Echternacher Mufflons: Warten auf die Jäger
Echternacher Mufflons: Warten auf die Jäger
In den Wäldern der Abteistadt leben weit über 100 Mufflons. Wie sie in diese Region kamen, konnte nicht definitiv geklärt werden. Fest steht aber, dass sie enorme Schäden am Waldbestand anrichten. Damit dies aufhört und der Tierbestand reduziert wird, fordern etwa die Gemeindeverantwortlichen, dass die als invasive Art geltenden Mufflons abgeschossen werden.
Nun will der Abgeordnete Marc Goergen (Piraten) in einer parlamentarischen Anfrage an Umweltministerin Carole Dieschbourg (Déi Gréng) unter anderem wissen, ob sie die Echternacher Mufflons zum Abschuss freigeben wird und ob sie die durch Mufflons verursachten Schäden am Waldbestand bestätigen könne.
Tiere sind nicht schützenswert
In Luxemburg gebe es momentan drei Gebiete, in denen Mufflons leben. Diese befänden sich im Ourdall, im nördlichen Obersauergebiet und in der Region Echternach, teilt die Ministerin in ihrer Antwort mit.
Der Mufflon sei in der Tat eine nicht heimische Tierart, die europaweit zu den 100 schlimmsten invasiven Arten zähle, was den negativen ökologischen und sozioökonomischen Einfluss betreffe. Deshalb gebe es keinen Grund diese Tierart langfristig in Luxemburg zu erhalten oder zu schützen. In den übrigen Gebieten, in denen sich Mufflons hierzulande aufhalten, seien keine solch hohen Schäden wie im Echternacher Wald festgestellt worden, unterstreicht Carole Dieschbourg weiter.
„Waldruhe“ einhalten
Die Jagd auf Mufflons sei fast das gesamte Jahr über auf dem luxemburgischen Territorium erlaubt. Lediglich im Frühling, während der sogenannten Waldruhe, dürften diese Tiere nicht getötet werden. Im vergangenen Jahr habe die Natur- und Forstverwaltung im kommunalen Wald von Echternach Schäl- und Verbissschäden für 31 814 Euro festgestellt.
Weil es zu keinem Eingriff in die Mufflonpopulation gekommen sei, hätten die von den Tieren verursachten Schäden am Baumbestand weiter zugenommen. Bis Herbst dieses Jahres seien kontinuierlich neue Beschädigungen festgestellt worden. Wie hoch die Schäden sind, könne nicht genau beziffert werden. Fest stehe allerdings, dass durch den massiven Verbiss und das Schälen der Bäume die Verjüngung des Waldbestands unterbrochen wird, so die Ministerin weiter. Die einheimischen Baumarten könnten sich deswegen im Echternacher Wald auch nicht mehr verbreiten, was wiederum einen Einfluss auf die gesamte Biodiversität des Waldes habe.
„Chasse administrative“ sinnvoll
Zur Erinnerung: Die Wälder um Echternach gehören zur Natura-2000-Zone „Herborn – Bois de Herborn/Echternach – Haard“. Auf diesen Parzellen sollten die Eichenwälder erhalten und deren natürliche Erneuerung gewährleistet werden. Der Bewirtschaftungsplan dieser Zone sehe die Ausarbeitung einer Maßnahme vor, um Mufflons in diesen Waldabschnitten dauerhaft zu beseitigen. Gegebenenfalls müssten auch die Jagdpächter für die Unkosten einer solchen ministeriell angeordneten „Chasse administrative“ aufkommen. Wegen der enormen Schäden, welche die Tiere in diesen Wäldern anrichten, sei eine solche von Behörden angeordnete Jagd auf Mufflons angebracht, meint die Ministerin.
Dabei bleibt Carole Dieschbourg dem Abgeordneten Marc Goergen aber eine Antwort schuldig auf die Frage, ob sie eine „Chasse administrative“ anordnen wird. Stattdessen gibt sie zu, dass alle bisherigen Versuche der Jäger, um den Mufflonbestand zu mindern, gescheitert seien.

