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Ein Monat nach der Amokfahrt von Wiltz
Lokales 2 Min. 02.02.2019 Aus unserem online-Archiv

Ein Monat nach der Amokfahrt von Wiltz

Zehn Tage nach der Tat wurde dem kleinen Calvin in Wiltz gedacht.

Ein Monat nach der Amokfahrt von Wiltz

Zehn Tage nach der Tat wurde dem kleinen Calvin in Wiltz gedacht.
Foto: Roland Arendt
Lokales 2 Min. 02.02.2019 Aus unserem online-Archiv

Ein Monat nach der Amokfahrt von Wiltz

Ein Monat ist seit der Amokfahrt in Wiltz, bei der ein Mann seinen Wagen in eine Fußgängergruppe steuerte und dabei seinen eigenen Sohn so schwer verletzte, dass dieser starb, vergangen. Die Ermittlungen laufen.

(SH) - Calvin wurde nur zwei Jahre alt. Der Junge starb am 2. Januar an seinen Verletzungen, nachdem er von seinem eigenen Vater angefahren worden war.

Dieser, ein 47-jähriger Luxemburger, hatte seinen Wagen heute vor einem Monat, gegen 15 Uhr, in der Rue Grande-Duchesse Charlotte in Wiltz wohl absichtlich in eine Gruppe von Menschen gelenkt. Unter den Opfern befand sich, neben dem zweijährigen Jungen, auch dessen 42-jährige Mutter – und ehemalige Partnerin des Fahrers –, eine 24-jährige Frau, deren zehn Monate alte Tochter und ein 47-jähriger Mann, der sich zum Tatzeitpunkt etwas abseits der beiden Mütter mit ihren Kinderwagen auf dem Bürgersteig befand.


Akkident Wiltz
 Et misst en d´Nummer vum Auto wech maachen / Foto: Roland ARENDT
Mann rast mit Auto in Fußgänger: Kind stirbt
Ein Autofahrer ist am Mittwoch in Wiltz in eine Menschengruppe gerast. Sein zweijähriges Kind kam dabei ums Leben, vier weitere Personen wurden schwer verletzt. Es handelt sich um eine Beziehungstat.

Die Staatsanwaltschaft hatte noch am Abend des 2. Januar mitgeteilt, dass man von einer Beziehungstat ausgehe. Seitdem wird wegen Mordes, Totschlages, versuchten Mordes und versuchten Totschlages gegen den Fahrer ermittelt. Für diese Straftaten sieht das Gesetz eine lebenslängliche Freiheitsstrafe vor.

Der 42-jährige Mann war am Tag nach der Tat von einem Untersuchungsrichter angehört worden. Auf Nachfrage hin bestätigte die Pressestelle der Justiz Anfang dieser Woche, dass sich der Fahrer weiterhin in Untersuchungshaft befindet.

Die Polizei hatte ihrerseits ein paar Tage nach der Tat in einem Zeugenaufruf weitere Details zum Ablauf gegeben. So hatte sie etwa betont, dass der Wagen auf der Straße gewendet worden war.

Eine Gedenkminute

In Wiltz ist unterdessen der erste Schock einer großen Anteilnahme gewichen. So hatte eine Facebook-Nutzerin für den 12. Januar zu einer Gedenkminute für den zweijährigen Calvin aufgerufen, der den Vorfall nicht überlebt hatte. An der Unfallstelle in der Rue Grande-Duchesse Charlotte wurden von den Trauernden Plüschtiere und Blumen niedergelegt sowie Kerzen aufgestellt.

Was den Gesundheitszustand der vier verletzten Personen angeht, wurde am Tag nach der Tat lediglich mitgeteilt, dass das zehn Monate alte Kind das Krankenhaus verlassen konnte und sich die weiteren drei Opfer in einem stabilen Zustand befinden. Die Justiz wies eine weitere Nachfrage ab und verwies auf die Privatsphäre der Betroffenen.

Richtige Entscheidung

Warum die Verletzten in die Kinderklinik, respektive ins Krankenhaus von Ettelbrück und nicht in jenes in Wiltz gebracht wurden, das sich nur ein paar hundert Meter vom Tatort entfernt befindet, hatte Dr. Marcel Bauler, der medizinische Direktor des Centre hospitalier du Nord erklärt: In Wiltz ist man schlicht und einfach nicht dafür ausgestattet, Schwerverletzte zu operieren.

Der aus Ettelbrück mit dem Hubschrauber eingeflogene Notarzt habe somit die einzig richtige Entscheidung getroffen, und die Vorgehensweise sei völlig normal gewesen. Diese Aussage wurde vom Corps grand-ducal d'incendie et de secours (CGDIS) bestätigt.

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