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Ein Jahr danach: Baby Bianka bleibt vermisst
Lokales 2 Min. 03.07.2016

Ein Jahr danach: Baby Bianka bleibt vermisst

In dieser Ruine am Weiher in Linger hat die Spurensicherung der Kripo DNS-Spuren entdeckt.

Ein Jahr danach: Baby Bianka bleibt vermisst

In dieser Ruine am Weiher in Linger hat die Spurensicherung der Kripo DNS-Spuren entdeckt.
Foto: Steve Remesch
Lokales 2 Min. 03.07.2016

Ein Jahr danach: Baby Bianka bleibt vermisst

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Seit einem Jahr wird das Baby Bianka aus Petingen vermisst. Die Mutter befindet sich nach wie vor in Untersuchungshaft – und hüllt sich in eisernes Schweigen.

(str) - Vor genau einem Jahr haben Polizei und Staatsanwaltschaft einen kurzen Zeugenaufruf veröffentlicht, der den ganzen Sommer über für Schlagzeilen sorgt und einen wochenlangen Großeinsatz von Sicherheitskräften und Rettungsdiensten zur Folge hat: „Personen, die zweckdienliche Hinweise über den derzeitigen Aufenthaltsort der minderjährigen Bianka Bisdorff, geboren am 6. Juni 2015, geben können, werden dringend gebeten, die Polizei unter der Telefonnummer 4997-5500 oder den Notruf 113 zu kontaktieren“, heißt es.

Es ist also ein Kind verschwunden, keine fünf Wochen alt. Erst Tage später sickern erste Details durch: Die Mutter ist von einem Zeugen beobachtet worden, wie sie mit dem Säugling zu einem Weiher in Linger ging. Später kehrte sie ohne das Kind zurück. Seitdem fehlt von Baby Bianka jede Spur.

Wochenlange Suchaktion

Binnen weniger Tage wird eine umfangreiche Suchaktion gestartet. Das Gelände rund um das Gewässer zwischen Linger und Petingen wird gründlich durchkämmt, der Weiher von Tauchern abgesucht und schlussendlich sogar leer gepumpt. Die Mordkommission übernimmt die Ermittlungen. Eine Leiche wird jedoch nie gefunden.

Seit dem 10. Juli ist die Mutter des Säuglings inhaftiert. Die Staatsanwaltschaft beschränkt sich zunächst mit Verweis auf den Jugendschutz darauf, zu bestätigen, dass eine „mögliche Straftat“ vorliege. Nicht gesagt wird, dass vermutet wird, dass Sarah B. ihr Kind getötet haben könnte.

Daran dass sich der Säugling tatsächlich vor Ort befand, besteht allerdings kein Zweifel: Die Spurensicherung hat in einer Ruine am Rande des Weihers mehrere Gegenstände sichergestellt, die dem vermissten Baby Bianka zugeordnet werden können.

Der 33-jährigen Mutter war bereits zuvor das Sorgerecht für die Geschwister von Bianka entzogen worden. Als weitere Tathypothese gilt daher, dass sie das Baby an Drittpersonen weitergegeben haben könnte, um einen weiteren Entzug zu verhindern. Es wird in alle Richtungen ermittelt. Eine mögliche Spur führt ins familiäre Umfeld in Portugal.

Haftverschonung abgelehnt

Wie die Pressestelle der Justiz auf Nachfrage mitteilt, sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Nähere Angaben werden mit Verweis auf das Untersuchungsgeheimnis nicht gemacht.

Sarah B. befindet sich auch heute noch in Schrassig in Untersuchungshaft. Mindestens ein Antrag auf Haftverschonung wurde abgelehnt. Die ausgebildete Altenpflegerin verweigert noch immer jegliche Zusammenarbeit mit den Behörden und schweigt eisern.

Wie es nach den Ermittlungen weitergeht, entscheidet der Untersuchungsrichter. Er bestimmt über eine Anklageerhebung. Erst wenn dann eine Ratskammer grünes Licht gibt, kann es zu einem Prozess kommen.

Der Ausgang eines solchen Verfahrens ist offen. Und auch das Schicksal der kleinen Bianka ist absolut unklar. Falls sie noch am Leben ist, wird sie diese Woche 13 Monate alt.


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