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Echternach: Der Bumerang schlägt zurück
Lokales 3 Min. 15.11.2018

Echternach: Der Bumerang schlägt zurück

Die Geschäftsleute aus dem Ortszentrum sorgen sich wegen der Baustellen um ihre Zukunft.

Echternach: Der Bumerang schlägt zurück

Die Geschäftsleute aus dem Ortszentrum sorgen sich wegen der Baustellen um ihre Zukunft.
Foto: Anne-Aymone Schmitz
Lokales 3 Min. 15.11.2018

Echternach: Der Bumerang schlägt zurück

Anne-Aymone SCHMITZ
Anne-Aymone SCHMITZ
Die Auswirkungen der vielen Baustellen in Echternach und ein Kommunikationsdefizit sind schuld am angespannten Verhältnis zwischen der Gemeinde und dem lokalen Geschäftsverband. Dies wurde beim Jahrestreffen des Geschäftsverbands bekannt.

Die vielen Baustellen, die Staus in den Spitzenstunden, das Parkplatzproblem sowie die verbesserungsbedürftige Kommunikation zwischen Gemeinde, Stadtmarketing und lokalem Geschäftsverband standen am Mittwoch unter anderem im Fokus der Jahreshauptversammlung der „Union commerciale et artisanale de la ville d'Echternach“ (UCAE).

Laut deren Präsident Christian Pierret müssten die Echternacher Geschäftsleute gemäß dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ sich diesen Herausforderungen vereint stellen. Seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren stelle er aber fest, dass es beim Zusammenhalt noch Luft nach oben gebe. Die Ladeninhaber müssten sich auf die kommenden Herausforderungen vorbereiten. „Die Baustellen haben auch einen positiven Aspekt. Sie zeigen, dass etwas in der Stadt passiert. Die Geschäftsleute sorgen sich wegen dieser Baustellen aber um die Zukunft ihrer Betriebe“, betonte Christian Pierret, der bemängelte, dass zurzeit viele Leute ihren Unmut über die aktuellen Missstände in Echternach in sozialen Netzwerken äußern. Die Stadt sei attraktiv. Davon zeuge auch der rückläufige Leerstand bei den Geschäftsflächen. Jedoch müssten die Ladeninhaber selbst auch in der Öffentlichkeit die Botschaft verbreiten, dass es sich lohnt, in Echternach einzukaufen. Die geplanten Baustellen seien notwendig, jedoch dürften sie nicht auf Kosten der Geschäftswelt durchgeführt werden und die Ladenbetreiber müssten rechtzeitig über deren Verlauf informiert werden, damit sie ihre Betriebe darauf vorbereiten könnten, forderte Christian Pierret. 

Parkplätze besser ausschildern 

Besorgniserregende Ausmaße aus Sicht der Einwohner und der Geschäftsleute habe in letzter Zeit auch im Ortskern der Stau in den Spitzenstunden angenommen. Damit die Kunden weiterhin zum Einkaufen nach Echternach kämen, müsste es im Zentrum auch in Zukunft noch genügend Parkplätze geben und der bestehende Parkraum müsse ausreichend ausgeschildert sein. Um die Klientel unter anderem besser über Parkplätze und Buslinien zu informieren, regte Christian Pierret die Ausarbeitung eines Faltblattes mit nützlichen Informationen an.


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Durch die verlagerten Verkehrsströme befürchten die Einzelhändler in Echternach Umsatzeinbußen. In den Augen von Bürgermeister Wengler handelt es sich um Schwarzmalerei.

Der UCAE-Präsident bemängelte ebenfalls, dass noch niemand richtig wisse, was in Sachen City-Shoppingzentrum an der Route de Diekirch geplant sei. Doch gerade bei diesem Projekt sei eine enge Zusammenarbeit sämtlicher Akteure wichtig, wenn das Projekt nicht in einem Fiasko enden solle, so Christian Pierret. 

Bürgermeister Yves Wengler gab zu, dass zurzeit in der Stadt nicht alles reibungslos verläuft. „Wir müssen uns aber bewusst sein, dass die Abteistadt unter anderem auf kultureller, touristischer und wirtschaftlicher Ebene vieles zu bieten hat. Fakt ist aber auch, dass der Einzelhandel weltweit rückläufig ist“, so Yves Wengler. Folglich müsse man davon ausgehen, dass der Einzelhandel als erstes Wirtschaftsstandbein wegbrechen wird, sollten die Besucherzahlen in Echternach sinken. Die Gemeinde versuche, mit Investitionen unter anderem in Infrastrukturen und Wohnungsbau die Einwohnerzahlen und auch die Kaufkraft zu steigern, wovon letztendlich auch die Geschäfte profitieren würden, betonte Yves Wengler.  

Machtlos gegen die Blechlawine 

Gegen die Blechlawine, die täglich morgens und abends durch den Ortskern rolle, könne die Gemeinde nichts tun. Die rund 45 000 deutschen Berufspendler würden weiterhin ins Großherzogtum fahren – ein Teil davon über Echternacher Straßen. Das Verkehrsproblem könne nur durch eine Umgehung gelöst werden, meinte Yves Wengler. Die Resultate der Immelmann-Studie würden demnächst dem Gemeinderat vorgestellt und danach könnten sie auch dem Geschäftsverband präsentiert werden. 

Die Kritik des Kommunikationsdefizits seitens der Gemeinde ließ Yves Wengler nicht gelten und schickte sie wie einen Bumerang zurück an Christian Pierret. Wengler sagte, dass der Masterplan Gare und der Zeitplan für die Umsetzung von dessen Projekten regelmäßig bei Treffen von Vertretern der Gemeinde, des Stadtmarketings und des Geschäftsverbandes besprochen werde. Die Gemeinde treffe keine Schuld, wenn er als UCAE-Präsident Treffen beiwohne und die Informationen nicht an die Geschäftsleute weiterleite, so Yves Wengler.


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