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Ein "sehr brutaler Übergriff"
Lokales 30.01.2019 Aus unserem online-Archiv

Ein "sehr brutaler Übergriff"

Das Urteil ergeht am 20. Februar.

Ein "sehr brutaler Übergriff"

Das Urteil ergeht am 20. Februar.
Foto: Lex Kleren
Lokales 30.01.2019 Aus unserem online-Archiv

Ein "sehr brutaler Übergriff"

Weil er den Besitzer eines Döner-Restaurants in Mersch niedergeschlagen haben soll, riskiert ein 38-jähriger Mann eine 25-jährige Freiheitsstrafe. Der Staatsanwaltschaft nach könnten die Richter versuchten Mord zurückbehalten.

(SH) - Die Staatsanwaltschaft wisse nicht alles, sie wisse aber, dass es am 22. März 2016 gegen 23 Uhr in Mersch zu einem „sehr brutalen Übergriff“ gekommen sei, dass Ammar A. zum Tatzeitpunkt in Mersch war und dass sich seine DNS an einer der Tatwaffen – einer Holzlatte – befand, erklärte der Vertreter der Staatsanwaltschaft gestern im Prozess wegen versuchten Totschlags an einem Dönerladen-Besitzer.

Dass sich nur ein Beschuldigter vor Gericht verantworten musste, obwohl der Ermittler von zwei Tätern berichtet hatte, erklärt sich dadurch, dass die DNA-Spuren einzig auf Ammar A. schließen ließen.


Vor dem Kebab niedergeschlagen
Scheinbar ohne Grund wird ein Mann im März 2016 in Mersch von zwei Männern niedergeschlagen. Einer der mutmaßlichen Täter muss sich nun wegen versuchten Totschlags vor Gericht verantworten.

Die vermummten Täter hatten sich auf ihr Opfer zubewegt, ihm dann gleich einen Faustschlag ins Gesicht verpasst und ihn anschließend mit einer Latte auf den Kopf geschlagen und ihm mit einem spitzen Gegenstand Zentimeter tiefe Schnitte im Rücken zugefügt. Dass die Verletzungen ohne das Eingreifen der Rettungskräfte tödlich hätten enden können, hatte zuvor ein Gerichtsmediziner bestätigt.

Keine Bewährung

Dem Vertreter der Staatsanwaltschaft nach sei der Tatbestand des versuchten Totschlags gegeben. Einzig ein Motiv fehle. Es liege demnach an den Richtern, festzuhalten, ob es sich nicht möglicherweise gar um einen versuchten Mord handele. „Ich habe selten Fälle gesehen, in denen so viele Elemente gegen den Angeklagten sprechen, dieser aber zu keinem Zeitpunkt kollaborieren wollte“, so der Vertreter der Staatsanwaltschaft, der eine Freiheitsstrafe von 25 Jahren ohne Bewährung forderte.

Auch vor Gericht machte der Angeklagte keine Anstalten, etwas zur Aufklärung beizutragen. Vielmehr regte er sich darüber auf, dass er als einziger – zu unrecht – Beschuldigter da steht und betonte, nichts mit dem Vorfall zu tun zu haben.

Das Urteil ergeht am 20. Februar.


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