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Ein Blick nach vorne
Die Pfarrmitglieder - und weitere Teilnehmende - beim Abschied ihrer Kirche.

Ein Blick nach vorne

Foto: Claude Piscitelli
Die Pfarrmitglieder - und weitere Teilnehmende - beim Abschied ihrer Kirche.
Lokales 2 Min. 02.12.2012

Ein Blick nach vorne

Am Sonntagnachmittag fand die Desakralisierung der einsturzgefährdeten Kirche „Notre Dame des Douleurs“ in Differdingen statt. Nach diesem liturgischen Vorgang besaß die Kirche keinen sakralen Charakter mehr.

Von Anne Chevalier

Am Sonntagnachmittag fand die Desakralisierung der einsturzgefährdeten Kirche „Notre Dame des Douleurs“ in Differdingen statt. Nach diesem liturgischen Vorgang besaß die Kirche keinen sakralen Charakter mehr.

Die Entweihung nahm Erzbischof Hollerich in einem Wortgottesdienst vor. Weitere Anwesende waren Bürgermeister Claude Meisch, Mitglieder des Schöffen- und Gemeinderats, Generalvikar Erny Gillen, Regionaldechant Raymond Streweler, Zeremoniar Abbé Jean-Pierre Reiners, verschiedene Geistliche und die Mitglieder des Pastoralteams des Pfarrverbandes Differdingen, Pfarrer Denis Wellisch, Pastoralreferentin Marie-Christine Ries und Koordinator Gérard Kieffer. Zahlreiche Zugehörige des Pfarrverbands Differdingen, darunter die Mitglieder der Kirchenfabrik und des Pfarrverbandrates, wohnten der Feier bei, um von ihrer Kirche Abschied nehmen zu können.

Zunächst begrüßte Erzbischof Hollerich die Anwesenden, bevor AbbéDenis Wellisch ein Gebet sprach. Die Lesung befasste sich mit 1 Pi 2, 4-6 und im Evangelium ging es um Lk 2, 22-35. In seiner Predigt unterstrich Erzbischof Jean-Claude Hollerich, wie bewegend dieser Moment der Desakralisierung sei, da für die Pfarrangehörigen viele Erinnerungen, schöne aber auch traurige, mit dieser Kirche verbunden seien. Er betonte weiter, dass auch wenn das Gebäude aufhöre eine Kirche zu sein, so seien doch alle Mitglieder des Pfarrverbands durch das Sakrament der Taufe zur Kirche gehörig. Der Erzbischof bedankte sich bei allen Teilnehmenden für Ihre Anwesenheit und unterstrich, dass mit dem Löschen der Kerzen die Zeremonie eigentlich zu Ende sei, aber dass man hier auch Zeichen der Hoffnung habe setzen wollen und zeigen, dass die Kirche lebendig ist. Nach der Homilie des Erzbischofs las Regionaldechant Raymond Streweler das Dekret der Entweihung vor.

Abschied und Hoffnung

In den Fürbitten, bei denen eine Orgelpfeife, das Register, der Chormantel und der Kelch sowie Mosaikteile der Kirche eingebunden wurden, hieß es u.a.:„An der Kierch Notre Dame des Douleurs si Sakramenter gefeiert ginn  an an de Poarregëster festgehal : Daf, Kommioun, Firmung, Hochzäit.

An de Läichendëngschter hu mir eis Verstuerwen dem Herrgott senger Guddheet uvertraut.

Gott, looss an eis wuessen, wat’s du an de Sakramenter an eis grondgeluecht hues.“ Und des Weiteren wurde unterstrichen: „Mam Ofbauen vun der Déifferdenger Poarkierch verännert sech ëppes an eisem Poarverband, an eiser Gemeng. E Gefill vun Trauer ass an eis präsent. Gott, looss eis net verbasse festhalen un deem wat war, mee weis eis Weer wéi mir am Matenaner Zukunft kënne gestalten“.

Anschließend erklärte Pastoralreferentin Marie-Christine Ries, dass um die Hoffnung, in der die Christen leben, hervorzuheben, am Schluss dieser Feier allen Teilnehmenden die Zwiebel einer Osterblume ausgehändigt werde. Diese solle in die Erde eingepflanzt werden, damit sie im Frühjahr aufgehe und als Symbol für eine lebendige Kirche in Differdingen stehe.

Dann löschten Mitglieder des Pastoralteams die Kerzen, bevor Erzbischof Hollerich ihnen das Lektionar als Zeichen des Dankes für ihren Einsatz im Pfarrverband aushändigte.

Schließlich spendete der Luxemburger Oberhirte den Schlusssegen. Und am Schluss der Zeremonie wurden die Blumenzwiebeln verteilt.

Für den musikalischen Rahmen waren die vereinigten Chöre des Pfarrverbands Differdingen unter der Leitung von Marie-Louise Schoos-Schambourg verantwortlich. Am Keyboard spielte Pierre Pasquali.