Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Ein Kind regiert?
Lokales 24.12.2018 Aus unserem online-Archiv

Ein Kind regiert?

Marienikone in der Kathedrale Notre-Dame in Paris, ein Geschenk der russisch-orthodoxen Kirche.

Ein Kind regiert?

Marienikone in der Kathedrale Notre-Dame in Paris, ein Geschenk der russisch-orthodoxen Kirche.
Foto: Renée Schmit
Lokales 24.12.2018 Aus unserem online-Archiv

Ein Kind regiert?

In ihrem Wegweiser zu Weihnachten zeigt uns Renée Schmit, wie Gott in die Welt von uns Menschen eintreten will und welche Bereitschaft wir an den Tag legen müssen, damit er in unserem Alltag ankommen kann.

"Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter, man nennt ihn wunderbarer Ratgeber, Fürst des Friedens. Seine Herrschaft ist groß, und der Friede hat kein Ende.", so steht es beim Propheten Jesaja geschrieben, der die Geburt des Messias ankündigt.


Alle unsere Wegweiser im Überblick
Wegweiser für die Woche - so nennt  sich eine Rubrik auf wort.lu, die wir jedes Wochenende online stellen. Darin finden Sie einen spirituellen Gedanken, einen wertvollen Wegweiser für die Woche.

Ein Kind, das regieren soll, das ist doch wohl der Wahnsinn? Nein, hier braucht es eher den starken Mann oder die eiserne Lady, die mit der Faust auf den Tisch hauen und ihre Autorität geltend macht.

Aber Gott macht es eben anders. Er kommt völlig machtlos in diese Welt. Als hilfloses kleines Kind kommt er.

So geschieht die Geburt Jesu auch abseits der damaligen politischen und religiösen Machtzentralen, ohne jeden Prunk, ohne Glanz und Gloria, ohne Pauken und Trompeten.

In Windeln gewickelt, finden wir Jesus in einer Futterkrippe, nicht von Seidentüchern umhüllt und auch ohne romantisches Baldachinbett.

Gottes Zeichen ist ein Kind, das regieren soll, indem es die Herzen der Menschen berührt und erfüllt. Gott schlüpft in die Haut des Menschen und möchte in jedem von uns neu geboren werden. Das ist Weihnachten!

Origenes, einer der großen Mystiker der Patristik und Vater der Bibelexegese, schreibt in seinem Kommentar zu Psalm 81 um das Jahr 200 n. Chr.: "Wenn Gott, das fleischgewordene Wort, Einzug in die Seele des Menschen hält, wird sie vergöttlicht. Dazu braucht es die Bereitschaft eines offenen Herzens, damit ER ankommen kann und unseren Alltag durch seine Gegenwart vergöttlicht."


* Die Autorin ist bischöfliche Delegierte für Spiritualität und die neuen geistlichen Gemeinschaften sowie Koordinatorin des Erwachsenenkatechumenats.

- Alle "Wegweiser"-Texte finden Sie in unserem Dossier.