hingegen, dass die Aktivitäten der Aktioun Bambësch bis Ende Juli abgesagt werden. Da sich die kostenlosen Ferienaktivitäten für Schulkinder allerdings üblicherweise bis in den August ziehen, zog Colette Mart (DP) in der gestrigen Sitzung eine vorsichtige Belebung der Aktivitäten in Betracht. Allgemein sei man aktuell laut Simone Beissel (DP) am Überlegen, wie Aktivitäten für Kinder an der frischen Luft schon während des Sommers wieder möglich gemacht werden könnten – auf öffentlichen Plätzen und immer mit ausreichend Sicherheitsabstand. 

Plan de pandémie hat funktioniert

Bürgermeisterin Lydie Polfer (DP) unterstrich, dass es kaum Spielraum für gesicherte Entscheidungen gebe. Man warte noch auf Anweisungen des Ministeriums. Alles in allem kam sie während der Sitzung allerdings zu der Schlussfolgerung, dass der sogenannte Plan de pandémie der Stadt Luxemburg bisher gut funktioniert habe.


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Als richtig bewertete sie im Nachhinein eine von der Öffentlichkeit viel diskutierte Entscheidung: den mittwochs und samstags auf dem Knuedler stattfindenden Frischwarenmarkt auch weiterhin durchzuführen – das, wie Lydie Polfer erklärte, mit der Begründung, dass Menschen sich dort mit Nahrungsmitteln versorgen können. 

„Als wir merkten, dass viele den Markt besuchten, wurden die Stände anders aufgestellt, sodass der Abstand trotzdem eingehalten werden kann. Auch haben wir die Händler daran erinnert, Masken und Handschuhe zu tragen“, so die Bürgermeisterin. 

Unterstützung für Geschäftsleute

Heiß diskutiert wurde in der Ratssitzung am Montag die derzeitige Situation der Besitzer von Geschäften und Gaststätten. Auf die Frage, wann die Inhaber von Restaurants und Bars ihre Terrassen wieder öffnen, gab es keine konkrete Antwort. Man müsse sich dabei an die Vorgaben der Regierung halten, so Lydie Polfer. 

In puncto finanzielle Hilfen für die Geschäftsleute stellte Schöffe Wilmes fest: „Es ist nicht die Hauptaufgabe der Gemeinde, finanzielle Unterstützung zu leisten, dafür ist in erster Linie immer noch die Regierung zuständig. In dem Bereich wurden bereits einige Maßnahmen unternommen und weitere angekündigt.“ Trotzdem würde man als Gemeinde dort finanzielle Unterstützung bieten, wo es nur möglich sei. Allerdings müssten die Details dazu noch geklärt und Kriterien festgelegt werden.

Eine gute Nachricht hatte Wilmes indes für Geschäftsleute des Bahnhofsviertels: Man habe Luxtram gebeten, die Arbeiten in der Avenue de la Liberté und am Bahnhofsvorplatz während des Lockdowns vorzuziehen und zu beschleunigen. 

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