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Ein Monat mit den Radargeräten: Über 40.000 Geblitzte, über 1.200 Strafverfahren
Lokales 3 Min. 15.04.2016

Ein Monat mit den Radargeräten: Über 40.000 Geblitzte, über 1.200 Strafverfahren

In knapp einem Monat wurden bereits 40.000 Fahrer mit überhöhter Geschwindigkeit geblitzt.

Ein Monat mit den Radargeräten: Über 40.000 Geblitzte, über 1.200 Strafverfahren

In knapp einem Monat wurden bereits 40.000 Fahrer mit überhöhter Geschwindigkeit geblitzt.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 3 Min. 15.04.2016

Ein Monat mit den Radargeräten: Über 40.000 Geblitzte, über 1.200 Strafverfahren

Diane LECORSAIS
Diane LECORSAIS
Seit einem Monat wird auf Luxemburgs Straßen geblitzt - und das nicht zu knapp. Über 40.000 Fahrer wurden bereits mit überhöhter Geschwindigkeit erwischt. In drei Wochen werden die nächsten zehn Geräte in Betrieb genommen.

(DL) - Nun blitzen sie also seit genau einem Monat, die Radargeräte auf Luxemburgs Straßen. Am 16. März wurden die ersten zehn fest installierten Blitzer in Betrieb genommen, am 18. März folgten zusätzlich sechs mobile Geräte. Schon in den ersten Stunden nach der Inbetriebnahme zeichnete sich ein klares Bild ab, waren doch nach nur anderthalb Tagen bereits 2 600 Fahrer in die Falle getappt. Wer nun aber meint, nach vier Wochen sollte diese Zahl abflauten, der irrt. Eine Bestandsaufnahme in acht Punkten.

1) Wie viele Fahrer wurden bislang geblitzt?

Mehr als 40.000 Fahrer wurden seit Inbetriebnahme der Radargeräte geblitzt, in über 1.200 Fällen waren die Fahrer dermaßen schnell unterwegs, dass der Fall vor Gericht landet (Stand: Anfang der Woche). Die meisten Fahrer wurden in Merl, am Ende der Escher Autobahn, mit überhöhter Geschwindigkeit geblitzt. Diese Zahlen gab die Polizei auf Nachfrage hin bekannt.

2) Wie viele wollen ihr Foto sehen?

Das vom Radargerät aufgenommene Foto wird bekanntlich nicht mit dem Strafzettel verschickt. Auf Wunsch können Fahrzeugbesitzer es allerdings beim „Centre de traitement“ in Bartringen einsehen. Täglich machen acht bis zwölf Personen von dieser Möglichkeit Gebrauch, heißt es bei der Polizei. Abgesehen vom Fahrer werden alle anderen Fahrzeuginsassen unkenntlich gemacht. Mitnehmen darf man das Foto nicht.

3) Wie lange dauert es, bis ich Post von der Polizei erhalte?

Fünf bis acht Tage dauert es in der Regel, bis ein Fahrer, der geblitzt wurde, Post von der Polizei erhält. Der Strafzettel wird per Einschreiben zugestellt.

4) Wie werden die mobilen Geräte eingesetzt?

Die sechs mobilen Geräte sind nicht jeden Tag im Einsatz. Jeder der sechs regionalen Polizeibezirke verfügt über eine mobile Radaranlage – ob, wann, wo und wie lange diese jeweils benutzt wird, entscheidet die zuständige Direktion.

Auf dem Strafzettel sind die gemessene Geschwindigkeit, die zurückbehaltene und die erlaubte aufgeführt.
Auf dem Strafzettel sind die gemessene Geschwindigkeit, die zurückbehaltene und die erlaubte aufgeführt.
Foto: Lex Kleren

5) Wo sind die Radare überall Thema?

Die neuen Radargeräte sorgen weiterhin für viel Gesprächsstoff – dies nicht nur am Stammtisch und in den sozialen Netzwerken. So wurden bereits mehrere parlamentarische Anfragen zu den Blitzern gestellt.

Die Abgeordneten André Bauler und Max Hahn (DP) erkundigten sich beispielsweise zu angeblichen Problemen der Blitzer bei der Unterscheidung von Last- und Lieferwagen. Die Antwort durch Infrastrukturminister François Bausch steht noch aus.

Auch im Petitionsausschuss der Chamber sind die Radare schon Thema gewesen. So fordert ein Bittsteller geringere Strafen im Fall von niedrigen Geschwindigkeitsüberschreitungen und härtere Strafen bei hohen Geschwindigkeitsüberschreitungen. Ein anderer Antragsteller hat einen Petitionsantrag eingereicht mit der Forderung, dass der Toleranzwert bei den Radarmessungen erhöht wird – nämlich auf zehn Prozent.

Beide Anträge werden derzeit geprüft. Nächsten Mittwoch sind die Radare außerdem in einer aktuellen Stunde im Parlament Thema.

6) Wann werden die nächsten zehn Radare in Betrieb genommen?

Die zehn nächsten, fest installierten Radare (rot in der Karte) werden in Kürze den Betrieb aufnehmen – das Ministerium nennt als Stichdatum Montag, den 9. Mai.


7) Folgen weitere Radar-Arten?

Für einen späteren Zeitpunkt wird laut dem Infrastrukturministerium auch die Installation von Ampel-Radargeräten sowie von Sektor-Radaren in Erwägung gezogen. Letzteres bedeutet, dass die Geschwindigkeit eines Wagens an zwei Punkten einer Strecke gemessen wird, um anschließend festzustellen, wie schnell der Fahrer auf der gesamten Strecke unterwegs war. Nächstes Jahr wird eine entsprechende Studie durchgeführt.

8) Kann ich den Strafzettel online bezahlen?

Über das Internetportal von guichet.lu können die Bußgelder, welche infolge überhöhter Geschwindigkeit per Radargerät ermittelt wurden, mittlerweile online überwiesen werden. Dies kann man entweder per Visa oder per Mastercard tun.



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