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Ein Deutscher in Köln
Lokales 19.11.2022
Gazettchen

Ein Deutscher in Köln

Lokales 19.11.2022
Gazettchen

Ein Deutscher in Köln

Frederik WEMBER
Frederik WEMBER
Von absurd bis witzig: In der täglichen Glosse „Gazettchen“ erzählen „Wort“-Autoren von ihren Erlebnissen des Alltags. Heute geht es um merkwürdiges Luxemburgisch in Köln.

Luxemburgisch ist eine tolle Sprache. Das habe ich als Deutscher während meines zweimonatigen Aufenthaltes im Großherzogtum schnell bemerkt. Die Sprache transportiert eine Offenheit und Herzlichkeit, die ich im Hochdeutschen so nicht verspüre.

Daher habe ich bei jeder Gelegenheit ein paar luxemburgische Wörter in Nachrichten nach Deutschland gemogelt. Mit gemischtem Erfolg: Da alle wussten, dass ich ab Oktober in Köln arbeiten würde, wunderten sie sich über meinen Enthusiasmus, Kölsch zu sprechen.

Als Kind des weiter nördlich gelegenen Ruhrgebiets und Münsterlandes ein schwerer Vorwurf – natürlich wollte ich mich nicht bei den Rheinländern in Köln anbiedern! Und überhaupt, so ähnlich können sich Luxemburgisch und Kölsch doch nicht sein – dachte ich.

Die Sprachwissenschaft unterstützt meine Weltsicht nur bedingt: Beide sind mittelfränkische Sprachen und daher relativ eng miteinander verwandt. Wenn ich am Café namens „Op d'r Höh“ vorbeikomme, muss ich daran denken, wie oft ich bei der Haltestelle „Op der Stirzel“ aufgehorcht habe.

Die Sprachwissenschaft unterstützt meine Weltsicht nur bedingt.

So kann ich mich über einige sprachliche Besonderheiten freuen. Zwar reicht die Identifikation nicht für eine Liebeserklärung an Köln – „Isch leev Kölle“, oder in Luxemburger Manier: „Isch han Kölle jän“. Aber ich kann mich der Wahrheit nicht länger verwehren: Es ist kein Wunder, dass man dachte, ich würde mich für die Zeit in Köln einstimmen.


Gazettchen, die tägliche Kolumne des Luxemburger Wort
In der täglichen Glosse „Gazettchen“ erzählen „Wort“-Autoren von ihren Erlebnissen des Alltags.

Und Sie wissen nun, wo Sie in Deutschland Luxemburgisch sprechen können und sehr wahrscheinlich verstanden werden. Wenn Sie behaupten: „Meng Sprooch ass Kölsch“, sind Sie nah genug dran an „Ming Sprooch es Kölsch“. À propos Kölsch – das Bier bestellen Sie mit den Worten: „Isch hätt jän e Kölsch“, wahlweise „e Oberjärijes“. In dem Sinne: Prost us Kölle!

Hier finden Sie die gesammelten Gazettchen-Kolumnen. 

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