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Ein Kartenspiel erobert die Welt
Lokales 3 Min. 15.03.2012

Ein Kartenspiel erobert die Welt

Lokales 3 Min. 15.03.2012

Ein Kartenspiel erobert die Welt

Ob im Fernsehen, im Kino, im Internet, im Kasino, im Stammlokal sowie während der Arbeits- oder Schulpausen, Poker ist überall präsent. Was genau aber ist der Grund für diesen Pokerboom? Warum erfreut sich dieses Spiel bei allen Altersklassen einer immer größeren Beliebtheit und wo kommt das heute so populäre Kartenspiel her?

Von Heng Barone

Ob im Fernsehen, im Kino, im Internet, im Kasino, im Stammlokal sowie während der Arbeits- oder Schulpausen, Poker ist überall präsent. Was genau aber ist der Grund für diesen Pokerboom? Warum erfreut sich dieses Spiel bei allen Altersklassen einer immer größeren Beliebtheit und wo kommt das heute so populäre Kartenspiel her?

Seit 2003 ein Amateur-Pokerspieler mit dem auffälligen Namen Chris Moneymaker bei der „World series of poker“ (WSOP) in Las Vegas aus anfänglichen 39 Dollar 2,5 Millionen Dollar erspielte, ist der Pokerboom nicht mehr zu bremsen. Der hauptberufliche Buchhalter aus Tennessee zahlte die Summe von 39 Dollar auf „Pokerstars“, einem Online-Pokerraum, um ein Aufstiegsturnier zu spielen, und gewann schließlich sein erstes Live-Turnier bei der WSOP mit dem dotierten ersten Preis von 2,5 Millionen Dollar.

Was fasziniert weltweit Menschen am Pokerspiel? Mit dieser Frage beschäftigten sich Experten und kamen zu dem Schluss, dass man das Pokerspiel mit dem wirklichen Leben vergleichen könne. Poker stelle den Spieler wie im richtigen Leben vor schwierige Entscheidungen, die dieser untersuchen und für die er die möglichst beste Lösung finden müsse. Ein Pokerspieler, so die Profis, lerne nie aus und entdecke der Realität entsprechend jeden Tag neue Möglichkeiten. Einen zusätzlichen Reiz bekomme das Spiel durch den Glücksfaktor. Laut den Spezialisten ist ein Amateur-Pokerspieler fähig, einen professionellen Spieler mit ein bisschen Glück im richtigen Augenblick zu schlagen.

Vorsicht: Suchtgefahr

Das fesselnde Kartenspiel hat aber auch seine Schattenseiten. Poker sei ganz klar ein Glücksspiel, untermauert Romain Juncker, Präsident der Vereinigung „Anonym Glécksspiller“, und macht auf die Konsequenzen aufmerksam. Es seien Fälle bekannt, bei denen Poker zum einzigen Lebensinhalt werde und die Betroffenen Schulden machten sowie Konzentrationsprobleme bei der Arbeit hätten, unter Schlaflosigkeit litten und Opfer eines regelrechten Kontrollverlusts würden, argumentiert der ehemalige Glücksspieler.

„Die Opfer sind meist jüngere Leute, die das Pokerspiel als Sport und nicht als Glücksspiel ansehen“, so Juncker. Seit ungefähr anderthalb Jahren nehme die Zahl der süchtigen Pokerspieler stetig zu, gibt er an, und weist darauf hin, dass Spielsucht eine Krankheit sei, die behandelt werden könne und müsse.

Poker in Luxemburg

Auch in Luxemburg hat sich eine Pokerszene entwickelt. Seit zwei Jahren gibt es die „Luxembourg Poker Association“ (LPA). Derzeit zählt die LPA 300 aktive Mitglieder und konnte seit ihrer Entstehung vor zwei Jahren rund 2 000 Pokerspieler begeistern. Wie ist die Idee, in Luxemburg einen Verein zu gründen, entstanden? LPA-Präsident Patrick Bortuzzo erinnert sich: „ Obwohl Poker in Luxemburg schon bekannt war und in vielen Freundeskreisen gespielt wurde, gab es keine größeren Pokerturniere“. Es habe eine Organisation gefehlt, die solche Turniere offiziell organisiert.

Laut Patrick Bortuzzo erzielte die LPA ihren bislang größten Erfolg mit dem Turnier „EPT Challenge“. Diese Gelegenheit, die dem Sieger die Teilnahme an der „European Poker Tour“, einem der weltweit größten Pokerturniere, ermöglicht, wurde von rund 300 Pokerspielern genutzt. Alle Veranstaltungen der LPA seien gut besucht, äußert Bortuzzo weiter. Die LPA organisiert jedes Jahr mehrere große Turniere, darunter das „Big 5“ und den „Team Cup“. Das „Big 5“ findet 12- bis 14 Mal im Jahr statt und ähnelt einer Pokerliga, bei der zum Schluss einer Saison der Gewinner per Punktesystem ermittelt wird. Beim „Team Cup“ besteht jedes Pokerteam aus vier Spielern, die bei mehreren Pokerrunden so viele Punkte wie möglich sammeln müssen. Ein solches „Team Cup“- Turnier findet am 18. April in Zusammenarbeit mit dem Verein „Deschtennis Biissen“ in der Mehrzweckhalle in Bissen statt.

80% Strategie, 20% Glück

Asbl-Präsident Patrick Bortuzzo fasziniert am Pokerspiel vor allem die Tatsache, dass es sich dabei nicht um ein reines Glücksspiel, sondern auch um ein Strategiespiel handle. Man müsse vieles beherrschen, um ein guter Pokerspieler zu werden. Strategie, Geduld, einige mathematische Fähigkeiten wie zum Beispiel Prozentrechnungen sowie Menschenkenntnis seien nur einige der Fähigkeiten, die ein erfahrener Pokerspieler haben müsse.

Der Glücksfaktor mache beim Pokern hingegen nur etwa 20 Prozent aus, betont Bortuzzo. „Der Beweis: Die Spitzenplätze der weltweit größten Pokerturniere werden jedes Jahr erneut von den gleichen Pokerprofis belegt.“