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"Ech bréngen nach een ëm": Es brodelt im Schierener Gemeinderat
Lokales 3 Min. 05.06.2020

"Ech bréngen nach een ëm": Es brodelt im Schierener Gemeinderat

Weil der Sitzungssaal im Gemeindehaus wegen der aktuellen Hygienevorschriften zumindest bis Ende des Notstands nicht benutzt werden kann, tagten die Schierener Räte im Alen Atelier.

"Ech bréngen nach een ëm": Es brodelt im Schierener Gemeinderat

Weil der Sitzungssaal im Gemeindehaus wegen der aktuellen Hygienevorschriften zumindest bis Ende des Notstands nicht benutzt werden kann, tagten die Schierener Räte im Alen Atelier.
Foto: Nico Muller
Lokales 3 Min. 05.06.2020

"Ech bréngen nach een ëm": Es brodelt im Schierener Gemeinderat

Nico MULLER
Nico MULLER
Im Schierener Gemeinderat herrschte in den vergangenen Jahren des Öfteren ein eher rauer Ton. Doch jetzt riss dem Bürgermeister die Hutschnur.

Als Eric Thill am 29. November das Amt des Bürgermeisters übernahm, hatte er sich vorgenommen, die in den vergangenen Jahren immer wieder hochschlagenden politischen Wellen zu glätten und den Fokus der Gemeindepolitik wieder ganz auf das Wohl der Kommune zu richten.

Allerdings macht man es dem 26-Jährigen ganz und gar nicht einfach, sehen sich doch er und mit ihm der ganze Schöffenrat heftigster Oppositionsarbeit ausgesetzt, die allerdings weniger am Ratstisch verrichtet wird als vielmehr in unzähligen Mails fernab von jeder Sitzung.

„Nicht die Umgangsform, die ich mir wünsche“

Ein Ratsmitglied zeigt sich dabei sehr schreibfreudig. In gleich 72 Mails in den vergangenen Tagen und Wochen habe dieses allerdings meistens den respektvollen Umgang mit seinen Kollegen vermissen lassen, was denn auch nicht weiter hinzunehmen sei, wie Bürgermeister Eric Thill zu Beginn der jüngsten Sitzung wissen ließ. 

„Ech bréngen (éierlech) nach een ëm“, „Ech garantéire fir näischt“ oder auch „Da soll mol ee kommen, dee kritt d'Schëpp op d'Stir“ seien nur einige der Drohungen und Beschimpfungen, die an den Schöffenrat adressiert worden seien, so Thill.

Beleidigend und respektlos

Solche Aussagen seien ganz und gar nicht witzig oder ironisch und könnten auch nicht falsch verstanden werden. Die Worte seien beleidigend, respektlos und von daher nicht zu tolerieren. Für ihn sei es denn auch ganz klar, dass dies nicht zur normalen Umgangsform werden darf.


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Persönlicher Zorn, Unzufriedenheit und menschliche Differenzen an anderen auszulassen, den Mann und nicht den Ball zu spielen, sei nicht die Umgangsform, die er sich im Gemeinderat vorstelle, so Eric Thill. Es sei dies eine Art und Weise, die unproduktiv sei und niemandem wirklich etwas bringe.

Der Bürgermeister rief denn auch dazu auf, dass alle zusammen an einem Strang ziehen und sich auf das Wesentliche konzentrieren sollten. Und das sei nun einmal, die Herausforderungen der Gemeinde gut zu bewältigen.


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Kleinlaute Entschuldigung

Wenn jemand im Sitzungssaal inklusive der Handvoll Schierener Bürger nach der Standpauke von Eric Thill nicht gewusst haben sollte, an wen genau sie gerichtet war, dann wurde ihm im nächsten Moment auf die Sprünge geholfen. Rat André Schmit fühlte sich nämlich ganz klar angesprochen und ließ eher kleinlaut wissen, dass er sich öffentlich entschuldigen wolle, wenn er in seinen Mails über die Stränge geschlagen habe.

Allerdings tobte Schmit im nächsten Moment gleich wieder los und meinte zunächst, Eric Thill sei nicht sein Vater. Dann folgte eine lautstarke verbale Attacke an die Adresse des Schöffenrats, dem er vorwarf, seine Parzelle SCe04 im Lehberg, die er eigentlich im allgemeinen Flächennutzungsplan als bebaubares Grundstück ausgewiesen haben wollte, nun als landwirtschaftliche Fläche klassiert zu haben. 

Verleumdungen und Frechheiten auf Facebook

Doch noch hatte der ehemalige Bürgermeister seine Kopfwäsche an diesem Abend nicht überstanden. Denn ebenfalls der sonst doch eher sehr zurückhaltende Schöffe Camille Pletschette geigte Schmit die Meinung.

So habe Schmit ihn hauptsächlich in den Monaten März und April auf Facebook vor dem ganzen Land bis aufs Letzte runtergemacht, verleumdet und die Dinge so verdreht, bis sie in seinen Kram gepasst hätten. Auch in den oben erwähnten Mails habe er sich unerträgliche Frechheiten gefallen lassen müssen. Etwas Produktives habe Schmit aber kaum geschrieben.

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