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Ein Eisberg, der Raser stoppt
Lokales 1 2 Min. 11.05.2017 Aus unserem online-Archiv
Neues Radarsystem ab Juni im Einsatz

Ein Eisberg, der Raser stoppt

Der Radarklotz wird im Juni auch in Luxemburg in Betrieb genommen.
Neues Radarsystem ab Juni im Einsatz

Ein Eisberg, der Raser stoppt

Der Radarklotz wird im Juni auch in Luxemburg in Betrieb genommen.
Produktfoto: Vitronic
Lokales 1 2 Min. 11.05.2017 Aus unserem online-Archiv
Neues Radarsystem ab Juni im Einsatz

Ein Eisberg, der Raser stoppt

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Er sieht aus wie ein Eisberg, ist gepanzert und wird Raser teuer zu stehen kommen: Im Juni will die Polizei an Baustellen einen neuen Geschwindigkeitsradar einführen.

(str) - Er sieht aus wie ein Eisberg, ist gepanzert und wird Raser teuer zu stehen kommen: Im Juni führt die Polizei an Baustellen einen neuen Geschwindigkeitsradar ein.

140.000 Euro kostet der grauweiße Metallklotz mit eingebauter Radarfalle und dem einprägsamen Namen "Enforcement Trailer". Denn genau das soll er tun: Dafür sorgen, dass das Gesetz  eingehalten wird. In Luxemburg soll er  die Geschwindigkeitseinschränkungen dort durchsetzen, wo sich Kontrollen besonders schwierig und gefährlich gestalteten: an größeren Autobahnbaustellen.

Auf Bitte der Straßenbauverwaltung

"Wir haben im Oktober 2016 eines dieser Geräte auf direkte Anfrage der Straßenbauverwaltung bestellt", erklärt Dany Frank, Sprecherin des Infrastruktur- und Nachhaltigkeitsministeriums. "Aus Sicherheitsgründen", betont sie.

Das Problem, das sich für die Arbeiter an Autobahnbaustellen stellt, leuchtet ein. Dort wo die Polizei auf Platzgründen nur schwer Stellung beziehen kann, wird sie auch kaum Kontrollen durchführen können. Für Raser ein Freischein - für die Baustellenarbeiter eine tödliche Gefahr.

Polizisten werden derzeit ausgebildet

Das Gerät ist inzwischen ausgeliefert worden. Derzeit werden Beamte der Autobahnpolizei für die Bedienung des Geräts ausgebildet. Binnen wenigen Wochen, voraussichtlich im Juni soll der "Enforcement Trailer" dann in Betrieb genommen werden.

Auch für die Verkehrspolizisten bedeutet der Radar-Anhänger mehr Sicherheit: Einmal gestartet, funktioniert das Gerät völlig autonom und das fünf Tage lang am Stück. Die Vorrichtung ist mit Hochleistungsbatterien aus gestattet. Über einen eigenen Antrieb kann es laut Hersteller Vitronic per Fernsteuerung im Nahbereich bewegt werden.

Form und Stahlhülle schützen das 140.000 Euro teure Gerät vor Vandalismus.
Form und Stahlhülle schützen das 140.000 Euro teure Gerät vor Vandalismus.
Produktfoto: Vitronic

Die Messtechnik entspricht jener der bereits in Luxemburg funktionierenden LIDAR-Radarsäulen. Sie erfasst alle Fahrzeuge gleichzeitig über mehrere Spuren hinweg. Darüber hinaus erlaubt sie es auch, Durchfahrverbote nach Uhrzeit, Fahrstreifen und Fahrzeugklasse zu überwachen, betont Vitronic. Über ein Modem werden die Daten drahtlos und verschlüsselt zur Verkehrsüberwachungszentrale übertragen. Zudem ist ein Fernzugriff jederzeit möglich.

Gut geschützt

Geschützt ist das recht teure Gerät nicht nur durch seine abgedichtete und schussfeste Ummantlung, sondern auch durch eine Alarmanlage. Damit der Anhänger nicht einfach gestohlen werden kann, werden die Räder im Innern versenkt.

Die klobige Form dürfte den "Enforcement Trailer" nicht nur vor Fremdeinwirkung schützen, sie wird wohl auch dafür sorgen, dass er innerhalb von Baustellen nicht unbedingt aus großer Entfernung als Radarfalle zu erkennen sein wird.

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Neue Blitzertechnik in Aussicht

Luxemburger Autofahrer dürfen sich allerdings mittelfristig auch auf weitere Verkehrsüberwachungstechnik gefasst machen. Wie Ministeriumssprecherin Dany Frank auf Nachfrage bestätigte, wird nämlich derzeit auch die Anschaffung weiterer Radartechnik zur Verkehrssicherung überprüft.

So wird sich ganz konkret mit dem möglichen Einsatz von Messgeräten zur Abschnittskontrolle und zur Rotlichtüberwachung befasst.

Im Tunnel...

Bei ersterer werden Fahrzeuge zunächst bei der Einfahrt in einen festgelegten Bereich - etwa einen Tunnel -  erfasst und ein zweites Mal bei der Ausfahrt. Dann wird die durchschnittliche Geschwindigkeit ermittelt und so der Geschwindigkeitsübertretung errechnet. Die Geräte identifizieren die Kennzeichen der Fahrzeuge und dokumentieren den Fahrer per Foto bzw. Video. Die Messung gelingt auch dann, wenn die Fahrzeuge dicht aufeinander fahren oder die Spur bei der Durchfahrt des Kontrollpunktes wechseln.

... und an Kreuzungen

Rotlichtblitzer zielen darauf ab, Unfallschwerpunkte an Kreuzungen zu entschärfen. Moderne Geräte erfassen den Verkehr über mehrere Fahrspuren und in zwei Richtungen. Zudem ist auch hier eine Kopplung zur Geschwindigkeitsmessung möglich.



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