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EDF bestätigt Anzeichen von Korrosion in Cattenom
Lokales 2 Min. 20.04.2022
Reaktor Nr. 3

EDF bestätigt Anzeichen von Korrosion in Cattenom

Im Reaktor Nr. 3 des Atomkraftwerks Cattenom wurden durch Ultraschallbilder Korrosionserscheinungen festgestellt.
Reaktor Nr. 3

EDF bestätigt Anzeichen von Korrosion in Cattenom

Im Reaktor Nr. 3 des Atomkraftwerks Cattenom wurden durch Ultraschallbilder Korrosionserscheinungen festgestellt.
Foto: AFP
Lokales 2 Min. 20.04.2022
Reaktor Nr. 3

EDF bestätigt Anzeichen von Korrosion in Cattenom

Laura BANNIER
Laura BANNIER
Das Unternehmen EDF hat mitgeteilt, dass es in Cattenom und drei anderen französischen Atomreaktoren Anzeichen von Korrosion gegeben habe.

Das Atomkraftwerk Cattenom und insbesondere sein Reaktor Nr. 3, der gerade erst eine mehrmonatige Inspektion im Jahr 2021 hinter sich hatte, gab im ersten Quartal 2022 erneut Anlass zur Sorge. Der Reaktor war seit dem 26. März für voraussichtlich fünf Wochen abgeschaltet und stand unter Korrosionsverdacht, wie mehrere französische Kernreaktoren desselben Typs.


French President Emmanuel Macron delivers a speech at the GE Steam Power System main production site for its nuclear turbine systems in Belfort, eastern France, on February 10, 2022, as part of a visit dedicated to energy policy and the future of the country's atomic industry, which provides around 70 percent of French electricity. - French President Emmanuel Macron is set to throw his support behind a massive nuclear power plant programme during his visit, despite concerns about the cost and complexity of building new reactors. (Photo by Jean-Francois Badias / POOL / AFP)
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Nachdem auch eine Gewerkschaftsquelle gegenüber der auf Energiemärkte spezialisierten Nachrichtenseite Montelnews entsprechende Gerüchte gestreut hatte, wurde der Korrosionsverdacht nun durch das Betreiberunternehmen EDF in einer Pressemitteilung bestätigt. Konkret gebe es „mögliche Anzeichen von Spannungsrisskorrosion“ an den Hilfskreisläufen von vier Reaktoren: Cattenom 3, Chinon 3, Flamanville 2 und Golfech 1.

Die Korrosionsanzeichen wurden bei Ultraschalluntersuchungen von Teilen der Rohrleitungen in den Reaktorblöcken Cattenom, Chinon und Flamanville entdeckt. „Die Untersuchungen werden fortgesetzt, um die Art und den Ursprung herauszufinden“, fügte EDF hinzu. Darüber hinaus wurden bei Inspektionen des Sicherheitseinspritzkreises von Golfech 1 während seiner planmäßigen Wartung ebenfalls dieselben Anzeichen festgestellt.

Neun Reaktoren betroffen

Im Oktober letzten Jahres hatte das Unternehmen ein ähnliches Korrosionsproblem in drei seiner Kraftwerke entdeckt: Civaux, Chooz und Penly. Die Reaktoren des Kraftwerks Cattenom, das nur wenige Kilometer von der luxemburgischen Grenze entfernt liegt, gehören zur gleichen Generation wie die Reaktoren in Penly. Insgesamt sind neun der 56 Kraftwerksblöcke von diesem Defekt betroffen. Die betroffenen Reaktoren sind derzeit abgeschaltet, damit ihre Inspektion fortgesetzt werden kann. Zur Erinnerung: Die französische Atombehörde (ASN) hatte die vermutete Korrosion als „schwerwiegend“ eingestuft.


Der Reaktor soll auf Korrosion überprüft werden.
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Die luxemburgische Regierung hatte die Behörde nach der Abschaltung des Reaktors Nr. 3 in Cattenom um Erklärungen und Klarstellungen gebeten. Letzte Woche brachten die Ministerien für Umwelt und Energie ihre Bedenken erneut in einer Pressemitteilung zum Ausdruck. Darin erklärten sie, dass sie einen gemeinsamen Brief an den Generaldirektor der Behörde für nukleare Sicherheit, Olivier Gupta, gerichtet hätten, um „so schnell wie möglich alle Einzelheiten und Ergebnisse der von EDF durchgeführten Analyse zu verlangen“.

Atomkraftproduktion auf dem Tiefpunkt

Die luxemburgischen Minister Carole Dieschbourg (déi Gréng) und Claude Turmes (déi Gréng) wollten vor allem Klarheit über die Gründe für die Probleme des Kraftwerks erlangen. Ebenfalls wichtig sei, ob ein „Materialfehler oder ein Konstruktionsfehler“ schuld ist und „welche Konsequenzen sich daraus für die anderen Reaktoren am Standort Cattenom ergeben“.

Obwohl das Moselkraftwerk allein das Äquivalent von drei Millionen Haushalten mit Strom versorgt, wurde die Abschaltung des Reaktors Nr. 3 um mehrere Wochen verlängert. Da sich diese ungeplanten Abschaltungen auf nationaler Ebene häufen, sah sich EDF gezwungen, die jährliche Atomstromproduktion zu reduzieren, die auf den niedrigsten Stand seit 30 Jahren fiel.

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