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Ein Monat "Wanteraktioun": Warmes Bett für kalte Nächte
Lokales 2 Min. 04.01.2017 Aus unserem online-Archiv

Ein Monat "Wanteraktioun": Warmes Bett für kalte Nächte

Für 180 Personen gibt es in Findel einen Schlafplatz.

Ein Monat "Wanteraktioun": Warmes Bett für kalte Nächte

Für 180 Personen gibt es in Findel einen Schlafplatz.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 2 Min. 04.01.2017 Aus unserem online-Archiv

Ein Monat "Wanteraktioun": Warmes Bett für kalte Nächte

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Seit einem Monat läuft die "Wanteraktioun" für Obdachlose. Ein Trend scheint sich bereits jetzt abzuzeichnen: Mehr Menschen denn je nutzen das Schlafangebot in Findel. Und auch im Tagesfoyer steigt die Zahl der Gäste im Vergleich zum Vorjahr.

(dho) - In der Nacht herrscht klirrende Kälte. Das Risiko, ohne den richtigen Schlafsack unter freiem Himmel zu erfrieren, ist groß. Um Obdachlosen eine Schlafmöglichkeit und eine warme Mahlzeit zu bieten, führte das Familienministerium vor mehr als zehn Jahren die „Wanteraktioun“ ein, die vom Roten Kreuz, der Caritas und von „InterActions“ geleitet wird.

Die Aktion läuft seit dem 1. Dezember und noch bis zum 31. März, kann aber je nach Wetterlage verlängert werden.

Aktion hat sich herumgesprochen

Bei einer ersten Zwischenbilanz wird ersichtlich: Die Zahl der Personen, die das Angebot in Anspruch nehmen, steigt. Bei der diesjährigen Aktion nutzen im Schnitt 80 bis 90 Personen die Schlafgelegenheiten in Findel innerhalb eines ehemaligen Bürogebäudes. Damit nutzen pro Nacht im Schnitt 20 Personen mehr die Struktur, als dies im Dezember 2015 der Fall war. Einen Zusammenhang zwischen den Temperaturen und der Anzahl der Personen, welche die Übernachtungsmöglichkeit nutzen, sei bisher nicht festgestellt worden, teilt das Familienministerium auf Nachfrage mit. Jedoch wird die Aktion immer bekannter, sodass mehr Menschen davon wissen.

Die "Wanteraktioun" findet in einem ehemaligen Bürogebäude in Findel statt.
Die "Wanteraktioun" findet in einem ehemaligen Bürogebäude in Findel statt.
Foto: Pierre Matgé

180 Betten stehen täglich in Findel bereit. Im Extremfall könnten noch weitere Feldbetten aufgestellt werden. Um dort zu übernachten, müssen sich die Bedürftigen im „Centre d'accueil“ in Bonneweg auf 22, Dernier Sol anmelden.

Täglich fahren Busse gegen 19 Uhr im Bahnhofsviertel ab, um die Obdachlosen nach Findel zu bringen. Um 9 Uhr morgens fahren sie dann in die Hauptstadt zurück. Auch in der Neujahrsnacht wurde keine Ausnahme gemacht.

Neben einem warmen Bett für die Nacht erhalten Bedürftige während der „Wanteraktion“ auch eine warme Mahlzeit im Tagesfoyer in Bonneweg. Täglich werden hier im Schnitt 150 Mahlzeiten ausgegeben. An manchen Tagen besuchen mehr Personen das Foyer als an anderen. Eine Tendenz zeichnet sich auch hier dennoch bereits ab, und die ist ebenfalls steigend. Das Menü in der Nacht zum Neujahr war übrigens Rinderroulade mit Schupfnudeln und Blumenkohl. Das vegetarische Menü war überbackener Blumenkohl.

Und der Rest des Jahres?

Viele von den Menschen, die von der „Wanteraktioun“ profitieren, übernachten den Rest des Jahres auf der Straße. Die Gründe sind sehr unterschiedlich. Einige ziehen es vor, im Sommer draußen zu schlafen, da sie nicht die Regeln eines Foyers befolgen wollen. Andere dürfen das Foyer nicht mehr nutzen, da sie aus diversen Gründen verwiesen wurden. Wieder andere sind im Nachtfoyer in Findel, weil die Polizei sie abends aufgegriffen hat und zur Übernachtung dorthin gebracht hat. Und dann gibt es diejenigen, die keine regulären Papiere besitzen und nie in Luxemburg angemeldet waren. Sie haben keinen Zugang zu einem Foyer hierzulande.

Das "Centre d’accueil" in Bonneweg.
Das "Centre d’accueil" in Bonneweg.
Foto: Pierre Matgé

Bei den Personen, die das Übernachtungsangebot bisher nutzen, handelte es sich bei acht Prozent um Luxemburger, bei 71 Prozent um andere Europäer und bei 16 Prozent um Menschen vom afrikanischen Kontinent.





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